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torum in provincia Hispania S. Theologie Professorum adver-'sus novas quasdam adsertiones cujusdam Doctoris LudoviciMolinae nuncupati , Theologi de Societate Jesu, quas defen-dit in luo übro , cui titulum inscripiit: Concordia liberi arbi-trii cum gratias donis ; & adversus alios ejusdem novae doctri-nas scctatores ac defensores de eadetn Societate , und liessen siedurch den Alvarez übergeben, nachdem sich ausser denen dreyVerfassern in die 22. Professores Theologie und Magistri mitunterschrieben hatten; dabey war von ihnen noch ein besonderertractat de intrinseca divinae gratiie efficacia mit angefügt, nebsteinem bittffchreiben , darinnen der gantze inhalt dieser apologiekürtzlich wiederholet war. Indessen hatte Molina und seine an-hänger auch den General des ordens de Mercede, einen Theo-logum emeritum , Franciscum Zumel, angegriffen, und ihngleicher irrthümmer beschuldiget, dahero er eine dreyfache de-fensiv» verfertigte, und des Molinä anschuldtgungen wider-legte. Banne; unterfchrieb nicht nur felbige, sondern wollte sieauch vor die seinige gehalten , und von jedermann geglaubetwiiien, daß er eben das und nichts anders lehrte. Jac. Hy«c.
Serry, act. Congregat. de auxiliis. Eebard, script. O. P. tom.II.pag. 332. 8-S.
Bannier, Reichs-bannier, ist die fahne mit dem doppel-ten Kayferlichcn adler , welche vor diesem dem Feld-Haupt-mann, der einen Reichszug commandirte, anvertrauet wurde,um durch deren öffentliche aufsteckung den vorhabenden zugkund zu machen, und die Stande ihrer schuldiakeit zur folgedarbey zu erinnern. Wenn der Kayser sich selbst im lager be-fand , und es ein Reichs-krieg war , ward sie in der mitten des-selben aufgesteckt. Ob in dieser des Reichs haupt-fahne einigeKayser in den alten zeiten etwas anders als einen adler geführet,läst man dahin gestellet seyn, zum wenigsten ist feit der Schwä-bischen Kayfern zeiten der adler allemal darinne gesehen worden.Wem eigentlich das amt zustehe, diese des Reichs haupt-fahnezu führen, ist in unsern zeiten ziemlich gestritten worden, da derKayser der neu-aufgerichteten neunten Chur das Ertz-paner-amtbeylegte, worüber sich sowol Chur-Sachsen, als das HertzoglicheHaus Würcemderq bewegte. Chur-Sachsen meynte, es kämeihme, als Ertz-Marschaün zu , das Reichs-bannier zu führen,inmassen sich denn findet, daß ihm diß in den alten zeiten gehörthabe, und solch amt in abwesenheit des Churfürsten dem Erb-Marschalln überlassen worden, weswegen noch der ChurfürstJohann Friedrich seinen Erb-Marschalln vermahnt, sich solchesnicht nehmen zu lassen. In dem zuge wider den Hertzog vonBurgund vor Neus, unter Friderico III. hat der Hertzog vonSachsen Albertus das Reichs-bannier geführet , welcher zwarnicht Churfürst , aber doch mit seinem bruder Ernesto in unge-theilter Herrschafft war, auch die gemeinschafftlichen völckerselbst commandirte. Man hat sich aber Hannoverischer seileerklärt, daß das neue Ertz - paner-amt nicht bey kriegs-zügen,sondern nur bey solennibus curüs , bey Kayserlichen crönungen,beylagern rc. da Chur-Sachsen das schwerdt vorträgt, geübtwerden solle. Der Hertzog von Würtemberg aber legte sichdarwider, weil sein Haus von langer zeit her mit dem recht desReichs sturm-sahne zu führen belehnt ist, wowider man jedocheingewendet, daß zwischen dieser und des Reichs haupt-fahneein grosser unterscheid sey , inmassen denn die sturm-sahne nureinen einköpfigten adler führt, auch in ihrer form sich allmählichals ein pemion zusammen spitzt. Bis jetzo ist dißfalls nochnichts ausgemacht, und rührt die Ungewißheit der fache theilsdaher, daß die heutigen kriegs-zuge von den alten gang unter-schieden find, und man also dieser ceremonie ungewohnt worden,theils von vermengung der nahmen, da in den alten Urkundenoft andere sahnen, welche doch die haupt-fahne nicht gewesen,das Reichs-bannier genennt werden, oder auch , weil die alteKayser sich mit Übergebung der Reichs-fahne an eine Person oderfamilic nicht gebunden. Sietbert. ad an. 920. JEmtlius , degeftis Franc. lib. III. in Lud. IV. Witrichind. in annal. lib. I.f. 641. apudMeibom. tom. I. rer. Germ. Cmrad. (JrspergenßAbbas in Ottone I. Crußus , annal. Suev. P. II. lib. VI. c. 2..Aventin. annal. Boj. lib. VI. Obrecht. diff. de vexillis Imperii.
