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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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einem theil der Ungarn wider den Kayser Ferdinandum I. er«wehller König, schrieb sich einen Grafen von Zips. Nachdemdessen lohn, Johann Sigismund , an. ,571. ohne leibes-erbenmit lode abgegangen , sind die Ungarische Grafen TurzonenHerren des Zipferlandes worden. Doch auch diefe sind nach-gehends gantz ausgestorden; worauf die Cron Ungarn das ge-dachte land an sich gezogen, von welcher es aber wiederum anderesollen bekommen haben. Frölich. viator. üb. I. P. II. Cromer.rer. Poion. üb. XVII. lib. XXI. Ißhuanf rer. Hung. lib. X.lib XXVI. Zetler. descr. Hung. Kreckvoitz. descr. Hung.

Aipserhaus , oder Szebbös, lat. Scepufium oder Sepu-sium , ein vestes fchlosi , auf einem hohen seifen / in der ober.wehnten Ober-Ungarischen Graffchasst Zips , welche davon dennahmen bekommen, zwischen Leukfchau und Eperies, ge.legen. Es werden eilf flecken ober städtlein darzu gerechnet,worunter KabsdorffdaS vornehmste ist. An. r<>28. hat es derKönig Ferdinandus I. eingenommen; hingegen haben es dieBotzschkaifche trouppen an. 1604. vergebens belagert. Nahebey diesem schlösse, in einer höle, soll ein wasser seyn, welchesin dem Winter fliessend ist, in dem sommer aber hart gefrieret.Zeileri deicript. Hungarise. Wernberus , de admirandis Hun-garias aquis.

Zirch, oder Lirc;, ein Cistercienfer-kloster in Ungarn , indem Vespriuer-Vioeces, welches an.ny8. fundiret,und von demKayser Leopolds I. dem vrden wieder einverleibet worden.

Zirczee, eine stadl aufder insul Schouwen in Zeeland , istgroß und eine von den ältesten des landes. Die Holländerwurden allhler an. i; 04. geschlagen, und die Spanier bemei-sterten sich nach einer 9. monatlichen belagerung dieses orts an.157;. wurden aber bald wiederum daraus vertrieben. Es istallhier ein Hafen, und soll diese stadt an. 849. von dem edlen Zi-ringo den ansang haben. Tromsdorffs accur. geogr. Straaa,de bell'o Belg. P. I. p. 409.

Zirifdin , oder Amansiferdin, eine stadt in dem glückse-ligen Arabien, welche Moletius vor das alte Carman oderAcarman hält. Es ist aber wahrscheinlicher, daß Acarmandas heutige Chadbar sey, an einem flusse dieses nahmens, unddaßZirisdin des Pkolemäi und Stephani Omanum sey.

Zirle, ein grosser und wolbewohnker flecken in Tvrol, zweykleine weilen von Jnspruck, an dem Zirlberae gelegen. Nahedabey ist die Martinswand , nebst einem crucifice, auf einemseifen zu sehen , zu einem andrucken , daß der Kayser Maximi-lianus I. sich in seiner jugend auf der gemsen ->agd allda ver»stiegen. Brandts Tyr. ehren-kr.

