r o g
dem er 70. jähr gelehrt, und seit 40. jähren Meßina erobert
hatte. Hiß. de sorigine du Royaume de Nafks.
* Rogerius II. oder nach andern III. genannt, König in©teilten und Neapolis, auch Hcrtzog und Graf von Apultenund Caladrien, war des vorhergehenden Rogerii anderer söhn.Sein bruder Simon folgte zwar feinem vatter in der regte»rung , und wurde Graf von ereilte», weil er aber nicht län-ger als ein jähr noch lebte, so bekam dieser Rogerius Stel-lten ; nachqehends machte er sich auch metster von Calabrien und Apulten, weil Rogerius seines valkers druders söhn, derFürst von Apulten, und dessen söhn Wilhelm ohne erde» mittode abgegangen. Weil nun unser Rogerius hierdurch einengrossen zuwachs an macht bekommen hatte, nahm er denKöniglichen tilul an, und ließ sich zu Palermo erönen. Die-ses wollte den Römischen Päpsten , weil es ohne ihr vorwtssengeschah, und Rogerius sich einen König von Italien nennete,gar nicht gefallen, und Honorius II. that ihn deswegen inden bann, Jnnocentins II. aber zog gar wider ihn zu felde,und belagerte ihn in einem orte des Königreichs Neapolis.Doch Rogerius ward durch seinen söhn Wilhelm erlöset, wel-cher die delagerer in die siucht schlug , und den Papst nebst ei-nigen Cardinälen zu gefangenen machte. Rogerius begegnetedenselben gar freundlich, und sthenckte ihnen ihre freyheit,daher der Papst zur danckdarkei.t ihm nicht allein den König-lichen titul beylegte, sondern ihm auch so gar die stadt Nea-polis nebst der landschafft Lavoro abtrat. Da immitelst dieRömer Anacletum auf den Päpstlichen stuhl gesctzet hatten,und also ein grosser zwiespalt in der kirchen entstund; erwehl-te Rogerius dessen parley. Indessen suchte sich Rogerius Mei-ster zu machen von dem Beneventanischen und Avellinischen;schickte dahero den Grafen von Avella nach Rom an den Papst,als einen Abgesandten, und nahm in seiner adwesenheit diestadt ein, und die gemahlt», kinder und viele andere gefan-gen. Allein der Graf nahm hülfs - völckcr an, und hatte dasglück im jähr n;r. eine schlacht zu gewinnen , und alles dasseinige wieder zu bekomme». Im jähr 11*4. nahm RogeriusBenevento und Capua ein. Endlich aber machte doch derPapst Innocentius mit hülffe deS Kayftrs Lotharii dem Ro-gerio und den anhängern des Anacleti, welcher mittlerweilegestorben war, in dem n)7- jähre so viel zu schaffen, daß Ro«gerius nach Sicilien entweichen und geschehen lassen muste,daß seine länder in Italien Ranulpho gegeben wurden. DochRogerius brauchte nicht grosse mühe sich derselben zu bemäch-tigen. Denn so bald als er erfahren, baß Lotharius weggezo-gen , griff er Ranulphum an, und ob er gleich zu lande an-fangs nichts ausrichtete, war er doch zu schiffe glücklicher,und nahm darauf Benevento von neuem ein. Im jähr u; 9.aber starb Ranulphus, der von dem Lothario Caladrien undApulten bekommen, und bisher mit ziemlichem glück widerRogerium gefochten halte. Darauf gieng Rogerius mit derarmee alsodald in diese länder, und eroberte sie mit leichtermühe , weil er keinen widerstand fand. Innoeentius aberkonnte das nicht leiden, iiud nachdem er ihn zuvor in denbann gethan, gieng er persönlich mit einer armee auf ihnlos. Allein er hatte daS Unglück den 19. tut. durch Hinterlistgefangen zu werden. Darauf wurden gleich fnedens - Hand-lungen vorgeschlagen, und auf den 2;. jultt zu ende gebracht.Dadurch ward Rogerius des bannes befreyet, von Innocen-tio zum Könige von Stellten geerönel, sein söhn zum Hertzogevon Apulten und Catalonien gemacht, und bekam zugleich Ca pua . Darauf gieng Rogerius nach Troye, wo Ranulphusbegraben lag, wollte aber mcht eher ttt die stadt kommen,bis fein cörper aus dem grabe genommen, und ausserhalb derstadt getragen oder vielmehr geschleppct, und endlich m einensumpf geworffen worden. Da er sich nun in einem friedsa.men besitz dieser länder sahe, kehrte er seine waffen gegen Afti-ca, eroberte Tripoli, nebst einigen andern Plätzen, und machtesich den Fürsten von Tunis zinsbar. Nach so vielen progresisen ließ er auf seine degen - klinge stechen:
Apulus & Calaber, Siculus mihi servit & Äser.