Wechsel-sthriften vom Reichs-bannier.
Bannier, St. Georgen-bannier, wird dasjenige genen-net, darinnen die bekannte Historie von dem heiligen RitterGeorgio, der von einer jungfrau zu hülffe geruffen wird, undwider einen brachen streitet, abgebildet ist, und deren führungin dem Teutschen Reich der Schwäbischen und Fränckischen Rit-terschafft zukömmt. Woher aber dieses bannier gekommen, da-von find unterschiedene meynungen, sonderlich da dasjenige,was von dem sogenannten Ritter Georgio gemeldet wird , nochalles ungewiß ist. Gleichwie aber durch dieses bild überhauptdie tapferkeit derjenigen , welche wider die feinde GOktes unddes vatterlandes streiten, angezeigt wird, also kan auch dieseswohl die Ursache seyn, warum man ein solches zeichen ins ban-nier gesetzt, um dadurch die soldaten ihrer Pflicht zu erinnern.Was aber den Ursprung anbelangt, so meynen einige, daß schonvor den zeiten Caroli M. solche bannier gebräuchlich gewesen,welches aber von andern biüich in zweifel gezogen wird, sonder-lich, da man in der Teutschen Historie von diesem bannier weitersnichts findet,ausser daß einige melden, es habe der Kayser Henri-cus II. da er das Bißthum Bambera dem heil. Georgio zu eh-ren gestiftet, auch demselbigen diese sahne gewiedmet. Aufswenigste ist dieses gewiß, daß vor dem jähr ,392. in öffent-
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lichen documenten von diesem bannier nichts anzutreffen;allein an. 1)96. entstand hierüber eine grosse ungelezenheit,als die berühmte schlacht bey Nicopolis wider die Türckengehalten wurde; denn es wollte der König Sigismund mitden Hungarn den ersten angriff thun, weil er sich befürchtete,daß sie sonst nicht möchten stand hatten; die Schwaben aberwollten diesen vorzug deswegen haben, weil sie das bannierdes heil. Georg« führten. Die Franzosen wollten keinem vonbeyden weichen, und giengen aho vor sich auf den feind los,worüber die Christliche armee in Unordnung gerieth, und einegrosse Niederlage erlitte. Von der zeit an findet man zum öf-tern, daß die Schwäbische Ritterschafft diese St. Georqen-fahne geführet, und daher einen vorzug in dem kriege präten-diret: wie dann, was das letztere anbelanget, einige ange-merckt, daß die Schwaben vor alten zeiten, ja zu den zeitenCaroli M. diesen vorzug gehabt, daß sie den ersten angriff ge-than. Dannenhero, als an. 1392. ein streit hierüber zwischenden Teutschen und Böhmen entstand, haben sich nur allein dieSchwaben dieser fach angenommen, als welchen dieser vorzugvor den andern gebühret, dahero sie auch in gedachtem jähreein dundnis, St. Georgen-Gchild genannt, aufrichteten,in welches nachgehends an. 1422. sich auch die Fränckische Rit-terschafft begeben. Es schien zwar dieses recht allen gemein-schafftlich zuzukommen; allein die Schwaben behaupteten dochihren vorzug, worüber also hernach ein streit entstand, wel-cher doch zwischen ihnen durch einen gütlichen vergleich an. 1474.da sie mit dem Kayser Friderico III. wider Carölum, Hertzogvon Burgund, zu selbe gezogen, beygelegt worden, und zwardergestalt, daß man in führung der St. Georgen-fahne alter-niren, und, wenn den einen tag ein Schwäbischer Ritter diesesbannier geführet, es den andern tag von einem Fränckischen Rit-ter geführet werden sollte; die Schwaben aber sollten diesen vor-zug behalten, daß sie allezeit den ansang machten. Diesen ver-gleich wollten sie von dem Kayser bestätigen lassen, weil aberderselbe mit einzurücken verlangte, daß hierdurch dem rechtdes Oesterreichen Adels nichts sollte benommen seyn, solchesaber der Schwäbischen Ritterschafft nicht anstund, wurdesolches nicht vollzogen. BrußMus , deEpisc. Germ. c. 15. §. 1.Crußus , annal. Suev. P. II. lib. VI. c. 2. A Lerch vom Reichs-Adel, P. I. n. 9. Limnaus , in addit. ad lib. VI. c. Coccejus ,Juris publ. c. iz. Schwederus , in Jure publ. part. spec.fest. II. c. 18. §. 3. Dutt. in volum. rer. Germ. novolib. II. c.l.n. 64. seq.
