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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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daher der ort eine qetreyde-stadt bedeutet. Ehemals haben dieBöhme» und Wenden dieses land bewohnet; nach diesem aberhabe» sich auch Teutsche dahin gewendet, dahero endlich allhierdie Teutsche spräche die oderhand behalten. Anfänglich sollendrey Wirthshäuser oder kretzschame allhier vor die aus Polen und der Marck nach Böhmen reisende gewesen, die innwvh-ner aber nach und nach wegen der fruchtbare» gcqend sehrvermehret, daher auch schon an. 1109. ein kirchlein zu St.Nicolai, ja noch vorher» eine Pfarr-kirche allhier erbauetworden seyn. König Premislaus 111 . OtlocaruS von Böh­ men , hat den ort an. 12^. als Landes-Herr mit einer mauerumgeben lassen ; da er sonst den Herren von der Leippe eigen-thümlich zugestanden. Gedachten Königs Premislai III söhn,König Wenceslanö , soll nach seines vatters tobe in die drey jährlang der stadt anvertrauet worden seyn; hernach ist er von sei-nem Vormund, Marggraf Otlone von Brandenburg, in derMarck erzogen worden. Don den Herren von der Leippe istZittau und das nahe dabey gelegene schloß Oywin an König Jo«hannem von Böhmen um das jähr ,;i2. völlig gediehen , wel-cher denen von der Luppe bey Crummenau in Mähren anderegüther davor gegeben hat. Nachmals ist Zittau um das jähri,,7. ben Hertzög Heinrichen von Fürstenderg und Iauer ge-wesen ; Doch , wie dieser Hertzog an. 1347. starb, fiel die stadtwieder an Böhmen , ward aber bald daraus an Churfürst Ru-dolphum I. zu Sachsen verpfändet, linderst an. i;;8. wiederabgelöset, wozu fie selbst ein ansehnliches hergeben muste. Umwelche zeit, ja schon von an. 1*46. an , wie man davon docu,maite findet, auch Zittau in die noch währende union undbündnis mit den übrigen fünf Oder-Lausitzischen städten, Bu-dißin, Görlitz , Lauban , Camentz und Löbau getreten, unddarauf angefangen zu der Ober-Lausitz gerechnet zu werden , daes vorhero zu Böhmen gezchlet worden. Kayser Carolus IV.heran. i;üi. ein besonder Haus mit einem wall und graben um-fangen vor dem wasser-thore allhier sich bauen lassen, soll an.1 j 6 j . diese stadt den übrigen fünf städten völlig adiungirl, auchan. r;eie. in dieser union bestätiget haben. Bald darnach an.1,-2. erlitte die stadt durch eine grosse feuerS-brunst schrecklichenschaden an höltzernen und steinernen gebauden , da fie nicht lan-ge vorhero , nemlich an. iz ey. fast qäntzlich eingeäschert wordenwar. ES ist diese stadt seit dem beständig bey der Oder - Laufitzgeblieben und mit derselben von dem Kayser Ferdinando II.erstlich an. 1622. pfands-weise, an. ,6,6. aber vermöge desPraqischen friedens, erblich an Churfürst Iohannem Geor-gium I. und das Chur Haus Sachsen abgetreten worden. Sonsthat die stadt und Zittauische Pflege in dem Hußilen-kriege auchviel ausgestanden. An. 1547. halte sie bey dem entstandenenpönfaU mit den andern Sechs-Srädten gleiches unglück. Nichtbesser gieng es ihr auch an. 16,9. da sie nebst dem gesamtenlande von dem Kayser Ferdinando II. abgesetzt hatten. An.>ü; 1. nahm sie der Kayserliche General, Graf Rudoph vonTeuffenbach, mit gemalt ein , plünderte und brandschatzte sie;doch diese gäste wurden bald durch den Sächsischen General.Fcld-Marschall von Arnheim wieder fortgejagt. Aber die Kay,serlichen bemusterten sich der stadt nachdem hinwieder, und derKayserliche Oberste Golze ließ fie in einen wichen defenfions-stand stellen , daß sie zu einer vor-mauer der Böhmischen grentzediene» konnte. Allein der Churfürst von Sachsen eroberte siean. 16,4. durch stürm abermal. Gleichfalls auch nach demPraqischen frieden nahm der Schwedische General-Feld Mar,schall Torstensohn an. 16,9. die stadt ein; und bald daraufge-schahe solches durch die Kayserliche» und Sächsischen trouppen ;die aber von den Schweden aus Görlitz überfallen und geschla-gen wurden. An. 164;. belagerten den ort die Kayserliche undSächsische völcker abermals, und nahmen ihn mit accord ein,da er denn in Sächsischen Händen blieb, bis der Westphälischefriede den kriegS troublen ein ende machte. Sonsten liegt diestadt in der runde zwischen guten und mit vielen thürnen undrundelen , auch einem Zwinger und ausgefütterten graben ver-sehenen mauern, hat daneben vier veste thore, das frauen-Bn-dißiniscbe, wever-und Böhmische thor, neben den beyden was-ser-und Mandauischen Pforten; die iin ;o. jährigen kriege ange-legte sortificatton mit acht auf einander flanquirenden schwitzenaber ist nach erfolgtem frieden an. 1654. wieder rafirk worden.Die stadt hat auch zwey geraume märckte, und mit zierlichenHäusern angebauete ziemlich breite gassen. An kirchen befindetsich hier die Haupt- und Pfarr-kirche zu St. Johannis, die Klo.stcr kirche oder zu St. Petri und Pauli, die begräbnis-kirchezum heiligen Creutz, die begräbnis-kirche zu unser lieben Frauen,und die begrädnis kirche zur heiligen Dreyfaltigkeit So hates auch eine feine schule oder Oxmnastum , eine schöne biblio-theck dem Rath gehörig, ein waysen-haus rc. Die nahrungbestehet nicht nur in braue», sondern auch in der Handlung mitweisser waare und tüchern. (Frosters Lausitz, merckw. ?. III.C«Kp2»T>,, analecta fastcr. Zittaviens. s. Aist. schau platz derstadt Zittau . Zeit. topogr. Sax. super. Bo/manm script. Lusat.in appendice diplom.

