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HallS, und Gertrud«-/ ei««crGräfin von Cderstein. Er brachtees luden Kayferlichen bleusten so weit, daß er vor tüchtig gehaltenward / d«e stelle eines Commendantcn in der vestung Raab zu ver-Irtttcn; da er sich denn sehr vergnügt erzeigte / als die Türcken indem begriff stunden, ihn zu belagern, indem er durch eine reib-lute gegen-wehr seine tapfferkeit der gantzen ivelt zu zeigen entschlos-sn war. Er that ihnen auch % monat lang »»gemeinen wider-stand/biß er »ch den ly scpt. des gedachten iahrs wider alles vermu-then reiolvirte , den ihm anvertrauten ort mit accord zu übergeben.Weil er nun weder an mannschafft noch andern Nothwendigkeitenden geringsten Mangel gehabt , und der ort hingegen von sehr gros-ser wichtrgkeil gewesen/ so fiel «nan auf den argwohn/ daß es nichtniit rechten dingen zugegangen, worinncn man um so viel mehr ge,starcket ward , als ein Cammcr-diener des Bassa , ein gebohrnerSchlcsier/der «r dem Ertz-Hertzog übergegangen/ aussagte/ daß seinHerr/ der Baff«/ 2 sticke voll dncaten an r Personen überliefert hatte/davon einer ein mahI-zeichen in dem gesicht gehabt , dergleichensich unter des Cominendanten dienern befand. Es »vard hieraufder von Hardeck nach Wien cinrt und bey seiner anknnfft nebstallen seinen bedienten so fort fest gesetzt, da es denn endlich dahinkam / baß man folgendes urtheil über ihn sprach: er solle nemlich/nachdem man ihm die Hand abgehauen / und dieselbe aufgesteckt,mit dem sträng erwürget, und erst nach ; tagen begraben, allefeine guter aber contiicuet werden; allein der Kayftr änderte esdergestalt, daß ihm den ,6 jun. an. 159; der kopff, und zugleichin einem augenblick die Hand abgehauen wurde, nachdem er vor,hero eine kleine rede an das volckgethan, und die ihm aufgebürdeteverratherev von sich abgelehnet hatte. Es ward ihm unter andermschuld gegeben, daß er an dem ort, wo sich die feindliche min'werangehänget, damit «nan selbige nicht inne werden möchte, die trom-mcl starck rühren und die niedergeschossenen wercke nicht hätte repa-riren lassen; daß er unterschiedliche an pfeifen übergeschossene bncfeempfangen, und ohne vorwisscn der bcsatzung mit dem feind vonder übergab gehandelt u. s. iv. Thu*n. bist. lib.114. zieg/.schaupi.p. 671. Sehadtm in contin. Sleid.
^ardegsen / eine kleine stadt nebst einem amt und alten schloßin dein Hertzogthum Lüneburg zwischen Eimbeck und Minden, ge-legen. HertzogOtto der quade nahin sie an. 1 r8o Christoph vonRusdorp ab, als er seinen bruder Friderich in dem bett erstochen.
Zttlcr. Tromsd.
hardenberg/ 1) eine kleine stadt in der Niederländischen pro-vintz Ober - Issel, an dem flnß Vecht, zwischen Cövorden undZwoll, etivan anderthalb Teutsche meiken von dem ersten und 9biß» von dem feistem ort gelegen. An. 170« istfie, biß auf diekirche, adgebrandt. 2) Ein schloß und flecken, nebst einer Lerr-schafft, in dem Hertzogthum Bergen, zwischen Elverfeld und Wer-den gelegen, welches den Herren von Berensau zustehet. z*ü. top.
circ. Burg. Tremsd.
hardenberg/ eines der ältesten und ansehnlichsten AdelichenHäusern in Nieber-Sachsen, deren stamm-schloß Hardenberg imHertzogthum Braunschweig > meil von Nvrten aufdein berg Lang-sast gelegen. Es ist zu unterscheiden von dem Adelichen geschicchtvon Hardenberg, so vormals in Bayern llorirt hat, und vorzeitenvon dem Ritter-sitz Beverstein den namen der JnnckcrvsnBever-stein soll gehabt haben. Boldcwin lebte an. 829, und war ein vaterBodonis (welcher an. 8yr Sieghard von Swanringen erschossen)und Cunonis. Jener hat seinen stamm in Dänemarck, dieser aberin dem Stifft Hildesheim fortgepflantzet. Von dessen nachkommenfind unter andern anzuführen: 1) Hans, der an. »4;« dem Ertz-Bischoffzu Magdeburg als Obrister gedienet, und das schloß Gie-bichenstein als Commeadant tapfferäcLncilret. 2) Friderich, deran. 1522 Bischoff zu Brandenburg worden; ?) Christoph, der an.,sü6'gehcimder Rath und Stadthalter in dem Hertzogthum Linie-bürg gewesen; und 4) Friderich Assur,dcr an. i^als Lünevur-gischerObrist-Lieutenant mit tod abgegangen. An. 1714lebte eütut dieses geschlechts als Königlicher Groß - Britannischer undChur -Hanovcrischer Ober-Hof-Marschall, nnd ist er vermuthlichein söhn des vorqedachten Christophs oder Fnderichs Assurn.
