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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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so liesse er sich durch keine io. pferbe abhalten, bey ihm in dieschule zu gehen rc. Mit recht also machte sich Rothe aus einemsolchen brief-wechsel, dergleichen leichtlich niemand wieder er-langen und gemessen wird, ein vergnügen, es bestund auchsein meistcr zeitverlreib darinnen, nachdem er seit vielen jährendurch einen zufall am schenckel verhindert worden, daß ernicht mehr hat ausgehen können. Im jähr 172;. starb ihmseine ehelichste, mit welcher er lange jähre, wiewol ohne lin-der , jedoch sehr vergnügt gelebet hatte, und endlich folgte erihr an. 1729. im oct. im tobe nach, welchen ein steckfluß be-förderte , zu grossem leidwesen derer armen, die an ihm einenreichen Wohlthäter verlohren. Manusa.

* ?>othe, (Matthias) wohlverdienter Pastor zu Herford ,war den 24. ftpl. an. 1642. zu Bvckhorst in der GrafschafftRavensberg gedohren, und studirte zu Bielfeld und Zeitz ,gieng an. 1664. nach Jena und im folgenden jähr nach Letp,zig, wurde an. 1669. seinem vattcr abjungirel , an. 1674.aber an die Münster-kirche zu Herford deruffen, wo er an..1686. das Scniorat und die Jnspeclion über den kirchen-baudaselbst erlangte. Im jähr 1726. war er schon ein jubilamsvon Mtnisterial - jähren, starb aber im darauffolgendenjähre den 4. nov. nachdem er 40. jähr in selbiger Dioeces Se-nior des gantzen Minister» gewesen. Er hat viele wohl aus-gearbeitete predigten und andere schriften hinterlassen, darun-ter auch ein tractat von der Hoffnung Israelis zu seiner Be-kehrung aus Röm. Xl. 2?. seqq. zu Leipz. an. 17,;. in 4.im druck heraus gekommen. Rolle , nov. litterar. W eftphal.p. 228. Fortgesetzte Sammlungen von A. und £ 7 .1726, p. 377· und 1729. p. Ü87. Grossens Iubel-Priester-hi-storie, P. II. p. 18;.

Aothenburg, siehe Rotenburg .

Lothen-tNünster, em Frauenzimmer-Stift, Cistercienstr-ordens, zwischen Rothweit und dem Fürstenbergischen, fastan dem Ursprünge des Neckers, wo der kleine stutz Breym sichmit demselblgcn vereiniget. Es gehören darzu etliche dorf-schafflen , und die Aeblißin desselben ist ein unmittelbarerReichs-und Kreis-Stand, davor sie schon das register derReichs-Stande, welches Kayfer Friedrich III. an. 1471. zuRegenspurg verzeichnen ließ , erkennet. Wie sie denn auch dieReichs - abschiede zu Speyer an. 1,26. 1529. und 1542. zuAugspurg an. iz66. und zu Regenspurg an. 1541.1549.160;.1613. und 1654. unterschrieben hat. Die stifterm soll Hemma,eine gemahlin eines Barons von Wstdenwerck, gewesen seyn.rLurop. Herold , k. I. p. 599. Meriem. topogr. Suev. voceRotenmünster. Bruscbiui, de monast. Bucelin. Germ. sacr.

Z^othenthurn, eine vestung und paß in Siebenbürgen ge-gen die WaUachey, zwey Meilen von Hermanstadt, an dem stutzAlauta gelegen.