Ziska , ( Johannes ) ä Calice , eigentlich Johannes vonTrocznova genannt, so ein dorfwar, nachmals denen vonRo.senberg zuständig, und in Teutsch Trautenau hieß , ein Ge-neral der Hußiten in Böhmen , wurde zu Wmceslai zelten andem Böhmischen Hofe erzogen, gienq darauf sehr jung in denkrieg, und ließ seine tapferkeit in verschiedenen gelegenheitcn se-hen ; wiewol er auch darinnen ein äuge verlohren, und daherden zunahmen Ziska, das ist der einäugige, bekommen. Alsan. 1418. der König Wenceslaus sich m der stadt Präge einesaufruhrs besorgete, und dannenhero von beyden Gemeindender alten und neuen stadt, ihm alle waffen zu überliefern, ernst-lich begehrte, gab Ziska, der damals eben zu Präge war, denbürgern den rath, wenn sie ihr qewehr zu behalten verlang-ten, sollten sie nur alle in voller rüstung vor dem Könige er-scheinen. Diesem zu folge kamen um die bestimmte zeit alleeinwohner wohl bewafnet zusammen, und zogen in guterordnung dem schlösse zu, welche Ziska in einem schönen Har­ nisch führte. AIs sie vor den König kamen , redete er selbi-gen mit folgenden Worten an : Allergnädigster König undHerr! Wir deine getreueste Unterthanen sind hier in unsererrüstung unterthänigst erschienen , um zu vernehmen, widerwelchen feind wir unser leben aufopfern sollen. , Der König,so hierüber nicht wenig destürtzt wurde, sagte, es wäre schon gut,es sollte nur ein jeder mit seinem qewehr sich wieder nach Hausebegeben. Weil nun die bürqer damit erhielten , was sie ge-wünscht hatten, setzte sich Ziska dadurch in eine allgemeine hoch.achtung, und brachte es dannenhero leichtlich dahin, daß dieHußiten, welche sich einer strengen Verfolgung besorgten, ihn an.1420. zu einem anfuhrer annahmen,worauf er alsobald auf demberge Tador, woselbst schon vormals eine vestung,nahmens Hra.distie, gestanden war, als eben die Hußiten in selbiger zeit ihrlager darauf geschlagen hatten, eine Haupt-vestung anlegte,und, damit solche immer einem lager gleich bleibe, einem jedengeböte, an dem orte sein Haus aufzubauen, wo damals sein ge.zelt stunde; worauf er in kurtzem einen anhang bey nahe von100000. mann bekam. Hierdurch, gleichwie auch durch denreichthum aus den geplünderten städten und Eiostern , welcherletzter» zahl einige bis auf s;o. vermehren, wobey auch dieMönche sehr härt tractiret worden sind, setzte er sich in sol-ches ansehen, und führte sich dabey so tapfer auf, daß auch sei-ne feinde nur bey blosser nennung seines nahmens in schreckenqeriethen. Er hatte 11. feld-schlachten gehalten, und viele städteund schlösset: erobert» sonderlich auch den Kayser Sigismundumdurch tapfere gegenwehr gezwungen , die belagerung Prag auf-zuheben , und in verschiedenen schlachten selbst vor sich fliehengemacht. In der belagerung des schlosses Raby wurde er auchan dem andern äuge durch einen pfeil-schuß dermassen verletzet,Hjstor. Lmeo* vi· Theil.

