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Rhein fließet, daher» er vor alters Lippermund soll geheißenhaben, liegt in einer sthr angenehmen gegend, und ist mit frucht-baren feldern umgeben. Er ist vor diesem nur ein Dorf gewesen,wobey die Römer eine bürg erbauet, um den Teutschen dasstreifen über den Rheinstrvm zu verwehren ; nach diesem ister zu einer stadt gemacht, und von dem nächstgeiegenen Walde,darinn sich viel wieset aufgehalten, welche täglich dahin ge-kommen , Wesel genennet worden , daher» auch die stadt dreyWiesel in das wapen genommen. Es irret daher Pighius,der ihren nahmen von dem Römischen General in Nieder-Tcutsthland, L. ViseUio Varrone, wie auch Melchior Fasolt,der ihn von der Colonia Fiesulana herführet. Jedoch sind dieRömer öfters in dieser gegend gewesen , und hat der bey demTacito bekannte Sylva Ciciia sich auch bis an Wesel erstrecket.An. 779. hat Caroius M. die Sachsen zwischen diesem orte undBuchold geschlagen, desgleichen hat Kayser Otto wider seinenbruder Henricuin und seine gehülffen Ederhardum, Hertzogvon Francken, und Giseiberkum, Hertzog von Lothringen ,hinter Wesel an. 9;9. einen grossen sieg erhalten. Diese stadtgehört unter die Herrlichkeit Dinßlacken, so ein Reichsstnannlehnwar, weil der männliche stamin abgegangen , lind Graf Die-trich V. von Eleve die einzige noch übrige tochter aus selbigemgeschlechte geheurakhet, hat ihn Kayser Friedrich II. «11.1220.mit dieser Hcrrschafft aufs neue belehnet. An. 129°. hat derKayser Rudolph von Hadsdurg diese stadt Graf DietrichenVIII. wieder verliehen, und wiewol auf dem an. /49;. zuWoriiis gehaltenen Reichs - tage der Kayser Maximilianus l.diese stadt unter die Reichs - städte gezehlet, ist sie doch vonden Landes - Fürsten gegen den Kayserlichen Fiscal vertretenworden. Nachher zeit ist sie mit in dem Hanseatischen blindegestanden, hat auch stattliche Privilegien erhalten. Zu anfan-ge des Niederländischen kriegs rekirirren sich die aus Flandern vertriebene Niederländer und Brabanter dahin. An. 1586.wurde sie durch den Hertzog Alexander von Parma hart bela-gert, und an. >598. hat sie der Admirante von Aragonicn, Mcn-doza, scharf bedrohet, auch von ihr eine grosse summe gelbes er-presset. Nach abgang der Hertzoqe von Eleve bemächtigte sichder Spanische General Spinola, durch Übergabe den 5. sepl. an.1614. dieses orts, und behielten selbigen die Spanier gautze 15.jähr, bis die Holländer sich desselben durch Ottoncm, Freyherr»von Gent , den 19. aug. an. 1629. durch eine kriegs-list wiederbemächtiget. Nach der zeit ist solche stadt, nebst dem Hertzog.thum Eleve, an das Haus Brandenburg gekommen , auch vonseidiger zeit an immer mehr, sonderlich,zu anfange desXVIll.faeciili, bevestiget worden. An. 1-72. übergab der hiesige Com.mendant allzu zeitig den Franzosen diese stadt, weswegen er sei-ner ehren entsetzt, seiner güther beraubet, und das schivecdt vondem scharfrichter ihm über den köpf gezogen wurde. An. 1674.aber musten die Franzosen diesen ort wieder verlassen. Anna/.Francor, ad an. 779. Regina, ad an. 919. Sigtbert. Getnbl. ad an.942. Steph. Vtnand, f’igbius, in Hercule prodicio p.97. Teschen -m icb. Clivia. Werdenb. de Rebuspubl. Hanseat, tioppii beschr.des Hcrtzvgth. von Eleve. Setlii Vesaiia.
VOeseit, lat. Guescha, ein grosser wohlgebauter flecken inder Evdgenvßischen landschafft Gastet am ende des Wallenstät-ter-sees gelegen. Es ist daselbst ein ftarcker vaß, eine .stattlichenicderlage dcr kaufmanns -güther und eine stäte schiffahrt.
