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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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i684. Thomas Sprat , 8. ssheol. Pe»fessor, starb an.175,.

,71;. Franciscus Atterbury, 8. ssheol. Professor, hernachwegen verrälherey des lands verwiesen, starbden 15. sebr. an. »7;2. zu Paris .

17»;. Samuel Bradford, 8. Theol. Dost. vorher Bischofsfiti Carlisle, starb den 28. mayan. 17;-.

17; I. Joseph Wilcox, 8. T. D. LeNeve, fasti eccl.Angl. *NochetaiUade, (Johannes de) ein berühmter Franciscaner-Mönch aus der stadt Avignon , welchen der Pabst JnnocentiusVI. gefangen setzen ließ, unter dem vorwand, daß er durch seineprophezeyungen das gemeine volck unruhig und aufrührischmachte. Dieser mann gab vor, daß die göttliche gerechtigkeitden Hochmuth der Prälaten und die tyrannev der Könige stra-fen würde; zu dessen beweisthum er stch einiger Schrift-stellenaus der Offenbarung Iohannis und den Propheten bediente.An. 1)46. gab er ein buch heraus, worinn er solche dingeweissagete, die das volck erstaunen machten, und unter andernauch dem Königreiche Franckreich eine gäntzliche Verwüstungdrohete. Als nun zu eben berselbigen zeit der König in Engel-land mit einem mächtigen kriegs-heere in die Normaudie ein.fiel, bildete man sich ein, daß dieser Mönch einige unmittelbareoffenbarungen von GOtt, ober doch wenigstens eine erkänntnisvon den geheimnissen der Offenbarung St. Iohannis,woraus ereinen theil seiner Weissagungen genommen, gehabt haben müsse.FroiJJard. hist. & chron. vol. I. c. 11.

)^ochetta, eine kleine stadt in dem Hertzogthum Savoyen ,zwey weilen von Montmeliau, am fluß Gellon, davon die be.nachbarte gegend den titul einer Präfectur führet.

* ^ocheus, (Nicolaus) ein Französischer Medicus in derersten heisre des 16. jahrhunderts, schrieb einen tractal de Mor-bis Mulierum, so zu Paris an. 1542. in 12. gedruckt, auch nach,mals der Spachischen sammlung der 0>nseeiorum , die zuStraßdurg an. M97. in folio heraus gekommen, mit einverlei-bet worden. Er wollte auch noch de Morbis Infantum, deAffectibus Capillorum, de Cerebri Nervorumque Morbis ineigenen büchern handeln, man findet aber nicht, daß selbigeaus llcht getreten wären. Kcenig. btbl. vet. & nov. Linden.re»f>v. p. 84}.

Rochford, eine stadt in der Engelländischen GrafschafftEsser.

)>ochford, (Grafen von) in Engelland. Der erste, welchermit diesem titul unter die Englische Pairs aufgenommen wor,den, war Wilhelm Heinrich von Nassau, ein söhn Friderici vonNassau, Herrn von Znvlestein in Holland , und Maria, einertochter des Baronets Wilhelmi Killigrew, Cämmerers bey Ca-roll II. gemahlin, Catharina. Er verlohr an. 1672. seinen vat-ter» welcher damals General von der Holländischen mfanteriewar, in einer activ« wlder die Franzosen bey Äoerden. An.1688. begleitete er seinen anverwandten, den Printz von Ora.nien, nach Engellanb , und ward nach dessen erhebung aufden Groß-Britannischen thron den 7. may an. 1695. znm Ba-ron von Enfield in Middleftr, zum Vice-Grafen Tunbridge inKent , und zum Grafen von Rochford gemacht. Mit seiner ge.mahlin Johanna, einer tochter des Ritters Henrici Wroth ausder Grafschafft Surrey, zeugte er i.) Wilhelmum, seinen nach,solger in der Gräflichen würde, welcher beyzeiten die profeßionder waffen ergriff, und in dem Spanischen sncceßions-kriege, un.ter dem nahmen eines Vice-Grafen Tundribge, sich durch un,terschiedene tapfere thaten bekannt gemacht; wie er denn auchmit einem dragoner.regiment, worüber er Oberster war, an.1709. nach Portugaü gesegelt, und daselbst gedienet. 2.) Fri»dericum; z.) Mauritium; 4.) Henricum; 5.) Mariam,vermählt an den Herrn Harvel, des Generals Ginckel und Gra.fen von Athlone andern söhn; 6.) Elisabetham; 7.) Henrirttam.