Zitzewitz, Zittwitz, eine alte adeliche familie in Pommern ,welche sich in die Butrinische, Jannewitzistbe und Podelische li-nie vertheilet. Die Butrinische iinie hat Gundamarns ange-fangen. Dessen söhn Martinus, Landvvgt zu Slvlve undSclilave, ward ein groß-vattcr r. > Jacobi, von dem hernach;r.)Joachimi, welcher um das jähr i;6;. die charge eines Ober-

en enckeb GeorqV, wär

ftarban. 16 S o. auf Dem wegen der Pommerischen qreimschedn!zu, lLlcltin angestellten Convent. Du Iannewinischelm,-bentzer zugleich die gulher Bessewitz, Verzm und QuÄnberäVon verleiben ist chntvn an. i;;o. Lanonicus zu Cammin, uiidHertzoglicher Hör Rath, Jacob aber Hauptmann zu Wolqajlgeive en. Von deS letzter» ,nachkommen war Nicolaus Prioder Adtey Corbey , und Pralat des ohnweit Halberstadt q?nen klosters Huisseburg, der in dem nahmen des Tischoffs mMunster unterschiedliche Gesandtschaffken abgeleget, und an-704. m dem 6 ;. jähre seines alters gestorben. Die vodeldsche luue hat Peter aufKrin und Podel elivan um die niiiie d/zX V. firculi errichtet. Dessen söhne waren Matz, Clausund Caspar, welcher letztere in dem vätterliche» "erbtheile dasstamm-quth Zitzewitz bekommen. Von seinen nachkommen batHeinrich an. 1690. die stelle eines Landvogts zu Greiffenbera be-sessen. Mtcralii Pommerl. a

Aitzwitz, (Jacob von) war aus dem vorhergehenden ae.schlecht e»l,pressen, und legte sich mit solchem fleiffe ausdie