* Rother, ( Gottlieb) ehemaliger Pfarrherr zu Groß-Wil-ckau im Briegischen Fürstenthum. Er war zu Breßlau, all-wo sein vatter, Johann Heinrich Rother, bürger und schnei,der gewesen, an. 1630. den 28. sept. gebohren. In seiner er-sten lugend war er immerzu kräncklich, daher ihm sei» vatter«inen eigenen Hauslehrer halten muste; im n. jähre aber wur-de er nach Bernstadt an den tisch und unterricht Matlhäi Ni,ckels, dasigen Conrectvrs geschickt, und nach 6. viertel jährenin das Gymnasium Elisabeth, zu Breßlau befördert. Nach-dem er daselbst 5. jähr in der ersten ordnung gesessen, zog ernach Leipzig , wo er wegen der abwesenden geld-mtttel nichtvöllig drey jähr bleiben können, dcmühete sich aber doch unterden damals berühmten Lehrern diese zeit wohl anzuwenden.Im jähr 1707. bekam er den beruf nach Grvß-Wiickau, wo-bey mcrckwürdig, daß, als er zu Allenburg eine Mittags-predigt gehalten, der dasige Pfarrer nach verrichteter predigtihn getröstet: es würde ihm auch wohl gefallen, wenn er ein-mal nach erhaltenem amte bey überhäuften predigten würdevertreten werden, er im schertz geantwortet: O ja mein be-ruf liegt schon zu Hause auf dem tische, und als ernach Hause kam, überreichte ihm sein untergebener, ein jun-ger Herr von Schmetzing, einen mit der post angekommenenbrief, darinn er die Nachricht fand, wie es die Göttliche Vor-sehung gar sonderlich gefüget, daß er zu gedachter Groß-Wil,ckauischer kirche wäre vorgeschlagen worden. Daselbst hat eraber allerley wider einander Muffende zeitungen gehöret, bis erden 17. jan. von Wien aus, von dem damaligen Lehns-Herrnwürcklich den beruf erhalten , worauf er den 27. jan. inBreßlau ordiniret worden, und nach abgelegter gast-predigtam 3. sonntage nach Epiphanias , den 2. febr. das heil. Pre-dig-amt würcklich angetreten. Noch in eben diesem jähre be-gab er sich in den ehestand mit jungfer Regina Elisabeth,gebohrner Albrechtin, von Altendurg aus Meisten, in welcherehe ervonGOtl nistn, lebendigen Andern gesegnet worden.Zeit seines Predig-amts hat er vier Lehns-Herren gezehlet, auchist ihm der kirchen-thurm-bau anvertrauet worden ; inglejchenhat man zu seiner zeit die kirchen-becke aufs zierlichste gemah-let, wobey er aber an. 1729. den 3. nov. von des mahlersrüstung einen tobtlichen fall gethan, der ihn mit verrückungdes lincken augs beständig, ja bis ins grab niedergedrücket hat.Zehen Wochen vor seinem ende wurde er von einem steckflusseüberfallen, worzu sich eine geschwulst an den schenckeln erei-gnete, als es sich aber gegen das Iohannis-fest zu einiger bes-

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serung anließ, beschloß er am gedachten tage wieder zu pre-digen ; aber nach gehaltener predigt fand sich das stecken vielheftiger wieder ein, m welchem zustande er bis auf den 3.jul. verblieben , an welchem tage er in dem 56. jähre seinesaltcrs und dem 29. seines amts gestorben ist. Wie er GOrtund seiner gemeinde mündlich zu dienen beflissen war, so hater es auch schriftlich durch unterschiedene erbauliche und nütz-liche arbeiten gethan. Noch in seinen studenten -jahren hat erheraus gegeben: Das Vatter Unser der bäkenden Christen.Bey seinem amte aber: 1.) Den gesammelten Lieder-Kern miteinigen gebäten, Striegau in länglicht 12. 2.) Die Anwen-dung der sieben Bitten , nach den sieben Wochen - Tagen ,Schweidnitz in 12. 3.) Eine doppelte Buß-Woche sich erin-nernder Sünder und von GOtt geliebter Kinder , Breß-lau , ist erst etliche wochen nach seinem tobe aus der presse kom-men ; 4.) Lederecht und Ehregott, brüderliche Unterredungvon der eigentlichen Beschaffenheit des verwirrten Zustandesund erbärmlichen Verfalls der Gottseligkeit, sonderlich dieprivat - Versammlungen einiger Christen betreffend ; 5.) Lebe-recht und Ehregott, adgenothigke Ehren - Rettung des Ge-sprächs. Verfertigt liegt noch i.) Ein andächtig Wetter-undErndlen-Büchlein; 2.) Ein Gebät-Buch vor Bauers-Leuthe;3.) Ein »11.1723. gehaltener Jahrgang in 3. mal 3. schönenDingen eines rechtschaffenen Christen, nemlich aus jedemEvangelio durch das gantze jahr 3. heilige Glaubens-Lehren,

з. nöthige Lebens-Regeln , und 3. nützliche Todes-Gedancken.Gelehrte Neuigkeiten Schlesiens aufs jähr 1727. p. 4?.

и. ftf.