N leienbeciu s, (Petrus ) ein berühmter Niederländischer Rcctüögciehrrer, war aus einem vornehmen geschlechte, vonWesenbck, entsprossen, dessen noch von diesem Petro besessenesstamiu-haus in Brabant gelegen ist , und neben einigen dazugehörigen dörfern eine ziemliche Herrschafft ausmachte. Erselbst war an. 1487. gebohren, studirte anfänglich zu Löven,hernach aber zu Paris , und setzte sich endlich zu Antiverpen,allwo er sich an eine reiche wirtwe, Barbara von Cilies , ver-heurathete. Er wurde hierauf bald i» den Rath daselbst auf,genommen, und ließ einen sonderbaren etfer vor das gemeinebeste von sich spüren, wie er dem, von seinein schönen vermö-gen den armen viel gutes that. Er starb an. 1562. den 18.sehr. Seine söhne waren, Andreas , der zu Löven unterMudäo seine siudien trieb,und hernach zu Brüssel vor den höch-sten Gerichten mit grossem rühme der rediichkelt und freygebig,keil gegen die armen advocirte, bis er an. 1569. aus kummerüber die damaligen schweren zeiten verstürbe. Matthäus, vondem ein besonderer artickul kommt , und Petrus , der ProfessorJuris zu Altorf worden, um das jähr iüc>;. aber als Hergog«licher Rath zu Codurg gestorben ist. Adami vit* JCt. Fieberttheatr. *
IDesenbectus, (Matthäus) ein berühmterNiederländi,scher Rechlsgelchrter, war des obigen Petri söhn , gebohren den»5. oct. an. > 5 z >. Er wurde von jugend auf zuiri studlren qe,halten , und bald anfangs nach Löven geschickt, allwo er unterGabriele Mudäo sich in erlernunq der Rechte übte, auch an.155c». mit dem qröstcn rühm in I.ieentiacum vromobirte. Nachdiesem gieng er nach Franckrelch, die Humaniora und Juris,prudentz da besser zu treiben, von welcher reise er an.'552.zurück kam. Daselbst mag er die lnst zu der Protestirenden reli«gion überkommen haben, zu der er sich hernach öffentlich bekann-te , und vieles dadurch an gütbern und seiner wohlfahrt ein-büßte. Hierauf begab er sich m Teutschland , und wurde zuJena Ooetor und Professor Juris , iedoch INusie er da von linru-hlgen Theologen viel dampf und Verdruß ausstehen, um so
...... . er vrr rnezvrmmen lehre sehr eifrig itigilha»
war Von dar kam er an. 1569. nach Wittendrrg, woselbster bis an sein ende, welches den 5. jun. an. '586. erfolget, MitarosseiN eifcr qelehrct hat. Daß er sich noch bis an sein IMende aut Resormirl erkläret, haben seine erben gegen dar,
was tu seiner leichen-vrcd.al war ..
eine
_. .w««n u>»r erven gegen dar,
in seiner leichen-predigt war vorgegeben worden, durch
.besondere schuft ausführlich erwiesen. Im übrigen HM
er beym Churfürst Augusto die würde eines geheimen, wieauch Appellations - Raths, und von Kayser Marimtliano IIdie bestätigung seines alten Adels aus den Niederlanden tu.den der freyheit dessen waven auch in Teutschland fortzuführen,durch ein besonderes diploma^, welches dalirt ist Prag den16, opr. an. 1571. erhallen. Seine schriften sind: OeconomlzJuris; de Actionibus & Interdictis; Faratitla Juris sive Com.mentarius in Pandectas & Codicem, worüber die neuern ja,listen um die wette cvmmentiret haben; deFeudis; Pnle.gomena Juriiprudentiae; Papinianus ; Exempla Jutispruden.tiiv ; Commentarius in Institutiones ; Responsa. Sein lebenhak Andreas Rauchdar und Michael von den Perre be.schrieben. Nach einiger zeit bekam dieses alte Westnbekischcgeschlecht einen neuen glantz, da dcs Malthäi enckel undAna-stasii von Wesenbek söhn, auch Matthäus genannt, Chur-Brandendurgischer geheimer Rath und Cantzler des Fürsten,thuins Minden, auch von wegen seines Herrn Plenipoienliac.Gesandter bey dem Westphälischen frieden, und darausgcsolg-len Nürnbergischen execurivns-lractaten worden ist: wowachdenn auch Kayser Ferdinandus 111 . ihm unterm dato von Wenden 5. may an. 1650. seinen alten Adel nochmal bestall,und verschiedene ansehnliche Vorrechte dazu gesetzt hat. Sol-cher hat zugleich die wichliqe Rilter-güther Baloo und Nrim-nitz in der Marck Brandenburg unfern Francksurl an der Oderan sich gebracht, welche von seiner noch würcklich ßorirmdei,nachkvmmenschafft seitherv besessen worden. MSt. fern*.Tbuunus. Adami vit. JCt. Frehert theatr. Teißtr.dogiS.Zeumeri vit. Pros. Juris Jenens. Gundling. otia tom. IIl. c. 4.Reima'in. in hift. iit. Germ. sect. III. C. 4. p. 220. ssillUttSentdeckt. Staats-cabmet 1. öfn. *
U)eftnberg, ist (1.) eine kleine stadt in der Mecklenbur-gischen Herrschafft Stargard . eine meile von Strelitz, welchean. 1706. bis auf etliche Häuser abgebrannt. (2.) Eine kleinestadt, nebst einem vesten auf einer höhe gelegenen schlöffe, inder Lieflandischen vrovintz Esthland, 15. mcilm von Nma.CSiesoü an. 1219. erbauet, und an. 122z. von dem Wändi-scheu orden den Dänen abgenommen worden seyn. An. 1581.ttiiisten die Russen diesen ort den Schweden überlasse». Top^r.