Rechte, daß er an. i e,c». zu Wiktenberg den litul eines Doävmmit rühm erlangte. Hierauf erhielt er bey dem Hertzog Gm-gio I. zu Wolgast die charge eines Schloß - Hauplmanns undHof-Raths , bey dessen söhne Philipp aber die stelle eines Cantz.lers. An. 154;. wohnte er dem Reichs-taqe zu Nürnberg bey,und an. i;;2. half er den Passauischen vertrag mit zu ständebringen. Als der Hertzog Johann Friedrich zu Stettin die re.gicrunq angetreten, ernennte er ihn zu seinem Cansler, und be-schenckle ihn mit ansehnlichen güthern. Ja er setzte sich durchae.hends in solche Hochachtung, daß ihn der König in Dänemarckund andere ausländische Fürsten mit stattlichen penstonen versa-hen. Endlich aber fiel er in eine Melancholie, welche ihn dahinbrachte, daß er sich an. 1572. den ,0. mertz mit einem feder-messer die kehle abschnitte. Die Ursache zu solcher kranckheit sollunter andern vornemlich gewesen seyn , weil die Vermählung derPommerischen Printzeßin Marqaretha mit dem Könige Fride,rico in Dänemarck, die er unter Händen gehabt, und qantz ge-wiß richtig zu seyn vcrmeynet, zurück gegangen. Er wurdehierauf in seinem schlafpeltzc in einen sarg geleget und beygesetzt,einige Wochen aber hernach geschahe ihm in der St. Marien-kir-che zu Stettin ein solennes leich-begänguis , dem der Hertzogmir seiner gantzen Hofstatt beywohnte. Manufir . Seckmuorf,bitt. Luth.

.Ziz , ein gebürge in der Africanischen provintz Cuzt in demKönigreiche Fez, gegen süden zu. Es wohnen leuthe darauf,welche durch die kälte so abgehärtet find, daß fie zur zeit des grö.sten cises und schnees qantz dünne gekleidet, und allezeit mit blos-sen köpfen gehen. In ihren Wäldern giebt es so viel vlteru undschlangen, daß fie in die Häuser, in die kirchen und zu den leu-lhen kommen, wenn fie essen, um dasjenige hinweg zu neh.men, was man ihnen vorwirft; wie fie denn niemanden scha.den thun, wenn man fie nicht böse macht. In zweyen von die,sen bergen, Aden und Arucanes genannt, sind silber-dergwer-cke; das volck aber macht sich selbige nicht zu nutze, weil sie nichtgern arbeiten. Marmol. de Africa, lib. IV.

Ziztme, Zizim, oder Zemes, des Türckischen KaysersMahomed II. so an. 1481. starb, söhn, und Baiazet II. bru*der, hatte unter seines vatters regierung das Gouvernementvon Lycaonien in Kletn-Afien; gleichwie hingegen Baiazet überPaphlagonien zu befehlen hatte. Dieses verursachte, daß stebey des Sultans tobe alle beyde von dem Türckischen Hofe ab«westnd waren. Ihr vakler hatte fie deswegen immerfort voneinander abgesondert, damit fie nicht etwa» einmüthiq widerihn conspiriren, oder selbst unter einander uneinig werden möch-ten. Zlzim, dessen nähme in der Türckischen spräche so .vielheißt, als liebe, halte einen scharfen verstand, und großmüthi-gen qeist, so daß er beydes zum kriege und studiren sehr ge-schickt war. Er verstund unterschiedliche sprachen, unter an-dern auch die Griechische und Italiänische. Er unterficng sichselbst die Historie Mahomeds seines vatters zu schreiben, undwar eben darüber , als er die post von dessen tobe empfieng.Ob er wol ein sehr eiferiger Mahometaner war, so liebte er dochallezeit die Johanniter-Ritter auf der tnsul Rhodis; gleichwiehingegen sei» vatter dieselbigen sehr hassete. Basazet, dessennähme so viel heißt als ein blitz oder ein donner - keil, (welchersich aber für sein faules und träges gemüthe gar nicht schickte)achtete nichts weniger als den krieg. So bald als Zizim undBaiazrt des vatters tod erfuhren , strebten fie beyderftils.nachder Crone; Bajazet behauptete, daß dieselbe ihm zustünde,weil er der älteste wäre, Zizim hingegen wandte ein, daß er,als Mahomed schon auf dem throne gesessen, gebohren worden,an statt daß Bajazet ausdie weit gekommen, da sein vatter nochnicht Kayser gewesen ; also sey Bajazet nur ein söhn einer Privat-person , er Zizim aber, eines Groß - Sultans. Nichts keno>weniger war des Zizims partey die schwächste. Er konnte nichtüber die see kommen, und muste dahero seinen weg durch Bi»thynien nehmen , allwo er die zeitung von seines bruders cro-nunq erhielt. Jedoch ließ er sich dieses nicht schrecken, und kamendlich durch langes marschiren nach Prufia, zu der altenresidentz der Ottomannischen Kayser, bemühete sich sodann,einige von ben vornehmen männern des Türckischen Hosts ausseine feite zu ziehen, und stärckte seine armee täglich. Dam»