Jieylini, help to English hist. p. 469. Feerage of England, I.P-147-

Rochlitz , eine stadt, nebst einem schloß und Amte in Meis.sen an der Mulda zwischen Leipzig und Chemnitz gelegen, wirdzum Leipziger kreise gerechnet, und gehört dem Churfürsten zuSachsen . Den nahmen hat Rochlitz , oder, wie es Ditmarusnennet, Rogalize, sonder zweifel von den roggen oder fand,steinen, die häufig allhier gebrochen werden. Anfänglich fol.len nur etliche anger allhier gewesen seyn, worauf gewissemever-hdfe gestanden. Im Xl. steeulo aber ist es schon einestadt gewesen. So wird auch zu Kayser Heinrichs II. zeiten ei,ner bürgwarte hiesigen orts gedacht, die zweyen brüdern GrafEckharten und Hermannen gehöret habe. Den Ursprung derGrafschafft Rochlitz suchen einige in den zeiten Caroli AI. un-ter dem Dietrich Graf zu Rochlitz gewesen seyn soll, anderehingegen setzen ihn erst in das 12. jahrhundert: denn zu der zeithat Conrad der grosse, Marggraf in Meissen und Osterland,die provintz Rochlitz von dem Kayser Conrado erhalten, unddiese nachmals auf seinen dritten söhn Dedo gebracht, derdaher Graf von Rochlitz genennet worden. Dieser hat nachseines bruders Dietrichs tode die Marggrafschafft Landsdergoder Osterland und Lausitz erhalten, sich auch Grafen vonGroitsch geschrieben, und ist an. 1190. gestorben. Er verließzwey söhne, Conraben, so ihm im Margqrafthum succedirte,und Dietrichen, Grafen von Sommerseburg und Groitsch;dieser starb ohne linder an. 1207. jener aber an. 1210. mit

Hinterlassung zweyer tochter, von denen Mechtild an Marg-arets Albrecht II. von Brandenburg verheurathet, wahrscheinlichLandsberg an das Brandenburgische Haus gebracht hat. DieGrafschafften Groitsch und Rochlitz aber find an dle Margqra-fen von Meissen gekommen, so männlicher linie nach mit od-gedachtem Conrado verwandt waren, auch die Alarchiam orien-talem von dem Kayser gegen erlegung einer summe qelds er-halten hatten : wie man denn findet, daß an. i, 0. die Graf-schafft Rochlitz und Groitsch nebst andern landen mit ihren ge-rechtsamen von dem Kayser Carolo IV. zu Budißin den Marg-grafen von Meissen Friedrichen, Balthasarn, Ludwigen undWilhelmen » gebrüdern, geliehen worden, so wie sie ihr vat.ter Friedrich und andere vorfahre» gehabt und hergebracht hät-ten. Von ihnen ist Rochlitz an ihre nachkommen gediehen,und dahero annoch bey dem Hause Sachsen , und zwar jetzobey der Chur -linie. In dem kriege zwischen Landgraf Albrech.ten von Thüringen und seinen söhnen Friedrichen und Diez-mannen muste erstlich Friedrich die städle Rochlitz , Grimma und Leißnig dem Kayser Adolphs, der sich darein gemifchethatte, abtreten , allein er nahm Rochlitz an. 1288. durch ei-nen Überfall wieder hinweg. So fieug auch hernach gedachterFriedrich den Kayferlichen vetter und Obersten Graf Phi.lippen von Nassau, und brachte ihn zu Rochlitz ein. Imjähr i?47, ist diese stadt von Churfürst Johann Friedrich von Sachsen eingenommen, und Marggraf Albrecht von Bran­ denburg , so Hertzog Moritzen von Sachsen danials beygestan.den, darinn gefangen, hernach aber die stadt von Mauriliowieder erobert worden. Auch haben an. 16,2. nicht alleindie Kayferlichen stadt und schloß überfallen, sondern auch dieSchweden nach der Lützner schlacht zu Rochlitz quartier ge-macht. Nach diesem hat es sowol im dreißigiährigen kriegevon beyden feiten viel ausstehen müssen, als auch durch feueröfters grossen schaden erlitten, sonderlich an. >6,2. und1681. Sonsten hat Hertzog Iohannis von Sachsen gemah.lin Elisabeth, Philippi Magnanimi Landgrafen von Hessen schwester, hier in die 10. jähr ihren wittwen-sitz gehabt; nach.dem aber an. i?47. Marggraf Albrecht von Brandenburg von Churfürst Johann Friedrichen hier gefangen worden, sozog fie mit gemeldtem Churfürsten von dar nach Altenburg ,und von dannen ins Heßische , darauf sie an. 1557. zuSchmalkalden verstorben. Die stadt hat drey kirchen, diePeters-kirche, die Kunigunden-kirche und die Heil. Geist-kirche,ausser der schloß-capelle. Auf der höchsten spitze des Rochlitzer Waldes sind die herrlichen stein-brüche, derer jetzo sechs vor-handen , davon die steine weit verführet werden, und mehren-theils roth sind. Mitten in diesen steinen wächset das stein,marck, so zu vielen dingen nützlich, und dem bolo Armenogleich geschähet wird. Desgleichen giebt es allhier schöne Mar-mor, jaspisse, chalcedonier rc. So sind auch ehedem bergwer«cke hier umher im gange, und daher das sprichwort gewesen:Das schloß zu Rochlitz stehe aufmarmor-stein, der wald auf lau-term golde, und der galgen auf silder. Heinens historischebeschreibung von Rochlitz . Knaut. prodr. Misn. Chron, Man-tis Seren. C. H. Graunti diss. de antiq. Rochlic. c. 4. Dit-mars Merfeb. chron. unter Leibnit. script. Brunsuic.tom. I.