Meieri antiq. Pletlen«. Behr append. der .Steinbergischen geneal.Sfangenb. Adelsp. P. 2 p. 219.
hardenberg/ (Albrecht) ein Protestantischer Prediger zuBremen in dein 16 seculo, hatte nach der Auqspurgischen conssMnn18 jähr seine geineine qcledret, erklärte sich aber auf einmal fürdie lehre des Calvini, führte selbige auch in Bremen ein, ungeach-tet alles Widerstandes, den «hm der Rath und seine «.Heg* thaten.Er hatte sich dir gunst des gemeinen volcks,so gar biß ausdie mägdeund andere dienst-botten erworben, mit dessen hülsse er alle diejeni-gen im Magistrat, tpelcfte der Augspmaischen confeffion nicht ab-sagen wollen, absetzte nnd verjagte. Endlich bekain doch derLu-theraner parthevwiederum die vberhand, und Hardenberg wurdeals ein aufrührischer sacramentirer aus der stadt gejagt. Er hatausser verschiedenen streit-schrifften des Wesselii leben beschrieben.Von den Bremischen rroubien hat man eines vertriebenen Bremi-schen Bürgermeisters Dithmari Rencheüi breveni.dilucidam ac vc-ram narrationem.de initiis& progressu controverii* BremarDn Al-berto Hardenbergio m^t-' ,oppositam recenti Icripto ejusdem Har-denbergii de ubiquitate & coena Domini. Was Hißherv vermeldetworden,ist aus den schrifften und erzchlnngen der parthcylichcn fein-den des Hardenbergs hergezogen; wann man aber die kirche zuBremen selbsten höret, so komtnet die fach gründlich also heraus:Hardenberg ist von dem Dom-capitul zu Bremen durch bcförde-rung dessen 8eniori5> Graf Christophs von Oldenburg an. 1547zum Prediger in dem Dom daselbst deruffeu ivorden; als er da
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biß in das achte jähr ohne das'geringste Mißvergnügen gestanden,und mit guter erbauung gepredlget hatte, ttesse ein anderer Bre-mischer Prediger, namens Johann Timann , sonst auch Sote-melck genannt, von A«nsterda«n gebürtig, ein buch in Latemvondem H. Abendmahl ausgehen, barmn er sonderlich die allenthal-benheit des Leibs Christ« weikläufftig behauptete, solches auch vonder gantzen Bremischen geiftlichkeil unterschrieben haben wolle.Da »vegerte sich nun Hardenberg und mit ihm 2 andere Predigersolches zu thun; Timann aber und seine anhällgcrcfiengen so baldan ihneaufden cantzeln zu verketzern, so daß Hardenberg letztlichkein besseres mitte! fände, als sich zu erbieten mit Timann und an-dern nachcr Wtttmdcrg zu gehen , und allda ihre lehre verhörenund untersuchen zu lassen. Als er auch muthmasseke, daß seine an-fangs mir schrifftlich dahin abgesandte erüärrmg von dem gegen«theil unterschlagen w««rde, machte er sich in dem harten Winterselbst dahin, und erhielte eine schrifft von D. Joh. Buqenhagio Po-«nerano, Philippo Melanchthone, Paulo Ebers, Sebast. Frofche-lio, M.Luca und M.Sturwne unterzeichnet, bannn sie die von je-nem in ausdruckung seiner meynung gebrauchte «vvrte: DasBrod ist die gcmeinschafft des Leibs Christi / »pprobirten,seines gcgentheils Worte aber, welches gesprochen.hatte, daß brvdund wem das «vesentliche Leib und blut Christi waren, nicht glei-cher «nassen gut heissen wollen; jedoch tonte dardurch die unglück-liche Verbitterung nicht gehoben werden, und das lästern wider Har-denderg hörete m,unter auf, ja selbst der grosse thell des Raths undder Prediger, wäre ihm zuwider. Dessen ungeachtet aber warenfür ihn einer der 2 Bürgermeistern samt verschiedenen aus deinRath, insonderheit aber fast die gantze Bremische burgerschafft.Der Rath cssirte Hardenberg zu mehrmalen für sich K worüber sichaber , weil er Dom-prediger wäre, die Canonid, als über einen ein»qriff in ihre Jumdiction beschwärten; auch drangen die städteHamburg, Lübeck, Lüneburg und letztlich der Nieder-Sächsischecrayß-tag, zu Braunschweig an. izSi gehalten, sehr hcfftigdarauf,daß Hardenberg durch das Dom capllul zu Bremen innert >4 tu-en aus dasiger Dom-kirche solle weggeschaffet werden. Er zögeierauf auch würcklich ohne Verzug von Bremen weg, hatte aberschon etwas zeit vor diesem crayß-schluß, als er wegen seiner lehre
