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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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lenburg und Rhenen gelegen, wovon ein ziemlicher strich landesan der Ems den nahmen führet.

* Beveridge, (Wilhelm) ein berühmter Englischer Theo-logus und Bischofs, war gebohren in dein jähr i6;8. und mach-te seine studien in dem Collegio St. Iohannis zu Cambridge ,allwo er sich durch seine gelehrsamkeit und erkänntnis der Orien-talischen sprachen frühzeitig hervor that. Da er noch nicht 18.jähr alt wäre, schrieb er einen tractat von dem nutzen und derfürtreflichkeit der Orientalischen sprachen, sonderlich der Hebräi-schen, Chaldäischen, Syrischen, Arabischen und Samantam-schen, samt einer Syrischen grammatick. An. 1660. ward erPfarrer zu Pealing in Mtddlesex, und an. 1672. ward er zumPfarrer zu St. Peters Cornhill in Londen gemacht. Den 22.dec. an. 1674. ward er Prabendarius ooti St. Paul, an. l68l.Archidiaconus von Colchester , an. 1684. Prabendarius zu Can-terbury. Nachdeme vr. Thomas Ken , Bischoff von Bath undWells, an. 1691. abgesetzet worden, weilen erden eyd der treudem König zu schwören sich weigerte , wollte vr. Beveridge die-ses Bißlhum nicht annehmen. An. 1704. aber nahm er die Br-schöffliche würde von St. Asaph an. Er starb den 5. mcrtz an.1707. zu Westmünster, seines alters 71. ,ahr. Seine ftvmmkeltund eifer für die wahre religion waren ungemein 'groß; seine ge,lehrtheit recht verwunderlich, sein gantzes leben so erbaulich,daß ein grosser kenner von diesen dingen bey seinem tod gesagt,es sterbe in feiner person einer der grasten und frommesten mari-ner, so jemals in Enqelland gelebt hätten. Gleichwie er m sei-nem gantzen leben sich der gutthätigkeit beflissen hat, also hat ersolche auch in seinem tod bezeuget, indem er den besten theilseiner verlassenschaffl zu ausbreitung des Evangelist und beforde-rung der erkänntnts der Wahrheit in - und ausserhalb Engellandbestimmet hat. Seine theils von ihme selbst, theils noch nachseinem tod ausgegebene schriften sind folgende : de LinguarumOrientalium, prai'ertim Hebraicae, Chaldaicae, Syriae®, Arabi-cae & Samaritanae praestantia & usu, cum Grammatica Syriacatribus libris tradita , Londini r6s8· in 8yo ; InstitutionumChronologicarum libri duo, una cum totidem ArithmeticesChronologie® libellis, Londini 1662. in 4to ;S.woePix.ov ,sive Pandectae Canonum 88. Apostolorum & Conciliorum abEcclesia Graeca receptorum, nec non Canonicarum 88. PatrumEpistolarum, una cum scholiis antiquorum singulis annexis &scriptis aliis huc spectantibus, quorum plurima e BibliothecaeBodlejanae^aliarumque manuscr. codicibus nunc primum edita:reliqua cum iisdem manuscr. summa fide & diligentia colla-ta. Totum opus in duos tomos divisum Gulielmus Bevere-gius Ecclesia Anglicana Presbyter recensuit, Prolegomenis mu-nivit, & Annotationibus auxit, Oxonii 1672. in fol. Thesau-rus Theologicus , opus posthumum, Londini 1710. in 8vo. IV,tomi; Predigten II, tom. in fol. und noch einige andere schrif-ten in Englischer sprach. Englischer Bayle.

