258 fab
amt hat er viel jähr lang verwaltet, und in der zeit seine mei-sten schrifften heraus gegeben. Einige monatbe vor seiner letztenkranckhett, beruffte ihn der Churfürst von der Pfaltz nach Hcvdel-bcrg; allein der tod übereilte ihn, ehe er sich dahin begeben tonte.Man hatte ihn vorher nach Utrecht und Leyden verlangt, welcheletztere stelle er auch gewiß wurde angenommen haben, wenn ihnmcht ein brieff eines freundes, oder, wie einige wollen, die liebe zueinem frauenzimmer auf andere gedancken gebracht hatte. Diesehat ihn noch auf andere schwachheiten verleitet; denn als er eins-mals eine reise nach Paris that, suchte ihn Colbert daselbst zu be-halten, that ihm sehr vortheilhafftige vorsschläge, und ließ ihm einhauß miethen; aber ehe sichs jemand von seinen freunden versähe,war Faber wieder nach Saumur gereißt, weil es ihm nicht mög-lich gewesen war, länger von seinem ftauenzimmcr zu seyn; wo-durch er Colberts gunst und kurtz darauf eine besvldung von soothalern verlphr, die ihm der König einige lahr lang halte zahlenlassen. Ohngeachtet er sehr arm war, so gar, daß er auch einmahlseine bidliothec verkauffen müsse, so lebte er doch ziemlich ver-schwenderisch. Er war jederzeit wohl gekleidet und parfümiert,ließ auch öffters gantzc kistlein mit Handschuh, seidenen strümMnund nadeln aus Engelland, wie auch allerhand esscnzen, rauch-werckrmd poudres von Paris und von Rom bringen, um seinefreunde damit zu beschenken. Er war von den vornehmsten leutenhoch geschätzt, als deren freundschafft er sehr geschickt zu unterhal-ten wüste. Seine beständigkeit in der freundschafft ist daraus zu er-kennen, daß er dem Herrn Peliffon seinen Lucretium zugeschrieben,als derselbe in der baitiiie faß, und sich im unglücklichsten zustan-de befand. Er war sehr mitleidig und überaus dienstfertig, kontehergegen lügey, und prahlen nicht leiden. Der zorn übereilte ihnsehr leicht, »ieng aber bald überhin. Er war Wohlgestalt, vonmehr als mittler grosse, und etwas starck von leibe, hatte sehr lan-ge blonde krause haare, und blaue überaus lebhaffte äugen. Ergieng wenig aus, und suchte sein vergnügen im studieren, bey sei-nen kinbern, und in seinem garten, den er selbst angelegt und mitallerhand schönen blumen versehen halte. Wie er großes vergnü-gen in Unterweisung seiner kinder fand, so versäumte er auch nichtdie geringste gelegenheit, dieselben den sich zu haben, und wüstesie so zu examiniren, daß sie dadurch nicht müde gemacht, sondernüberaus ergötzt wurden. Er aß wenig, und pflegte fast immer da-bey zu arbeiten. In der jugend halte er sich gewöhnt lange zu sitzen,aber nach der zeit ist er niemahls über Mitternacht aufgeblieben,und hergegen jederzeit um 4 uhr aufgestanden. Das geringste ge-räusche tonte ihn aufwecken, und so bald er erwachte, stund er auf,wenn gleich andere noch nicht zu bette waren. Diese lebens-art unddie gewohnheit, darausihn sein mcdicus seit einiger zeit gebrachthatte, den wein ungemischt zu trincken, hatte ihm das geblüt so er-hitzt , daß er in seinem 57 jähre in ein hitziges ficder fiel, das ihn in11 tagen ums leben brachte. Ob er gleich in dieser kranckheit mei-stenthcils phantaflerte,so übersetzte er doch 18 fabeln desLochmannsin Lateinische vcrse, die er grossen theils selbst zu vapyr brachte.Als aber das fieber überhand nahm, dictierte er dem Dacier, alsdem eintzigen schaler, den er jederzeit um sich hatte, dieselben indie feder, der sie auch hernach drucken lassen. Er starb den 12 sept.1*7 a, und man sagt, erseye willens gewesen, wieder zu der Catho,lischcn religion zu tretten, wiewohl sich das schwerlich mit seinemVorsatz nach Heydelberg zu gehen, zusammenreimet. Er hat einenjöhn hinterlassen, der viel jähr lang als Frantzösischer Prediger inHolland und Engelland gelebet, aber nachgehends wieder nachßranckreich gegangen, und die Eatholische religion angenommen,ingleichen eine tvchter, die den berühmten Dacier gcheyrathet,und sich durch viele schrifften bekannt gemacht. Von ihm hat manfolgende schrifften: epiftolas criticas ; Anacreontis & Sapphonis car-xnina cum notis; Apollodorum c. n.; Phsrdri tabulas c. n.; Lucre-tiutn c. n. ; Longinum c. n .; vies des Foetes Grecs ; methode pourcommencer les humanitez; Justinum c. n.; Horatium c. n.; Teren-tiumc. n.; Aüiani historiam variam c. n.; Luciani Timonem & li-brutn de morte Peregrini c. n.; Plutarchi vitam Theiei; Xeno-
i >hontis convivium ; Älcibiadem priorem Platonis ; Plutarchum deupersiitione, und andere. MemoircspourlaViedeTanneguileFevre par Graverol; les ürigines de Caen . *
Faber / (Timäus) ein Niederländischer Rechts-Gelehrter, wel-cher von Lcuwardrn in Frießland gebürtig gewesen, und an. >6r;gestorben. Man hat von ihm annocat. jurislib. I &difputat.anni-Yerlar. ad üb. 4 inllit. Justiniani. Andreas bibl.