Snx. ins. p. 2}5.
VDeiep, oder wesop, eine kleine und etwas bevestiale stadtin Holland , zwey Teutsche Meilen ostwärts von Amsterdam , andem fluß Vecht, nahe bey Muyden gelegen.
U)eser, lat. Visurzis, ist einer von den vornehmsten stüfe»in Leuljchland. Er nimmt seinen Ursprung, und zwar nntcrdem nahineu der werra, in dem Fräncklsche» HertzogthuniCoburg, unweit Elsfcld, gehet durch die Graffchaffl Henncdcrg,wie auch dtirch ein stück von Thüringen und von Rüder,Hcsscn,vereinigt sich hernach bey der Braunschwcigischen stadl Mün den mit der Fulde, und nachdem er hierauf den nahmen We ser bekommen, berührt oder durchläuft er ferner das Hesnfche,Braunschweigische, Paderbormscbe, Schaumdurgische, Mm.dische, Hoyaische, Breinische und Oldendiirgische qedieihe,bis er endlich unweit Carclstadl in die Nord-see fällt. Düwichtigsten Örter, wodurch oder bey welchen er vorbey laust, sindHöxter , Corvey , Hameln , Minden , Nyendurg, Hoya, Bremen und Carelstadt. Von den flüsse », womit er sich, seit dem er dieWeser heißt, vereinigt, sind vornemlich die Dymel, düNeele,die Emmer, die Wchra, die Owe, die Aller, die Ochte,dieWumme, die Hunte, die Lane, die Rohr, und die Geeste.flehe werra.
I Dessel , (Johannes) sonst Johannes Hermanni von seinemvalterTWesseiius aber von seinem aroß-valter, und nach Grie-chischer kermination Basilius genäniit. Es ist ihm auch dernähme Gocsfort oder Gansfort , weil sein geschlecht aus einemflecken dieses nahmens in Westphalen gebürtig war, ingleichenFux Mundi und Magister Contra-dictionum gegeben wvkden.Er war um das jähr 1419. zii Gröningen gebohren, und weiler seine eitern frühzeitig verlohren, ivurde er, ohngcachleter sehr gebrechlich war, mit dem einen fuß hinckie und Delle,von einer guthertzigen wcids - Person nebst ihrem eimigen söhnerzogen. Sie schickte beyde in das Collegium Clericorum Re·gularium Ordinis S. Hieronymi zu Swoll , und weil dieienl-gen, so darinn studirten, den ordeno-hadlsannchmen muMhat solches anlaü gegeben, zu glauben, er jey ein Mönch gewe.ftn, worzu er sich doch niemals verstanden. Er nahm daMstin den siudien dergestalt zu, daß er selbst zu lehre» aiifienq. Uiuer denn in der Hebräischen, Griechischen und Lateimicheii brä-che, Philosophie Theologie und Rede-kunst trestlch erfahrenwar. Von «swoll verfügte er sich nach Eöin in das Collemvm.Lurlü Caurencii genannt, woselbst er sich wit dem lcholaMDWesen nicht bemühen wollte, sondern die Platonttche PMi'phie tractlrte, die Bibel sieistia las, und die Prosessores daMwacker crercirte. Er gieng zum öfter» über deu Rhein m vakloster zu Duytz , woselbst er des AblS Ruperli °
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