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Cosmographei oder beschreibung aller länder, herschafften, fürnemsten stetten, geschichten, gebreüchen, hantierungen etc
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7226 MGecxviij Das fünfft bůch1 vnd was lands zwiſchen jnen begriffen wirt/ iſt ſo veil als ein inſel iſttrefflichfruchtbar vnnd mit veilen fleckenn beſetzt vnd heißt das vnder Egypten/ diDelta klein Züginer oder Heiden heiſſen es klein Egyten/ aber die alten nennen es DeltamEgyplen, von der dꝛeieckechtige form fo es hat, in geſtalt des G: ie chiſchen bůchſtaben dta der ein triangel macht. Alſo ſpꝛicht man auch das der Rhein mit ſeinẽ ʒweieneüſſern flüſſen vnd dem möze ein inſel macht/ die voꝛ zeiten Bat auja vnd ʒů vnſern zeiten Holand wirt genempt.

Von ſitten vnnd bꝛaͤuchen der alten

Egyptiern.

S ſeind die Egyptern faſt die erſten geweſen vonn denen die anderenHeiden gelernet haben/ geſatzt/ weyßheit/ ſitten vnd gůte bꝛaͤuch ge-nommen. Alſo finden wir daß jnen gezogen ſein/ bey jnen lernẽ/Homerus/Dedalus / Solon/ Plato vn vil andere mer. Dañ wie wolfie Heiden ſeind geweſen/ haben fie doch ſich gefliſſen erbarlichen ʒů leben/ ſo veil erbarkeit im aͤuſſern wandel mag geſpuͤrt werden/ vnnd do mitt ʒjnen gezogen veil außlendiger menſchen/ deren hertzen die erbar keit auch etwasberurt hat. Ir bꝛauch iſt geweſen wan fie ſammen ſeind kõmen in ein wirt-;. ſchafft/ das einer hat getragen auff einem ſtecken ein geſchmeltzt todten bild/ eins oder zweier elenbogen lang/vnd ſpꝛach den diſch genoſſen. Schen ʒů /alſo wie di-fer můſſend jr werden nach eüwerem todt/ darumb trincken vnd freiwen euch nit vil. Ir tranck iſt faſt biergeweſen auß gerſten gemacht/ dañ es wechßt kein weinin innern Egypten. Sie haben getragẽ leinene kleider/geſompt bey den beinen. So ſie jren goͤttern opffertenvnd der künig gegẽ was/ ſchꝛei der öͤberſt pꝛieſter mitlauter ſtim̃ voꝛ dem volck/ vnnd wünſcht lederman ge-ſuntheit vnd glückſ:ligkeit/ erm anet den künig das erg gerechtigkeit hielt gegen den vnderthanen/ vnd erzeletjm was er fur tugent an jm haben ſolt/ wie er gegen deng goͤttern ſolt gors föꝛchtig vnnd geiſtlich ſein/ gegen denmenſchen freünd ſaͤlig/ gerecht/ groß mutig/ warhaff-tig/ freig. big/ ſich enthalten in boͤſen neiglich ketten/ er ſolt minder ſtraffen we-der der ſundig menſch verſchult het/ vnd reichlicher den gůtt haͤtigen begaben/dañ er verdient het/ ſoliche vnd der gleichẽ vcil redt der pꝛieſter vnd begert vonden goͤttern diſer dingen leiſtung/ darnach verbannct vnd ver flucht er die böͤ-ſen/ vnd wan der Fünig auch boͤß was/ purgiert er jn vnd legt alle ſchuld auff(ctne diener die jm boͤſe rhaͤt gaben. letſt ließ man et was lefen auß jren heiligenbuͤchern/ darin ver ʒeichnet waren die thaten/ rhaͤt vnd lere etlicher hochgeach-teter männer/ dar durch der künig bewe gt wurd jren fůßſtapffen nach zufolgeSie gebꝛauchtẽ ſich ſchlechter ſpeiß/ dan man bracht nichts auff den diſch we-der genß vnd kelber fleiſch. Es was auch ein maß geſetzt wie veil einer auff einimbs trincken möcht vnd nit mer/ do mit niemand truucken wurd. Es doꝛfftendie kunig nit leben nach jrem můt willen ſunder ſten dem fürgeſchꝛibnen geſatz nach kommen. Sie mochten nit ein v:theil ſpꝛechen/ doꝛfften nit gelt(amlen/ doꝛfften auch nit einen ſtraffen auß ʒoꝛn oder hoffart oder vn einer anderren onbillicher vꝛſachen willen/ weiter dañ jnen jr geſatz erlaubt. Vnd das ejne

Der Egypti-ſchen klnigvnderrichtũg.