t Rochow, oder Roch au, (nicht aber Rockaw) eine ur.alte und ansehnliche Freyhercliche und adeliche familie, sosich hin und wieder in Teulschland, absonderlich in der MarckBrandenburg und andern Preußischen landen, am Rhein ,ström, Sachsen und sonsten ausgebreitet, und considerable-ther besitzet. Ihr wapen stimmt mit dem nahmen überein,gestalten sie drey schwartze rochen oder doppelte pferde-köpfeim gölbenen selbe, gleichwie man sie im schach -spiel brauchet,im schilde führen, ist also irrig, wenn Spener drey listendaraus machen will. Einige scridenten halten davor, daß sienebst dem grossen allerthum, auch zugleich von hoher ankunft,und von dem weiland höchst-berühmlen, unlängst aber erlosche-nen Reichs-Gräflichen und edlen Herrn.geschlecht derer vonRochlitz, Wrltmischen stammes, herkämen, und einerley familiewären, wie denn unter andern die Grafen von Rochlitz aucheben dergleichen wapen und insignia gehabt haben. Vid. Lam.

bertum >chajnaburgenjhn. Melch. Matthefium &c. So viel

ist gewiß, daß das geschlecht derer von Rochow von vielenjahrhunderten her in flor und ansehen gestanden, davon ihrebekleidete vornehme bedienungen und erhaltene viele Ritterli.che würden klares zeugnis geben. Nach etlicher geschicht.schreiber meynung sollen die von Rochow vor fast tausend jäh-ren, wegen vielen debrängnis und beunruhigung, so der Adelvon den Schweitzerischen städten sich über den hals gezogen,ihre alle vätterliche sitze im Breißgau, Elsaß und dasigen ge.genden verlassen , hierauf unter Kayser Carl» dem grossenkriegs-dienste gethan , und den blutigen feldzügen wider dieSachsen und Wenden beygewohnet haben. Johann Stum-vfens Schweitzer-chronick. Aventini, Thurmeyers Bayeri-sche chronick. Seatus Rhenanus. Unter Kayser Heinrichdem Vogler sollen sie umS jähr 926. in die Marck Bran-denburg gekommen seyn, nachdem sie die Wenden daraus ver.trieben, und die stadt aufm Evs erobern helffen. Andreas Angelus , in der Märckischen chronick. Reinerus Reinec.cius, in seiner Märckischen genealogie. Laut der lurnier.dücher ist bereits im jähr 968. ein Ritter aus diesem geschlech.1e, nahmens Arnold von Rochow, auf dem turnier zu Mer-

seburg