Vorrede. vn
zur Gedächtniß des grossen Sterbens oder Pest, so allda A.MCDXXXIX. in noch wahrendem Concilio graßirt, und sehrviel Volcks weggerissen hat, darunter auch etliche vornehmeHerren Cardinale und Prälaten waren, (sintemahl gemeldteöConcilium angefangen Anno 1451. unter dem Pabst Euge-nio IV. und hat gewahret 17. gantzer Jahr, 9. Monat, und27. Tage ) welche allda, und metstentheils in der CarthäuserKirch im mindern Basel begraben liegm. Dann weil Hoch-gedachter Kayser ein sonderlicher Liebhaber und Beförderer ge-lehrter Leute und Künstler war, als haben sich derselben garviele stets um ihn gefunden; Massen eben zm selbigen Zeit dieKunst mit Oel-Farben zu mahlen erfunden worden, von ei-nem Niederländischen Mahler, Johann von Eick genennet,da man zuvor allein mit Wasser-Farben mahlen müssen, sonicht lang dämm können. Nun, wie gemeldr, so habm dieVatter des Concilii dieses löbliche Werck durch einen der be-sten Mahler (besten Namm man doch nicht wissen kan) mitder neu-erfundenen Oel-Farben-Kunst an diesem Ort mah-len lassen. Darbey dann auch wohl in Acht zu nehmen, daßfast alle Stände dmch dieses Werck contresait sind nach demLeben, und eben in solcher Tracht und Kleidung , wie manselbiger Zeit brauchete. Die Figur des Pabst, ist Feltcis V.welcher allda an obgemeldten Eugenii statt vom Concilio er-wählet wurde, eigentliches Bildniß: Des Käysers Figur, istSigismundi; des Königs, ist Alberti II. damahligen Römi-schen Königs wahres Contresait, welche im Concilio anwe-send waren. Die Reimen betreffend, solche sind gleichfallszu selbiger Zeit nach Art der damahls üblichen Deutschen Sprach, und poetischer Ticht-Kunst darbey gesetzt, wie sol-che über jedem Bilde zu sehen, und von Wort zu Wort, wiesie lauten nach dem Originali, Hiebey gedruckt worden. Alsnun dieses Gemählde viel Jahr gestanden, und Alters halbenetwas verblichen , hat es der Löbliche Magistrat im JahrMDLXVHI. wiederum ernemen, und übermahlen lassen ,