Beverland, (Hadrian. ) ein Seeländer von Mittelburg,hielte sich anfangs bey dem Jsaae Vvßio auf, und bediente sichdieser gelegenheit zu einer treflichen wissenschafft in Humanio-ribus zu gelangen , brachte es auch durch seinen fleiß und ge-schickten köpf so weit , daß er Doctor Juris und ein Advocatwurde; allein wie Voßius viel unzüchtige dinge aus den altenauthoribus gesaninilet hatte, die er zum theil in seinem Catulloangebracht, also inevnte sich auch Beverland einen nahmendurch dergleichen nnflätereyen zu machen, und gab erstlich einbuch, de Jure stolata Virginitatis heraus, womit er sich in ei-ne böse nachrede, mit dem tractat de Peccato Originis aberunvermuthlich gar in das gefängnis brachte. Wenn seine nochärgere schrift de Prostibulis veterum , die einer von feinenfreunden auf gegebenen winck bey zeiten verbrannt, der nach-suchenden Obrigkeit in die Hände gerathen wäre, würde er oh-ne zweifel scharf seyn gezüchtigek worden; doch vor dißmalkam er wieder los, nachdem er eine grosse geld-strafe erleget,und eydlich angelobet hatte, dergleichen ärgerliche binge nichtmehr zu schreiben. Darauf gab er eine schrift heraus unterdem titul: Vox clamantis in deferto, darinnen er gewaltigauf den Magistrat und die Professores zu Leiden stichelte, undbegab sich nach Engelland, da er etliche 100. pfund sterlingvon einem seiner verwandten erbte, und meistens auf rare, aberinsgemein gottlose und unzüchtige gemählde und kupfer, wieauch einige gute Medaillen, und wohl-gezeichnete Muscheln wen-dete. Endlich brachte ihn der berühmte Eduard Bernharddurch harte Vorstellungen an. 1690. so weit, daß er das durchseine schriften gegebene ärgernis bereuete, und ein buch de For-nicatione cavenda heraus gab , darinnen aber gleichwol nochviel anstößiges zu finden. Er lebte noch an. 1712. in Engelland ,und gieng gantz verrückt im verstände in der irre herum, in-dem er sich, einbildete, daß sich 200. Personen wider ihn ver-schworen hätten, und ihm nach dem leben stünden. BcnthemsHolländischer kirchen - und schulen-staat. Bücher-saal.

Beverley , eine kleine stadt in Engelland, in Jorckshire un-weit Hüll gelegen.

* Beverly, (Johannes) Ertz-Bischoff von Aorck in demVIH. iac. war gebohren zu Harpeham in der provintz Deira.In fernen mngen jähren sandten ihn seine eitern naher Kent,damit er die Griechische spräche von Theodoro dem Griechen,damaligen Ertz-Bischoff von Canterbury , erlernen möchte. Ermachte auch solche progressen sowol in der Lateinisch-undGriechischen sprach, als in geistlich-und weltlichenwissenschaff-ten, daß die grvsten manner seiner -zeit ihne sehr hoch schätze-

ten. Alfredus, König von Nvrthumberland, welcher selbst acbsehr gelehrt war, erhübe ihn an. 6 gs. zu dem Bißlhum^Hagnlstad oder Hexham , und nachwärts zu dem Erk-R,?thum von Yorck. Der berühmte Beda wäre sein lebnüiiar-Nachdem er ,4. jähr lang sein Ertz - Bißlhum besessen hatte ,gab er jolches auf, und begab sich naher Beverly/aUwver'jähr hernach den 7. may 721. unter der regierunq Olrici, n,»igs von Northumberland , starb. Seine schriften sind: Homilia in Kvangelia ; Epistel® ad Hildam Abbatissam; Epistojadu® ad Andoenum Bertinum ; Epistola ad Herebalduin discipulum suum ; Pro 8 . Luca exponendo. Englischer Bayie, *

* Bevern , lat. Bivernum, eine kleine stadt in der Graf.schafft Weda oder Wied, in Westphalen, allwo an. iy;2. der ab-gesetzte Colmsche Ertzl- Bischoff Hermann begraben wordenzerUers Reichs-Geogr. IX. p. 1286.

Bevern , ein schloß an der Weser, eine halbe stunde von derstadt Holtzminden an dem Sollinger-forst gelegen. Es gehörtevormals einem alten adelichen geschlecht , welches daher dennahmen führte, und soll bereits ums jähr 90;. Clamvr vonBevern, auf zulassung GrafBrunens von Ederstein sich allhierniedergelassen, und den nahmen von Bevern angenommen ya.ben. Es hat auch dieses geschlecht bis zu ende des XVI. fe.culi gedauert, da es mit den kindern Iohannis ausgegangenHierauf ist Bevern an die von Münchhausen gefallen, welchees wohl angebauet. Gegen die mitte des XVII. feculi aberist es an das Braunfchweig-Lüneburgische Haus Wolffenbük-telischer linie gekommen , und dem dritten Brintzen HertzoqsAugusti, Ferdinande Alberto, gegeben worden, welcher seine rcsi-dentz daselbst aufgeschlagen, und die Beverische linie gestiftet.Siehe Braunschweigische Hernoge. Letznm Dassel , chrvn.üb. IV. c. & lib. VIII. c. Topogr. Brunsu. & Luneb.