Faber/ (Vitus) oder Guy du Faur , Herr von Pibrac, Pr-eüdenrdes Parlaments zu Paris, war gebürtig von Toulouse , allwo seinefamilie bereits von rc>c> jähren her sich mit vornehmen Häuserndurch hcyrathen vereiniget, und durch bekleidung der ansehnlichstenehrcn-stellcn grosse Hochachtung erworben. Nachdem er den gründseiner studien zu Paris gelegt, begab er sich nach Italien . Als ervon dar wieder zurück gekommen, brachte er sich gleich anfangs beydem Parlament zu Toulouse grosses ansehen zuwege, und wurdeindem jähre seines alters bey demfelbigen zu einem Rath er-nennet, gleichwie ihm bald darauf in dieser stadt das amt einesOber-Richters aufgetragen worden. Einige zeit hernach gieng ermit dem charadier eines Ambailadeurs aufdas Concilium ÜachTri-dent, seines Königs m, ereile darbcy zu beobachten. Bey seiner zu-ruckkunsst an. i?6<; wurde er Gcneral-Advvcat bey dem Parla-ment zu Paris . Seine kluge aufführung, die er in den bißheriqenrhren-ffellen erwiesen, bahnte ihm den weg zu böhern würden. Ergieng mit dem neu-erwählten Könige Henrico Balesio nach Polen ,M dessen »amen er den von dcr Republic abgeschickten Gesandtenmit grosser beredtsamkeit antwortete. Mäher dieser, nachdem er
fab
den tod seines bruderö Caroli IX vernommen, heimlich in Franck-reich entwich, kam Faber bey den Pohlen in die grosse lebens - ge-fahr, so, daß er kauin in einem dicken wald der wüth des Pohlni-schcn pöbels entgehen kunte. Doch, als er die rasende gemütherdurch seine beredtsamkeit wiederum besänfftigel, nahm er den wegaus Pohlen nachFranckreich,kam aber bald wiederum inPohlen an,in Hoffnung, selbige crone seinem Könige zu erhalten. Ob er nunschon seinen endzweck hierbey nicht erreichte, so war er doch beyseiner zurückkunfft in Franckreich so glücklich, daß meistens durchihn der friede zwischen den Catholischcn und Reformirten befördertwurde. Dieses bewog denKönig Henricum I II, ihm an. 1577 dieCharge eines J'ra iident au mortier bey dem Parlament zu Paris zu ertheilen; gleichwie die Königin von Navarra und der Hertzogvon Anjou ihn zu ihrem Cantzler erwählten. Er starb zu Paris an.1584 den > r may im 5 6 jähre seines alters. Seine gedachte, welcheunter dem namen quacrains de Pibrac bekannt, sind in dieGnechi-sche, Lateinische, Türckische, Arabische und Persische spräche über-setzt worden. Ausser diesen hat man von ihm: Un recueii de remon-stratces ; louanget de la vie ruftique; reponse a la harangue faite aHenri III Roy cle Polcgnt par l’Evbque d’Uladislavie , en Fran^ois&en Latin. Fajchal. in ips. vita. Sammarth. elog. 1 . Thuan, 1 . <;g$i 6 1. item I.80. Catel hilt.de Lang. Blanchardßn iltoir, des pres. deParis . Teijfter eloges t, 2 p. 2; lcq.