Bannier, Banner, eine von den ältesten und vornehmstenGräflichen familien in Schweden , welche von Isaaco Ban-nern, Herrn auf Oelingen, um das jähr 1350. hergeleitetwird. Dessen söhn Jsaacus II. Schwedischer Reichs-Rath,zeugte Isaacum III. welcher um das jähr 1408. die charge einesReichs-Raths bekleidet, und Aeschillum nachgelaffen hat.Derselbe ward Reichs-Rath und Herr in Venegarn, wie auchein groß-vatter Arelii , Herrn in Diursholm und Reichs-Raths, der folgende vier söhne zeugte: (1) Nicolaum, welcherzu Rostock ermordet wurde. (2). Petrum, der an. 1 z 67. alsVice-Admiral blieb. (3) Stenonem. (4) Gustavum. Diezwey letzter,, waren Reichs-Räthe , und hatten das Unglück ,daß sie der König Carl IX. an. 1600. zu Linköping enthauptenließ , weil sie seinen bruder, den König Sigismundum, widerihn verhetzet, und demselbm fremde völcker zum Nachtheil derreligion in Schweden zu fuhren , sollten gerathen haben.Der letzte, nemlich Gustavus, pflantzte allein das gcschlechtfort, und hinterließ sechs söhne, die waren (1) Svanto,Herr in Diursholm, Reichs-Rath und Gouverneur in Riga .Dessen jüngerer söhn , gleiches nahmens, starb an. 1673.als oberster Reichs-Iägermeister, mit Hinterlassung eines sohns,Gustavi; der ältere aber, Gustavus, war an. 1668. Obri-ster, Commendant zu Malmoe, und Abgesimdter bey der in-troduction der Universität Lunden. ( 2) Nicolaus, der inMoscau umkommen. (3) Petrus , Reichs-Rath; von des-sen söhnen ward Gustavus Reichs-Rath, und Claudius Reichs-Iägermeister, jener ist an. 1680. gestorben, und hat seinenstamm mit zwey , dieser aber mit vrer söhnen fortgesetzet. (4 )Johann , General - Feld - Marschall , von dem hernach.
(;) Axel, Gouverneur in Westeraas, welcher männliche er-ben nach sich gelassen. (6) Carl, von welchem man nichtsaufgezeichnet findet, als daß er eine Gräfin von Bielcke gehe»-rathet. Ritterhus. spicil. dec. I. Gottfr. invent. Suec. Jrhjse-nii theatr. Nobil. Suec. Pufeud. emleitUNg JUC SchwedischenHistorie, imhof.
Bannier, (Johannes) General der Schwedischen armeein Teutschland , war aus dem vorher gedachten geschlechte ent.sprossen. In seiner jugend fiel er in dem schlösse Hörningsholmaus einem hohen fenstcr herunter, nahm aber nicht den gering-sten schaden, dabey er selbst bekennet, es habe ihn ein mmm ineinem weissen kleide aufgefangen, und auf die erde sanfte nie-dergesetzt. König Gustavus Adolphus machte hierdey diesenschluß: GOtt müsse ihn noch zu etwas grosses ausbebalren ha-ben. Gleich in seinen jungen zahren ergab er sich gantzlich denWaffen , da Polen und Moscau seine kriegs-schulen waren.Nachgehends folgte er seinem Könige in Preussen , und ließ sol-che proben seiner tapferkeit von sich blicken, daß er durch allestaffeln zu der höchsten würde eines Feld-Marschalls gelang-te. Bey dem Könige Gustavs Adolphs war er wegen feine-
sonder-