4«4
mögliche zu Gefallen thun. Als unsre seliger HerrPastor die Sache erfuhr, hielt er baid darauf überden Spruch: Selig sind die Friedfertigen re. einesolche Predigt vom Proceßiren, und wie schön essey Beleidigungen zu vergeben, daß alle Menschengerührt wurden. Von der Zeit an, ehren und liebenmich nun, wie ihr selbst wißt, alle Menschen im Dorfe,ob ich gleich nicht reich bin; und wenn ein Streit enc.steht, so nehmen sie mich oft zum Schiedsrichter, sodaß die Advocaten gar wenig hier verdienen. Somachts auch, Kinder, wenn euch etwas zu Leid ge.schieht. Bekommt ihr Streit über das Mein undDein, so fragt verständige Leute, welche die Rechteverstehen: ob ihr Recht habet zu streiten und ganz ge-wiß gewinnen müsset ? Habt ihr Unrecht, so klaget nicht:daß ihr nicht noch Kosten und Strafgelder hintennach werfet. Und habt ihr Recht, so stellet es euremGegner liebreich vor, und rathet ihm, auch einen ver-ständigen Mann zu fragen, der nicht von Processenlebt. Will et nicht hören: so rechtet. Ist aber dasRecht zweifelhaft: so vergleicht euch, mit Hülfe einesverständigen Mannes. Ein magerer vergleich istbesser / als ein fetter Proceß. Damit ihr keineZänker und Störer werdet, und euch nicht unnöthigeHändel zuziehet, so leset fleißig im Buche JesusSirach, Cap, 5, V. n —18. Cap. 6, V. 1 —s.Cap. 7, V. i—7. Cap. 8 . Cap. 19, V. 6—18.Cap. 28, V. ro—zo. und thut darnach; und dubesonders, Thomas!
s§. Von