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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Barbosa, (Augustinus) Bischoff zu Ugento , gebürtig vonGuimaranes in Portugall, ein söhn des vorhergedachten Ema-nuelis, welcher ihm in der Rechtsgelehrsamkeit eine ziemlichewiffensthafft beybrachte, doch konnte er dadurch lange zeit zukeinen ehren-stellen kommen, ausser, daß er in dem Eapitul zuGuimaranes Schatzmeister wurde. Er brachte die meiste zeitseines lebens zu Rom kümmerlich zu, gieng des tags in die buch-laden, weil er keine eigene bibliotheck hatte, und was er darin-nen gemerckt, schrieb er des nachts auf. An. 16,2. kehrte erwieder nach Spanien , und führte zu Madrid eben dergleichenlebens-art, bis ihn an. 1648. Phillppus IV. zum Bischoff vonUgento in der landschafft Otranto ernennte, worauf er sich nachRom begab, und an. 1649. daselbst eingeweyhet wurde. Dar-nach gieng er nach Ugento , starb aber,nachdem er sein Bißthumnur 7. monat besessen. Seine schristen sind: De Offido Kpi-scopi; Remifliones Doctorum super varia loca Concilii Triden-tini; Formularium Episcopale ; variae Juris Tractationes; Re-pertorium Juris Civilis & Canonid; de Canonicis collectaneaJDD. in libr. V. Decretalium, &c. UgbtO. Ital. sacra tom. IX.Erythr. pinac. II. c.ig. CraJJb, elog. degli huom. lit. Ant. bibl,Mir*us , de scr. fec. XVII.

Barbosa, (Petrus ) ein berühmter Rechtsgelehrter undCantzler in Portugall, war zu Viana in dem Bißthum Braga ,aus einem vornehmen geschlecht gebohren,und wurde Ritter desordens Christi. Weil er einen vortreflichen Rechtsgelehrten ab-gab, machte man ihn zu dem vornehmsten Professor Juris aufder Universität Coimbra . Einige zeit darauf berief ihn der Kö-nig Sebastianus in Portugall zu einem Rath in dem oberstengericht zu Lisabona , und nachdem Portugall unter die botmäs-stgkeit Philippi II. in Spanien kommen, muste er einen von denvier Staats-Räthen abgeben. Endlich wurde er Cantzler desKönigreichs. Bey allen diesen geschafften gab er an.15yd Com-mentaria ad tit. ff. soluto m atrim. heraus, und starb bald her-nach. Man hat auch von ihm Commentaria ad tit. ff. de Judi-ciis, ingleichen ad tit. de Jegatis & de vulgari substitutione; &de Probatione per Juramentum, &c. Anton. bibl.

* Barbosa-Bacellar, (Antonius) gebürtig von Lisabona ,wäre erstlich Corregidor von Castello Brancv, nachgehends Pro-vedor, oder Ober-Aufseher von Evora , hernach Präsident indem Parlemcnt von Portos und endlich in dem Parlemcnt zuLisabona . Er starb den 14. febr. an. 166z. da er noch sehrjung wäre. Er schriebe einen tractat, betitelt: Statera veri-tatis; einen Commentarium über Pomponium; eine beschrei-bung der in dem jähr 1659. zwischen den Spaniern und Por-tugiesen vorgegangenen schlacht, wie auch unterschiedene stückSpanische und Portugiesische Verse. Mimoires de Portugal .

Barbude, ist eine von den insuln Barlovento in Nord-Ame-rica, welche den Engellandern zustehet, und muß mit der insul Barbados , welche auch den Engellandern gehört, nicht verwech-selt werden. Zum unterscheid dieser insuln nennet man diejeni-gen, welche ihnen zur lincken Hand südwärts liegen, Islas Sotto-Vento oder Sottavento, lat. Insulas infra Ventum. *

* Barbulanus, (Vitalis) ein söhn Leonis aus Venedig ;wurde an. 96?. Patriarch zu Grado , und erhielte von Johannedem XII. das PaUium, sich dessen an denen, innhalts seinerStists-privilegien, gesetzten tagen zu bedienen. Er hat nur einjähr und ?. Monate gesessen. UgheU. Ital. sacr. tom. V. p.nog.