Bevern , ein Freyherrliches geschlecht an dem Rheine , wel.ches von dem in dem vorhergehenden artickul erwehntcn adeli-chen geschlechte abstammet, und sich in dem XV. feculo indem Rheinlande niedergelassen hat. Einer von demselben istan. 147;. mit dem Hertzoge Carolo von Burgnnd, auf demReichs-Convent zu Trier erschienen. An. 1548- hat sich einerals Kayserlicher General in Ungarn hervor gethan, und denGräflichen titul geführt. Heinrich Lorentz reflgnirte an. 16,7.die Abtey Campen in dem Ertz - Stift Coln. Ernst FreyherrWar an. 1700. Canonicus, Scnolasticus und Archidiaconiis indem Stift Osnabrück . An. 1712. war Hermann Maltheser-Ritter und Comtur, wie auch Chur -Trierischer geheimer Rathund Oberster van der garde. Sebastian, Chur-Pfältzischer ge.heimer Rath, wurde an. 1716. Präsident des geistlichen Rathsin der Pfaltz. Mutiert theatr .

Bevermngk, (Hieronymus ) war ursprünglich aus einem al-ten adelichen Preußischen geschlechte. Sein groß-vatter, Johan-nes Bevermngk, kam an. 1575. mit dem Grafen von Hohen-lohe nach Holland , da ihm die Staaten eine cvmpagnie zu fußgaben , worauf er General - Lieutenant der artillerie wurde.Er verheurathete sich mit der tochter desDirckLoncq, Bürger-meisters zu Tergou, und Schatzmeisters der provintz Holland ,und zeugte mit ihr Melchior», Capitain über die infantcrie derGeneral-Staaten, und Commendanten der schlösset Argenteauund Dalem. Dieser zeugte mit Sibvlla, Leonhard Standerts,Gouverneurs zu Knodsenburg, rc. tochter, diesen Hieronymmn,so den 2;. apr. an. 1614. zu Tergou in Holland gebohren wor,den, woselbst er an. 1645. Rathsherr, und an. 1668. Bürger-meister wurde. An. 1646. schickte ihn die stadt an die Staatenihrer provintz, da er sich so wohl aufführte, daß ihn nicht alleindie stadt Tergou, sondern auch die Staaten von Holland zuunterschiedenen Verschickungen gebrauchten. An. 165;. gienger als ausserordentlicher Deputirter zu dem Protector und derRepublick von Engelland, bekam an. 1654. den titul als aus,serordentlicher Ambassador, und schloß den 28. april den frie-den zwischen Holland und Engelland. In währender zeithatte man ihm das General -Schatzmeister-amt der vereinigtenprovintzrn aufgetragen, welches er bis an. 166s. verwaltete,da er es selbsten aufgab. Er legte auch nebst andern Depu-tirten an. 1659. die in Geldern entstandene Verdrießlichkeitenbey. An. 1666. wurde er zweymal nach Eleve abgeschickt,das erste mal schloß er den t6. sehr. eine aüiantz mit demChurfürsten von Brandenburg , und das andere mal den 19.april den ftieden mit dem Bischoff von Münster . Das fol-gende jähr brachte er zu Breda den ; r. jul. die friedens-tra-ctaten mit Engelland zum ende. An. 1668. wurde er als auf«serordentlicher Ambassador nach Aachen geschickt, den friedenzwischen Franckreich und Spanien mit abzuhandeln, welcherauch den z. may geschlossen ward. An. 1671. reisete er in ebendiesem character nach Spanien , diesen Hof dahin zu bewegen,daß er sich wegen denen mit Franckreich habenden streitigkeiken,um einen krieg zu vermeiden, in tractaten einlassen möchte, hatteauch glückliche Verrichtung. An. 1672. folgte er als Depu-tirter der Staaten dem Printzcn von Oranien nach der ar-mer , wollte sich aber hierauf zur ruhe begeben , allein dieStaaten und der Printz nöthigten ihn, daß er sich an. 167z.auf die conftrentz nach Cöln begeben muffe, da er mit gros-ser klugheit den Churfürsten von Cöln und Bischoff von Mun-ster mtt seinem Staat zu verbinden wüste, welche tractatendas folgende jähr unterzeichnet wurden. Er bekam auch an.167;. die stelle eines Curatoris der Universität Leiden, undzuletzt nöthigte man ihn zu den friedens-tractaten nach Nie»

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