« viel anfechtung crdulten «nuste, biestlbigelehre, wie er sie ausgangi Musculi Worten über den 68 Psalmen «md übcr das ,4cap.Matthäi, nnd wie solche so gar auch sein Widersacher Timannvorhero in dem obqcmeldten buch mit lob angeft'ihret, aus öffentli-cher cantzel wiederholet, und nachdem auch auf vapiergeschrieben,vor der gantzen gemeind an die cantzel angenagelt. Bey seinem auS-qehen aus der stadt soll er auch deutlich vorgesagt haben, daß nochein rauschendes blatt seine gegner jagen wurde. Er für fich giengedarauf nach Rastcde zu eben biesemGraf Christoph von Oldenburg ,welcher ihn vorhero nach Bremen gebracht hatte; nack) 4 jährenaber machte ihn ein gewisser Juncker Tido von Knipenszum Predt.aer zu Samwcrden;und als er auch da 2 jähr verharret,ihn der Rath der stadt Emden, welche eben um diese zeit ihre mei-sten Prediger durch die pest veriohrcn hatte, zu ihrem 6 'uperimen-den<cti, und behielte ihn 7 jähr biß an seinen wd, der an. ,574. er,folgte. Seiner feinden triumph überfeine austreibung währete inder that nictll lang. Dann als sie mit Hardenbergs vcrstossung nochnicht vergnügt, auch den Prediger Antonium Grevenstein und an-dere, so die gleiche lehre geführt, von ihren diensten trieben und baldhernach gar denBürgermcifterDaniel vonBuren und ubrigeRefor«mirte Rathe entsetzen wollen, und zu dem end Mandata ausgehenliessen, daß bey verlnst des bürger-rcchts keiner sich zu Hardenbergslehr bekennen, noch dieselbe vertheidigen solle, versamntlete sich den, 0 ian. an. ,162 der gröste theil der bürgern, begehrte dieaufhebungdes odgemeldten Mandat , so wohl als die wieder-einsetzung Gre-vcnsteins, welchen ihren Prediger und Seel-svrger man ihnen wi-der ihr wissen und willen genommen, und daß vielmehr einige Pre.diqer von dem gcgentheil, welche in dem schellen und verketzern ßgar keine maaß noch ziel hielten, mochten weggeschaffet werden. Eswurde hieranfdurch einen zwilchcn dem Rath und der burgerschafftausgerichteten verglich das erstere bewilliget; und als die schon ange-deutete Geistliche, welchen man in dem verglich noch verschonethatte, auch hierwider sehr starck schrien, und die verglichs - articulfür ketzerisch von der cantzel schalten, müssen auch sie den abscheidnehmen. Am meisten aber war zu verwundern, daß so gar der einteBürgermeister und die meiste ralhs-gliedere, welche so sehr widerHardenberg und dessen lehre gewesen, ob ihnen gleich niemand zuschaden begehrte,nach aübereits gestillten handeln von sich selbst ausder stadt zogen. T.rwegung der biftoire der erilen R.eligions-mo-tuum. Baytf&c. * , , . „ t w
Harder / (Joh. Jacob) etn berühmter Medicus, wurde den 1 7sept.an.,6?6zuBasckgebohren. Seinvaterware Jvh.Conrad,anfangs Stadt-schreiber und Deputat. hernach aber des Rathsund Dreycrherr daselbst, ein mann von fürtrcfflichem verstand, ge-sundem ludido und grosser Staats-erfahrenheit, welcher nebenseinen wichtigen amts - geschäfften auch in unterschiedlichen an-sehnlichen Gcfandtschafften dem Vaterland mit lob gedienet- AIsdieser «ein söhn schon in dem taten jähr (welches sonderlich damalsetwas rares wäre) in den aidum studiosorum veciput wurde , undzu gewöhnlicher zeit auch den gradumMagisterii erlanget hatte,legteer sich so bald unter anleitung des berühmten Bauhrns und Gla-sers aufbas ihidium Medicum, und wurde Nach einer in Franck-rcich der annomie und Chirurgie halben gethanen reiß an. 1676Doctormedicin«'. Man liesse ihn hierauf nicht lang pn-atim leben,sondern beförderte ihn nach und nach von einer academischcn eh-ren-stelle zu der andem; wie er dann an. 1678 die Profess.Rhetoric «, an. 1686 Phylic*» an. «687 An at. & Botarne», und
an.