UM dadurch anzuzeigen, baß er diese landschafftcn durch seinetapferfeit gewonnen. Hierauf bekriegte er auch den Griechi-schen Kayser Emanuel, welcher an.-1147. Kayser ConradumIII. und Ludovicum VII. auf ihrer ereutzfahrt nicht alleinübel tractiret, sondern auch gar den feinden verrathen halte.Denn kaum hatte Rogerius diese schandlhaten erfahren, sonahm er sich vor, solches nachdrücklich zu rächen, gieng miteiner ansehnlichen flotte von Olranto aus, griff alsodald Cor-fu an, und verwüstete nach dessen eroberung gantz Griechen land 1 wobey er unglaubliche beute bekam. Emanuel giengauch zu schiffe, belagerte Corfu drey monat laug < und büßteviel volck ein; endlich aber musten sich doch die belagertenaus Hunger ergeben. Darauf wollte er auch anfSictlien losgehen, allein der wind war ihm zuwider, darum war er zu-frieden in Servien einige vrter auszuplündern. Rogeriusgieng mit der flotte »ach Chalcis < und fand in dieser insulseidenmacher, welche er mit sich nach Sieilien nahm, vondar sie nach Italien kommen. Er schlug auch unter anfüh-rung seines Admirals Gregor» die Griechische flotte, und er-rettete Lndovicum Vll. welchen die Gothen auf der rückreiseqecapert hatten. Im jähr 1149- war Rogenus unglücklich,denn Emanuel schickte einen berühmten Admiral, Paläologtnn,
r 0 g 1199
aus, welcher des Rogerii trouppen in Italien sthluq. Dasfolgende ,ahc hingegen erholte sich Rogerius dergesialt, daßEmanuel um friede bitten muste. Im jähr nzr. aber giengRogenus mtt lobe ab, nachdem er viel Mühseligkeiten über»standen, und sich einen berühmte» nahmen gemacht hatte.Er hatte mit seiner gcmahlin Elvira drey söhne, wovon zweybey ictnen lebzctten verstorben waren, und eine tochter erzen«get. Einige glauben, daß Rogerius drey gemahlinncn gehabt,und dag die letztere^ Beatrix genannt, ihm die Cvnstantiamgebohren habe. Lein söhn Wilhelm, der böjd oder dersckffimtne zugenannc, folgte ihm in der regierung, und seinetochter Constantia ward schon bey ihrer zarten jugcnd in eintloster gesteckt, weil der Abt Joachim sollte vorher gesagt ha-ben , daß ge, wenn sie sich temals vermählte, Italien in feuerUNV flammen setzen wurde. Flavius Elondus , decad. II. lib.V.Felinus Sandern, de Reg. Sicil. & Apul. Hugo Falcandus ,in liilt. de rebus geftis in Sicil. Regno. Themas Fazellusdecad. II. lib. VII. c. 1. seqq.
Rogerius, Wilhelms des dösen, Königs in Sicilien,ältester john , wurde von den Sicilianern, die sich wider sei-nen vatter empörten, mit einem pfeile verwundet. Die wun-de war zwar an sich nicht tödtlich; doch als er seinem vat.ter wegen seiner enlkommung aus der gefangenschafft, woreinthu leine auftührische Unterthanen gebracht hatten, glück wün-schen wollte, wurde dieser tächzornige Fürst so entrüstet, daßer ihn mit einem fusse von sich stieß, wodurch die wunde wie-der aufbrach, und sich dergesialt verschlimmerte, daß er dar-über zu grabe gehen muste. Andere sagen, Wilhelmus hättelich daher so entrüstet auf den söhn Rogerium, der damalsein Herr von 9. jähren gewesen , weil er von den redellen aufden thron gesctzet worden, baß er ihn, ob er gleich unschuldiggewesen, mit den fussen zu tode getreten.