BARBUS, so wurden die Fratres conversi des ordens vonGrand-Mont genennet, weil sie einen grossen bart trugen.Gleichwie sie die Verwaltung der zeitlichen güther hatten, alsowollten sie auch das regiment des ordens haben,und die Priesterunter ihre botmäßigkeit bringen. Sie waren auch so frech,daß sie Wilhelm von Treynac ihren sechsten Prior nach der mit-te des XII. fecuü ins gefängnis steckten, und gar absetzen woll-ten. Aber als der proceß ins dritte jähr gewähret, verlohren siedene vor Papst Jnnocentio III. Und Casurem der 13. Prior, soums jähr i ri 6. ans amt käme, nachdeme er auch ziemlichen Ver-druß von ihnen ausgestanden , erniedrigte sie noch mehr, undbrachte es dahin, daß keiner aus ihnen fernerhin einem klosterdes ordens vorstehen sollte. Mezeray , in Phil. Aug. Hiß. desOrdres Monaßiques. *

* Barbussnskoy, ist eine kleine Moftowitifche stadt. HerrWissen in seiner neuen charten von der Tartarey, setzet dieseftadt in die gegend von Dauria, an dem fluß Amur oder Iamurohnfern dessen Ursprung, unter dem 118. grad longitudinis und157, latitudinis. Maty, Dict.

Barby , eine kleine Grafschafft in Ober-Sachsen, an derElbe, zwischen dem Hertzogthum Magdeburg und FürstenthumAnhalt, so aus 4. ämtern, Barby , Rossendurq, Walter-Nien-burg und Muhlingen bestehet, ist ein Chur -Sächsisches lehn,welches Churfürst Bernharden, als er die Chur erhalten, vomKayser mit überwiesen worden. Es wurde schon an.i?86. demHause Anhalt die anwartschafft daran verschrieben; als sich aberan. 16*9, der vermannungs-fall ereignete, muste sich dasselbenur mit einem antheil davon, nemlich Mühlingen und Walter- Nienburg , begnügen lassen, weil wegen der lehnssuchunq einigversehen vorgegangen war. Hertzvg Augustus zu Sachsen-Halle hingegen bekam das gröste stuck von der Grafschafft, samtder stadt und schloß Barby,dessen vierter sohn,Heryoq Heinrich,solche nach ihm nn besitz haue. Das amt Rossendurq aber ge-hört dem Kömge m Preussen. Churfürst Johann George III.

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nahm von dieser Grafschafft titul und wapen an, weil sie nachden vorhergegangenen vertragen nicht mehr als ein heimgefalle.nes lehn, sondern als ein neuer Reichsstand betrachtet ward.Franckenberg. Europ. Herold.

t Hertzog Heinrich war gebohren den 29. sept. au.isz?. vonAugusto, Administratorn des Ertz-Stifts Magdeburg, welcheran. 1680. gestorben. Heinrich nahm an. 1688. die Reformirtereligion an, und starb den 16. febr.1728. Seine gemahlin hies-se Elisabetha Albertina, Fmstens Jvh. Georg II. zu Anhalt- Dessau tochter, von welcher er einen einigen Printzen erzeugetDieser hiesse Georg Albert, und war gebohren den 8. april an.169;. vermählte sich an. 1721. mit Augusta Louise, HersogsChristiani zu Würtemberg-Oels tochter, mit welcher er weder ei-ne fruchtbare »och vergnügte ehe geführet, so daß er sich an.17)2. völlig von ihr scheiden lassen, nachdem sie schon vorher»eine zeitlang von ihm abgesondert gelebet. Sie starb den z. ,an.17)9. und er folgte ihr den 12. jun. eben desselben jahrs ohne kin-der nach. Hierauf ist die Grafschafft Barby dem Haus Weis-senftls wieder hetmgefallen. Gen. Handbuch. Europ.Fama, tom. V. p. z28.

