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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Reichs-tage zu Mgenspurg, jedoch die Reichs-ftadte mit vor-behält bestätiget. An. 1668. brachte sie Ludovicus XIV. Komgvon Franckreich, nebst der gantzen Eranclm-Gomte unter sich,trat sie aber in dem friedens-tractate zu Aachen an die Spamerab ; doch an. 1674. als der krieg von neuen angieng, bekamer sie im may durch accord ein, worauf sie ihm nebst der gan-zen Grafschafft in dem Niemägischen friedens-schluß an. 1678.überlassen wurde. Da er denn auf dem berge an statt derErtz-Stifts-kirche St. Stephani, eine citadelle erbauen lassen,ingleichen auch das Parlement von Dole hieher verlegt. Ca-rolas von Nelifchatel, Ertz-Bischoff von Befanron, hielt an.1495. allhier einen Synodum ,wie auch Claudius 6e la Baumean. 1573. und Claudius d'Achei an. 1648. Sonst ist auchschon in dieser provintz an. 444. unter dem Papst Leone ernLonclliuin versammlet gewesen, auf welchem Hilarius von Arles präsidiret, und Chelidonius von Besannen abgesetztworden. Es hielt gleichfalls der Kayser Fridericus I. an. 1157.und an. n6l.oder62. zusammenkünfte der Geistlichen zu Be-sanljon. Casar. Animiern. Marcellin. Strabo . Itinerarium An-tonini. Julicmi epist. adMaximum. Continuat. Ottonil Frising.Güntbcri carmen Ligurinum. Krantz. Chiftet. Vesontium. Go-lu , republ. Sequanoise. Knipßhiid, de civit. Imp. lib. IV. c.i.n. 17, seq. Instruin. pacisNeomag. art. n. & 12. Theatr. Eu-ropium , tom. VII. &c. *

Besanqon, Ertz-Bißthum. Den Christlichen glauben sollSt. Linus , der Apostel Jünger, am ersten zu Besancvn ge-prediget haben, worauf ein Bißthum allhier aufgerichtet, wel-ches endlich in ein Ertz-Bißthum verwandelt worden, darunterBasel r Lausanne und Bellay gehören, vormals aber Nion,Avenches oder Wiflisburg, Bverdun und Colmar demselbenunterworffen gewesen , an welchen orten aber nunmehr keineBischöffe mehr zu finden. Die vornehmsten Bisthoffc zuBesancvn sind gewesen Chelidonius, Antidius, Amantius,Donatüs, Hugo de Salins, Stephanus Viennensts , Wil-helmus und Antontus de Vergi. Die Cardinäle, Johannesd^Adbeville , Johannes de la Rochetaillee, Franciscus de Con-drlmeriis, Petrus und Claudius de la Baume, und AntoniusPerenot von Gravelle. Es war sonst der Ertz-Bischoff zu Be-sanqon ein freyer Reichs-Stand, und wurde zu dem Ober-Rheinischen kreis gerechnet, auch nachdem man an. 16; 1. diestadt an Spanien überlassen hatte, erhalten. Da aber in demNiemägischen frieden gantz Burgund an Franckreich abgetretenworden, hat der König dem Ertz-Bischoff seine gemalt ziemlichgeschmälert, bis er endlich durch den Ryßwickischen frieden gantz-lich an Franckreich gekommen. Das gebiethe dieses Ertz-Bi-schoffs begreift ungefehr 724. Pfarren, rc. unter sich. Cbifiet.Vesont. Buctüini Germ. P. II. p. 59. Imbofii N. P. lib. II. c. 1.n. 7. &c.

* BeiarduL, (Joh. Baptist«) war ein berühmter lautenist,gebümg aüs Bejancon, nahm bey dem vortreflichen Laurenzinilection , und gab an. 1603. Ibekaurum Uarmonicum in foliomit einer dedication an Philippum Wilhelmum, Fürsten vonOranien, heraus. Im anhange dieses wercks lehret er, wieman das lautenspielen lernen soll, und hat über dieses werck vonKayser Rudolpho II. ein zehenjähriges privilegium bekommen.Viele gelehrte teuthe haben ihn wegen seiner besondern geschick-lichkeit sehr admirirt. Er hat auch ein Antrum Philosophicumzu Augspurg an. 1677. in 4. heraus gegeben. Draudii biblioth.

dass. p. 1622. Hendreich.