Rogerius, ein Teutscher, dessen geschlechts - nahmen undabsonderliches vatterland sich nirgends aufgezeichnet findet,ward wegen feiner grossen wissenschafft, sonderlich in den Rech«ten , von Innocenti » IIl. unter die Cardinäle aufgenommen,und als Päpstlicher Legat nicht nur an den Kayser FridericumII. »ach Sieilien, sondern auch nebst dem Cardinal Creseentioan die Könige von Dänemarck, Schweben und Böhmen ab-geschickt ; da er denn in dem letzt-genannten Königreiche die un-ter der Clerisey entstandene Uneinigkeiten glücklich sttllete. Erstarb an. 121z. und hinterließ unterschiedene schriflen in manu-scnpto, welche durch den Hertzog von Alcala, SpanischenAmbassador ttt Rom, nach Spanien gebracht worden. UgheUi .
Ciaccon. Oldoin.
Rogerius, Bischofs von Salisbury in Engelland. Erfolgte beständig des Königs von Engelland Wilhelmi I. drittensöhne, Henrico, als derselbe bey vielfältigen glücks-veränderun-gen mehcenlhetls in einem sehr armseligen zustande lebte, undadministrirle in währender solchen zeit dessen ausgaben undeinnahmen mit grosser treue, daß selbiger Printz, nachdem eran. 1 100 . den Englischen thron bestiegen hatte, ihn zum Lord,Ober - Richter des gantzen Königreichs, zum Lord - Cantzlerund zum Lord - Schatzineister, auch in Staats - affairen zuseinem vornehmsten Minister, und so oft er selbst ausserhalbdes Reichs war, zum Vice-König von Engelland machte»Allen diesen wichtigen ämlern stund er mit sonderbarem rühmvor. Doch in seinen letzten jähren gab man ihm schuld, daßer sich bestechen, auch fönst gar zu sehr angelegen seyn liesse,grosse retchthümmcr zusinnmen zu bringen, wovon er das mei-ste zu aufführung prächtiger gedäude anwendete, insonderheitzu dem bau der vier vesten castelle zu Deviseszu Malmesbu«ry, zu Newarck und zu Sherdurn, wie auch zu Verbesserungdes castells von Salisdnry. Nachdem die^;;. jährige regie-rung seines Wohlthäters, des Königs Henrici, mit dessen todesich geendiget, erkennte er zwar, nach dem exempel der andernGrossen, Stcphanum, Grafen von Boulogne, vor einen Kö-nig von Engelland, welcher auch darauf seinen enckel, Ale'xan-drum Bischoff von Lincoln , zum Lord-Cantzlec, und seinen an-dern enckel, Vigellium, Bischoff von Ely , zum Lord -Schatz-meister erncnnete; allein man konnte aus vielen umständeikschlicssen, daß er unter der Hand des verstorbenen Henrici toch-ter , Mathildin , auf den thron zu erheben trachtete. Stepha,nus suchte deshalden bey qelegenheit der vberwehnten castelle,und einer beleidigung, welche durch seine leuthe dem Grafen vonBretagne widerfahren war, eine ursach an ihn, bemächtigtesich aller ihm zugehörigen örter, inqleichen seines in 400-20.marck bestehenden schatzes, und ließ ihn selbst gefangen setzen.Wiewol nun der Päpstliche Legat und die Englische Clerisey mitgrossem Nachdruck seine restttulion begehrten, so kam er dennochnicht los, sondern starb bald hernach in solchem verhafft, nichtsowol von hohem aller, als vielmehr von bekümmerniS. Sum.Danid’s Life of King Henry I. and K. Stephan.
Rogerius, ein alter Nechtsgelehrter des XII. fa:culi, lebt«zu Bologne zur zeit des Martini und Bulgari. Er ist dererste, welcher über das vigellum infortiatum glossen verferti-get , welche arbeit damals sehr nöthig war, weil die Lrofelfo-res nach ihrer verderbten lehr - art nur das vigellum vecua undden vodicem in den ordentlichen lectionibu« erklärten, dieandern theile aber entweder gar nicht vor die Hand nahmen,oder doch nur denjenigen, so ihnen diese arbeit besonders be-zahlten , vorlasen. Er ist auch der erste gewesen, der die Jur*
justi«