Barby . Ob man schon ältere Nachrichten von dem qe-schlecht der Herren von Barby findet, so kan doch selbiges in rich-tiger ordnung nicht eher als von Burchardo, welcher an. 1149gelebt, und Kaysers Conradi Kriegs-Obrifter gewesen, auch daschlacht bey dem Weins-berge im Wurtembergcr-lande beyge-wohnt, hergeleitet werden. Diesem wurde von seiner gemahlinMechthildis Waltherus gebohren, welcher Kaysers Ottonis IVKriegs-Obrister, und von ihm über den damals eroberten paßund vestung an der Bude, Unseburg , gesetzt worden. Semsöhn- Guntherus I. lebte ums jähr 1228. und war bey KayserFriderico II. mit welchem er einen zug in das gelobte land vor-genommen, in grossem ansehen. Von seiner gemahlin Catha-rina, Gräfin von Stolberg,zeugte er Burchardum II. und Wal-therum. Dieser letztere verbrannte Münch-Neuenburg, underbauete das schloß Walter-Neuendurg, starb aber an. 127z. ei-nen söhn Bufonem, Grafen von Barby, Herrn von Rostnberg,hinterlassend, welcher ums jähr 1500. gelebet. Burchardus II.verliehe der stadt Zerbst grosse privilegia, stattete damit eine toch-ter aus, und starb an. 1275. Seine gemahlin Metta oderWilhelmetta von Gleichen , gebahr ihm Burchardum III. wel-cher ein vatter Alberti I. worden. Dieser bekriegte mit AlbertoII. Churfürsten in Sachsen , den Ertz-Bischvff Gerhardum vonMagdeburg , und nahm Gommern ein, nahm auch zur zeit desReichs-tags zu Speyer eine Gesandtschafft an den Kayser Hein-rich von Lützelburg auf sich, und endigte selbige glücklich. Erstarb an. 13)2, den ig.julii, nachdem er mit seiner gemahlinLuitgardis, Gräfin zu Hohenstein, 2. söhne gezeuget, Henricumund Albertum II. davon der erste Bischoff zu Brandenburg worden, und an.i;;i. den 15. oct. gestorben. Albertus II. aber,so das von den Magdeburgern verstörte schloß Mühlingen wie-der aufgebauet, hat das geschlecht fortgepffantzet, und mit Ju-dith, Gräfin zu Schwartzburg, 2. söhne und eine tochter aezeu-get, darunter Güntherus II. zu mercken, welcher die schloß-undbeqräbnis-kirche der Grafen zu Barby erbauet, auch der schlachtvor Dincklar im Stift Hildesheim , in welcher Hertzog Maanusmit der ketten gefangen worden, wider den damaligen Bischoffzu Hildesheim , beygewohnet. Er starb den 18. aug. an. 1404.und hatte 3. söhne , unter welchen ihm Burchardus IV. nach-gefolgct. Dieser hat die Herrschafft Egeln im Ertz-Stift Mag­ deburg von den ausgestorbenen Herren von Hadmersleben über-kommen , und dem Ertz-Stift wiederkäuflich überlassen. Erstarb an. 1420. von Sophia , des Fürsten Sigismundi vonAnhalt tochter , Güntherum III. hinterlassend, welcher Kay-sers Friderici III. geheimer Rath gewesen. Er hatte mit sei-ner gemahlin Catharina, Gräfin zu Reinstein, 8. söhne undz. tochter gezeuget. Unter jenen hat Burchardus V. dasge«schlecht fortgepflantzet; er begleitete König Christianen in-nemarck, Norwegen und Schweden , nach Rom , und warKaysers Maximilrani I. Rath, von dem er auch an. 1497. dochmit vorbehält der Chur-erächsischen lehns-herrlichkeit, in denGrafcn-stand erhoben worden. Von seiner gemahlin, Hertz»,gin von Mecklenburg und Wittwe Wratislm X. Hertzogs inPommern , ist er ein vatter von 10. söhnen und 3. töchternworden, davon die letztern insgesamt ins kloster gegangen, vonden söhnen aber ist Iustus I. dem vatter gefolgt, und nach des-sen tode sein druder Balthasar, und nachdem auch dieser dm4.nov. an. 153 d verstorben, bekam der achte söhn Wolfgan-gus I. die regierung. Dieser lebte zu den zelten Luther «, undleistete d Churfürsten zu Sachsen , Friderico, Iohanni, IohanniFriderico, Mauritio und Augusto treue dienste, so, daß ihnder letztere seinen vatter zu nennen psiegte. Seine gemahlmAgnes', Gräfin von Mansfeld, gebahr ihm 20. kindcr beyder-ley geschlechts, darunter Wolfgangus II. und Iustus II. svl«ches forrgcführet, wtewol Wolfgangus II. in seinen söhnen wie-derum erloschen. Iustus II. aber, so in Danemarck, Ungarn undFranckreich vornehme kriegs-ämtcr bedienet, hatte 2. söhne, vonwelchen Albertus Fridericus mit Sophia Ursula, Gräfin vonOldenburg , Augustum Ludovicum gezeuget, so den d aug. an.1639. gebohren, und der letzte seines Hauffs gewesen, nachdemer an. 1639. den 17. oct. verstorben; ferner 4. töchter, worun-ter Christina Elisabetha an. 1630. den 10. nov. an Hertzog Ru-dolphum Augustum zu Braunschweig und Luneburg vermahlt