Besbre, Bebre, oder Chabre, lat. Besbria, ein fluß inBourdonnois, entspringet bey Montmorillon, nimmt den Valund die Teiche in sich , und nachdem er la Palisse und Jalignivorbey gegangen, ergiesset er sich in die Loire , Bourbon-Lancigegen über.

Beschebien, (Petrus ) Bischoffvon Chartres, war zu Blois ums jähr 13 80. aus einem alten gefchlecht gebohren. Nachdemer die Medicin und Theologie studirt, ward er bey Maria vonSicilien, Caroli VII. gemahlin, Leib-Medicus, als sich der Hofzu Blois aufhielt, welche ihm auch die Probstey in der kirche zuChartres verschaffte, allwo er hernach an. 1422. zum Bischofferwehlet ward. Wie denn zu selbigen zeiten die Leib-Medici ho-her Häupter allemal Glerid waren, und sich nicht verheurathendurften, so wenig als die Professores Juris und Medicin®, es hatihnen aber der Cardinal Estouteville, Legat in Franckreich, diesefreyheit an. 1452. ausgebracht. Er starb an. 1459. Bermer ,hift. de Blois.

Beleb, siehe Bezek.

* Besmeck, oder Beßnick, Bößneck, peßnick, peseneck,pesenick, poseneck und poßneck, eine mäßige stadt im Ostro-lande, in Thüringen , zwischen Neustadt an der Orla und Saal­ feld , an dem wasser Gamß, welches nicht weit davon in die Or-ta läuft. Als an. 14; 6. den 4. jan. die drey gebrüdere, Chur-fürst Friedrich II. Sigmund und Wilhelm der tapfere ihre lan-de, welche sie bis anhero in gesamtschafft besessen, unter einandervertheilten, so fiel unter andern auch die stadt Beseneck HeryogSigismunden zu. An. 144z. kam es zu Hertzog Wilhelms an-theil. An. 1485. bekam Churfürst Ernst in der theilung Thü­ ringen , und Hertzog Albrecht Missen, da denn zum Thürin­ gischen theil auch diese stadt geschlagen wurde. An. 1566. be-kam sie Hertzog Johann Wilhelm an dem Coburgischen theile,welche hernach an seines gefangenen bruders, Hertzog JohannFriedrichs, kmder an. 2572. gekommen. An. 1640. ist bey der

theilung zu dem Furstenthum Menburg die Coburgjsche Por-tion, und über dieses noch wegen einer aus der theilung von ani6°;. herrührenden pratension dieses Beseneck nebst dem Haldenamt Alstedt gefallen. Diese stadt ist durch ihren starcken tucb'Handel in gutes aufnehmen gekommen. Müllers annal. p24. ;c>. i?'i. 562.

,* Besenwald von Bronstadt, (Johann Victor, FreyherrlKöniglicher Französischer General-Lieutenant, Ritter des ordensSt. Ludovici, und Obrister des Königlichen Schweitzer-qarde-regiments, war ein gebohrner Schweitzer, und diente von juqendauf der Crone Franckreich. An. 1710. ward er Maredial decamp, und an. 1719. General-Lieutenant; an. 172;. aber be-kam er das regiment Schweitzer-garde, welches jährlich über50000. pfund einträgt. Hiernächst war er ungemein fähig, diestaats-angeleqenheiten zu besorgen, wie er denn viele jähre an denNordischen Höfen, und absonderlich in Polen Gesandter gewe-fen, bey welcher gelegenheit er des Cron-Marschalls Bielinskytochter geheurathet. Er starb an. 1736. den u. mertzzu Paris in dem 66. jähre seines alters. Ex manuicripro.

* Beses, oder Besos, tat. Beso, oder Batulo, Baetulo, einfiuß in Catalonien , in Spanien , welcher nicht weit von Barcel-lona in das Mittelländische meer fällt.