7 votheram , eine stadt in der westlichen gegend der provintzJorkshire in Engelland , an dem flusse Dun, worüber daselbsteine feme steinerne brücke gehet. Sie ist insonderheit deswegenberühmt, weil Thomas von Rotheram, Ertz - Bischoff vonAork, einer von den stiftern des jogenanten Lincoln-GoIIegijm Oxford , in dieser stadt gedohren worden, und auch davonseinen nahmen bekommen hat, wie er denn auch seine sonder-bare liebe gegen diese stadt dadurch erwiesen, da er gleichfallsdarinn ein Gotlegium nebst 3. schulen zu Unterweisung in derGrammatic, schreibe-kunst und Music gestiftet hat.

, )>Othes Meer, lat. Mare Rubrum, Erythraeum, Azanium ,lt. Arabicus Sinus, ist fin «nn von dem Indianischen oderAe-thivpilchen mcere, welcher Arabien von Aftica und Egyptenabsondert. Die Araber nennen diese sie Buthiel Calzem, diesee Calzem , von einer stadt dieses nahmens. Die Hebräernenneten es Iam Suph, oder das Schilf-meer. Weil die fär-be bes waffers von wegen dem rothen fände und kies, so amboden liegt, roth scheuet, ob es schon an sich selbsten, wo manes heraus schöpfet, gantz klar ist; so hat man nicht zu zwei-feln, daß nicht der nähme davon entstanden sey. Daheroman solchen gar nicht von Esau , so dem zunahmen nach Edom ,das ist, Roth geheissen, und sonst an diesem meerc gewöhnet hat,auch vielleicht wohl der alte König Erythräus, dessen die Grie-chische scribenten gedencken, seyn mag, herholen darf. Gegennorden zu ist diese see wenige meilen breit, wie Mr. Thevenot an-mercket, welcher an derselben ufer > n 9. tage lang gereiset lst.Sie ist enge und voller klippen, dahero den see-fahrenden gefähr-lich, um welcher und andern Ursachen willen anjetzo nicht vielschiffe darauf gehen , nachdem man den weg nach Indien umAftica herum erfunden hat. Dieses mecr hat davon, daß diekinder Iirael bey ihrem auszuge aus Egypten trocken hindurchgegangen, einen ewigen nahmen erlanget. Sonsten ist es vondem Mittelländischen sieden tage-reisen abgelegen. Die schiffe,welche darauf segeln, werden zu Calzem gebauet, und haben allewegen dem untiefen meere platte boden. Derjenige theil vondemselben, welcher zwischen Äugie in Egypten und Giotta, demHafen von Mecha lieget, kan innerhalb 24. stunden übersegeltwerden, und hat viele klippen und viel seichte örter, wie auch ei-nige kleine insuln, welche im Winter keine einwohner haben, aus,genommen Nevman und Roman, welche von SamaritanischenIüden bewohnet wird. Bey Babel-Mandel kommt diese seemit dem Indianischen meere zusammen,und läuft von dar nord-westwärts. Auf der östlichen feite hat sie Tehama und Hagiaz,zwey provintzien von dem glückseligen Arabien, Aladian, Äilanund Taran, und drey städte von dem felsichten Arabien; untenist Calcem (Sues) gegen abend liegt Egypten , und sodann Ae-thiopien. Man mercket an, daß man mitten auf dieser see garsicher schiffen könne, sowol bey tage als bey nacht, weil die ge,gendsehr klar Wasser hat, und r;. bis ;o. klaftern tief ist; alleinauf dem öst-unb westlichen theile davon, insonderheit gegen dasufer zu, könne man wegen der vielen klippen und des seichtenWassers nur bey tage schiffen, dazu die erfahrensten schiffer vonder insul Babel-Mandel genommen werden müssen. Die Tür-cken lassen bis aus den heutigen tag nicht gerne andere schiffe aufdieser see gehen, als ihre eigene, nachdem sie von den Portugie-sen durch ihre räubereyen sehr aufgebracht worden sind. Esgiebt allhier starcke ebben und siuthen, weswegen einige ohnegründ vorgeben dürfen , daß die Jsraeliten zur zeit des abfluffeshindurch gegangen, und hingegen die Egyptier von der zurück-kommenden fluth überfallen und ersäuft worden wären. Sonstenwerden in diesem meere längst den küsten von Aber, um die insulDalaca, und noch an einigen andern orten sehr gute perlen ge,funden. Auch bringet es sehr schöne corallen. lihronymus , inonomastico. Bocbart.tkc. Hornius, ant. geogr. p. n. *

*Rothius,