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daß, als er sich zu Präge daran wollte curiren lassen, derwund-artzt solches gar heraus nehmen muste. Doch melden an-dere , ihm wäre ein splilter holtzes, den eine stück-kugel voneinem birnbaum abgerissen, ins äuge gefahren, und er da.durch vollends blind worden. Weil nun Ziska gar blind war,sagten die Kayferlichen, das blinde volck müste einen blindensührer haben. Dem ungeachtet nnterlics! Ziska nicht, auf al-lerhand art und weise seinen feinden abbruch zu thun. Als eraber mit der belagerung eines schlosses beschössliget war, fiel erin eine sehr gefährliche kranckheit. Daher berief er die kriegs-häupler zu sich, und vermahnte sie, den angefangenen kriegnoch ferner fortzusetzen. Als sie ihn fragten, wohin er nachseinem lobe wollte begraben seyn, gab er zur antwort: »ir.gends hin, sondern wen» ich tobt bin, so lasset mir die hautabziehen, und solche über eine trvmmel spannen, so werdenalle euere feinde , so bald sie nur den schall davon hören, dieflucht nehmen müssen, das fleisch aber gebt den »völfen undvögeln zu fressen; wiewol Theobaldus dieses vor ein falschesvorgeben hält, welches auch nicht bewe/ckstelliget worden.Hierauf starb er an der im lager graßirenden pest den n. oct.an. 1424. Die seinigen führten ihn nach Königin-Grätz, undbegruben ihn daselbst in der kirche zum H. Geist vor dem alkar.Nachgehends aber haben sie ihn wieder aufgehoben, und nachCzaslau gebracht, allwo er in der Pfarr-kirche neben einem klei-nen alrar beerdiget wurde. Es hänget über seinem grabe einegrosse eiserne keule, und auf dem Rathhause daselbst siehet mannoch seinen küris, sädel, pusican und andere waffen. AlSeinsten der Kayser Ferdinandus I. auf seiner reise von Wien nach Präge nach Czaslau kam, und daselbst die nacht überverbleiben wollte, gleng er seiner gewohnheit nach zum gebätin die kirche, sahe aber ohngefehr die über dem grabe desZiska Hangende eiserne keule, und fragte deswegen, was sel-bige bedeuten sollte. Als er nun erfuhr, daß Ziska da be-graben läge, erschrack er, und sagte: pfui! die todte bestieerschreckt auch noch nach 100. jähren die lebenden. Daraufverließ er geschwinde die kirche, brach bey spätem abend auf,und gieng noch eine meile weiter bis nach Kuttenberg . Übri-gens war Ziska ein mann von mittelmäßiger grösse, starckengliedern, trug seinen köpf gantz abgeschoren, den barl wieauch die kleidung nach Polnischer art,und hatte eine hadichts-na.se. An tapferkeit und list kan man ihn dem Hannibal vergleichenoder noch vorziehen, (welcher im übrigen auch nur ein äuge ge-habt) inmassen Ziska eine gantz besondere art zu fechten erson-nen , da er nemlich eine grosse anzahl wagen bey der armeeführte, die er bey vorfallender schlacht in gewisse und den seini-gen allein bekannte figuren dergestalt setzte, daß zwischen den.selben so viel räum übrig war, um sich auf den nothfall zu re.tiriren , zusammen zu flössen , bald da bald dort aus denensei«den in die feinde zu fallen, und sich so zu wehren, daß die fein»de, weil ihnen die weqe zwischen den wagen unbekannt waren,nichts ausrichten konnten. Als er völlig blind geworden , ließer sich auf einem etwas erhobenen wagen in schlachte» aller or.ten herum führen , und sich den zustand der armer von den da.bey stehenden anzeigen, worauf er sein commando gab. Wenneine stadt erobert wurde, übergab er solche dem volcke zu plün-dern , mit Vorbehalt der spinneweben in den feuer-inauren;wodurch er die würfle rmd schlucken verstünde. Er war einfeind von grossen Neuerungen , daher konnte er an seinen Geist,lichen nicht leiden, daß sie ohne Meßgewand, oder ohne ge«schorne platten den gotlesdienst verrichteten, ober die messe un-terliesse» , worinn er von den übrigen Hußiten gäntzlich unter,schieden war. Deswegen war er auch den sogenannten Pikhar.ten todfeind, so daß er deren sehr viele verbrennen ließ, wo-durch aber eine den Böhmen sehr schädliche trennung und ein-heimischer krieg verursachet ward, darinnen sonderlich die stadtPrag von des Ziskä partey abfiel, und ihm nachmals viel zuschassen machte. Den zunahmen a Calice führte er entwedervon dem kelch, zu dessen Vertheidigung er mit den Hußiten diewaffen ergriffen, und dessen bild er auch auf dem schilde trug,oder von einem schlösse Calich, so er an den grentzen von Meistenerbauen lassen. Er hinterließ eine tochter, so Andreas, Frey-herr von Dube, heurathete, und einen bruderJaroslaum, deran. 1428. in der belagerung des schlosses Bechin blieb. ZEneasSylvias , in reb. Vollem, cap. 42. Trithemius , in obren, ad an.1422. scq. Dubravius, hiltor. Bohem. lib. XXIV. Cusp n-a.nus, in Sigismundo . Zacharias Theobaldus , im Hussiten-krieg. Balbvs, epit. rer. Bohem. lib. IV. c. ;. p. 4; 1. seq, it.Üb. IV. c. 9. p. 4ss. 46Ö. *

Stilett, sind zwey flecken im Ertz-Stifte Cöln , unterhalbder stadt Andernach gelegen. Sie sind wegen dem Zisser-sauer.brunnen bekannt, deren der eine zu Ober-der andere zuNieder-Zissen entspringt. Tabernämont. wasser-schatz,pag. ?2}. *

Fittau, eine von denen sogenannten Sechs - Städten deSMarggrafthums Ober-Lausitz, im Görlitzischen kreise gelegen,vier Meilen von der stadt Görlitz , gegen die Böhmischen gren-tzen , a» dem wasser Mandau , auch Altwasser genannt, sobald darauf in die Neisse kommt. Die stadt gehört dem Chur-fürsten von Sachsen , gleichwie die gantze Ober Laiisitz. Dennahmen mag sie daher bekommen haben , weil sonderlich ausBöhmen eine grosse menge getreyde dahin zu marckte gcführetwird, Ziko aber auf Böhmisch so viel als getreyde heisset,

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