* Besiade, ein vornehmes Französisches gefchlecht, welchesdie Marguis von Avaray hervor gebracht. Thcophilus von Be-siade, Herr von Avaray, Grand-BailH von Orleans rc. zeugte mitN. N. von Etangs Claubium Theophilum von Besiade, Mar-quis von Avaray I'Estiou, Courbouson la Brosse rc. der von ju-gend auf in Neapolis, in Spanien , in den Niederlanden , auchin Tcutschland kricgs-bedienungen verwaltet, an. 1715. als Ge-sandter an die Schweitzerische Eydgenossenschafft gesendet, undan. 1718. Gouverneur und Grand-Baiili von Peronne, auch Ge-neral-Lieutenant von Peronne, Roye und Montdidier rc. ge-worden. Angelica Foucault, des Staats-Raths Joseph Fou-cault tochter, hat ihm gebohren : 1.) Catharinam Angelicam,vernrählt an N. N. von Baudreche, Freyherrn von Böjel. 2.)Olympiam, vermählt an N. N. le Picard, Herrn von Aubcr-cour. ;.) Johannem Theophilum, der sich an. 1713. bey derbelagerung vor Landau und Freyburg, auch an. 1717. in der be-lagerung rmd schiacht bey Belgrad befunden, und an. 1719.Oberster des regiments Nivcrnois worden. 4.) Carolum, so sichgleichfalls in kriegs-diensten befindet.

Besigheim , eine kleine Würtembergische stadt zwischmStutgard und Heilbronn , nebst 2. alten schlössern, an dem ßußEntz, wo sich selbiger mit dem Neckar vermischet, gehörte sonstden Marggrafen zu Baden . Sie ist aber an. 2595. durch kaufan Würteinberg gekommen. Zäicr.

f Andere schreiben Beßigheim. Es liegt eigentlich zwischenden zwey Würlembergischen städtlein Bietigheim und Lauffcn.Man giebt vor, es feye anfänglich Castrum Valerianum, nachge-hends aber wegen der sich allda aufhaltenden räuber, Böseck ge-nennt worden,woraus hernach der nähme Besigheim entstanden.An. 1463. wurde lelbiges samt einigen benachbarten dörfern füreine gewisse su4Me gelds zu rantzionirung des gefangenenMarggrafen Carls von Baden an die Pfaltz verfttzt, und bliebalso ein Pfältzisches Unterpfand, bis es an. 1504. von dem Wür -tembergischen Hertzog Ulrich bey der ihm vom Kayser wider dengeächteten Churfürsten Philipp von Pfaltz aufgetragenen execu-teon belagert, erobert, und hernach Marggrafen Christoph von Baden wiederum zugestellt worden. An. 1519. hat es ermeld-tem Hertzog Ulrich, als er von dem Schwäbischen bund bekrie-get wurde, die Huldigung geweigert; wessentwegen es von ihmaberinal belagert worden. Im jähr 1595. hat Hertzog Friedrichvon Wurtemberg selbiges nebst einigen benachbarten dörfernvon Marggraf Ernst Friedrich erkauft. Im dreißigjährigen kriegist es erstlich in Kayserliche, hernach in Französische Hände gefal-len. An. 1643. aber denselben wieder abgenommen worden. An.1693. ward es abermal von den Franzosen belagert, eingenom-men und übel zugerichtet. Crußi annal. Suev. cum contin.

Besignano, siehe Biflgnano.

Bester, ein adeliches gefchlecht in der Schweitz . Johann Beßler von Bastelten soll um das jähr 1400. wegen damaligerkriegs-unruhe genöthiget worden seyn, seinen vätterlichen erbntz,nahe bey Franckfurt an der Oder, mit dem rücken anzusehen: daer sich dann in der Schweitz auf dem schlösse Wattingen nieder-gelassen, sich davon geschrieben, und an. 145 3. verstorben. Seinsöhn, nahmens Johannes, ist unter die Landleuthe des CantonsUrr aufgenommen worden. Magnus Beßler von Wattingen,ein cnckel des jetztgedachten Johannis, war Lands-Hauptmannin Livenen und hernach Blschöfflich Costnitzischer Hauptmannzu Rotelen, dessen söhn, Emanuel, hat dem Canton Uri in Ge-sandtschafften an dem Päpstlichen und andern FürstlichcnHöfcn,gute dienste gethan. Sein enckel, Johann Carl Emanuel, Lan-des-Hauptmann auch Land-Amman von Uri, hat sieben, unddessen bruder, Johann Heinrich, 2. söhne gezeuget. Zu ende desXVII. feculi lebte Johann Carl Edmund Beßler von Wattin-gen, Obrister, Ritter, Land-Amman und Lands-Hauptinann zuUri. An. 1702. ward Carl Joseph zum Probst des Colleaiat-Stifts zu Zurzach , und an. 1711. Obrister Carl Alphonsus Beß-ter, zum Land-Amman des Cantons Uri erwehlet.

* Bester , (Basilius) ein söhn Michaelis Besleri, Predi-gers zu Nürnberg , war ein Medicus daselbst, und gab an.

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