Fabertus/ (Abrahamus) Marschall von Franckreich, 6ou-verneur von Sedan, war von Metz gebürtig,und,wie einige melden,eines buchführers söhn. In seinen jungen jähren hielt er sich beydem Hertzoge von Efhernon,Johann Ludwig von Valette, auf, undals er etwas erwachsen, brachte ihn der Cardinal de la Valette nachhose. Hieraufbegab ersich in krieqs-dienste, und erwiese bey allengelegenheiten vortreffliche proben seiner tapfferkeit. Er befand sichan. >ü;6 unter den truppen, welche in Hagenan Proviant bringenmusten, und wohnte in gedachtem mhre der belaaerung von Za.bern, gleichwie an. 16,7 dervon Landrecy , und 2 jähr hernach einerandern von Chivas dey, zu welcher zeit Fabertus Capitain einercompagnie in dem regiment des garde* - oder der leib -wacht wäre.Man beförderte ihne aber noch im jähr 1659 zum Merechai de ba-taille , m welcher Charge er eine esquadroh von dem regiment cle laValette in dem treffen bey Quiers commandirct; bey welchen 2letzten fällen der Grafvon Harcourt, so die armce in Piemont com-manbirte, ihme ein höchst-rühmliches zeugniß seiner darbcy erwie-senen tapfferkeit mittheilte. Nachdem er bey den belagerungcnvonArras und Perpignan , auch in dem treffen bey Sedan gewesen,wurde ihm das goueemement dieser letztem stadt und ihrer vestunaanvMrauet. An. 1040 war er cvmmandirender Feld - Marschallbey erobcrung der vestungen Piombino und Portolongone in Ka-sten , und an. > o;4 nahm er die stadt Etenay hinweg. Vier jährhernach ertheilte ihm der König den Marschalls-ftab, welchen eraber nicht lange geführet, indem er an. 1662 im ü; jähre seines al-ters m Sedan gestorben. Es wäre ihm auch die würde des höch-sten Königl. Ritter-Ordens des H. Geistes zu ende des jahrs iüä»zugedacht; er entschuldigte sich aber bey dem König, dass er in an-sehung seiner herkunfft besten nicht fähig wäre; dann ob man wohlin dergleichen fällen die proben, wie sie von jedem neuen Ritter ein-geleget werden, pfleget anzunehmen, und der König, deme die geburtdes Marschalls nicht unbekannt wäre, schon genügsame anzeigunggegeben, daß er seine proben nicht allzu scharff wolte untersuchenlassen, so meldete doch Fabert, es wäre ihm schon genug, daß ein je-der Ritter dabey schwören müfte, die proben waren gut und wahr-hafftig. Diß ist eine solche großmüthsqkeit, welche bey allen wahrenkenneren der lügend dillich ein schönes lob mcritiret. Sonstenmüssen noch 2 stuck bch diesem mann bemercket werden: Erstlich,daß der Cardinal Mazarini in ihne vor allen andern FrantzösischenOfficiers ein vertrauen gesetzet, sogar, daß er bey seinem ausweichenaus Franckreich aus anlaß der wider ihne erregten innerlichen Un-ruhen seine ni 6 ces, edelgesinnt, samt einer grossen summa gelds nie-mand sicherer zu hinterlegen wüste, als eben diesem Fabert. EsÜbergabe ihme auch Mazarin bey seiner zuruck-kunfft die ausser demKönigreich gesammlete und zu seiner begleitung und sicherheit mit-gebrachte macht, um selbige als oberhaupt zu commandiren, wel-cher dann die schon ob-angezogene stadt Stenay damit eingenom-men. Wie nun dieser Marschall in anderen fachen ein mann vongrossen gaaben und weitem aussehev wäre, also hat er auch an derVereinigung der Catholischen rrligions-verwandten mit den Re-formirten gearbeitet, und nachdeme er sein vorhaben dem berühni-tcn Sedanlschen Theologo Louis le Liane de Beaulieu eröffnet,ihne zu Verfertigung der zu diesem werck dienenden schrifften auf-emuntcret. Man will endlich, Fabert habe gantz eigentlich dieunde und zeit seines todes vorher gesagt. Seine gemahlin ClaudiaRichardina de Clevant, hat ihm verschiedene kinder beyderley ge-schlechts gebohren. Unter den söhnen, wurde Ludovicus, welcherden titul eines Marquis von Fabert geführet, Gouverneur von Se-dan, und kam an. 1069 in dem treffen vorCandia, in welchem er diestelle eines Colonels über das Lothringische regiment bekleidet,ums leben. Von den tochtern ist Anna Dcodata an., 6; 7 eine gc-mahlin Ludovici von Cominge, Marquis von Vcrvins, OberstenHofmeisters des Königs, worden, nachdem aber dieser an. 166; ver-storben, hat sie sich mit dem Marquis von Trelon vermählt. Perraultles hommes illustres t. 2 p. 79. Buffy Kahutin memoires. Memoiretde la minoriti de Louis 14. le Gendrt hist. de Louis 14. Larrty hist.du mbme. *
ßabia / ein gesthlecht der Patriciorum zu Rom , welche laugezeit im sior gestanden, wie dann aus derselbigen entsprossen nnd7 Dktatores > < Magiitri Equitum , 7 Cenlores , 48 Bürgermeister,10 Tribuni militum consulari poteitate, welches amt vfftmahls an
statt