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als er von demselben herab gestiegen, ein himmlisches seuer her-ab gefallen, so immer gebrennet. Hierauf soll der König inPersten von vielen Grossen seines Hofs begleitet, sich deniselbengenähert haben, um GOtt anzubäten; Zoroaster aber gantzunversehret aus den stammen dieses feners heraus gegangenseyn. Worauf er die Perser getröstet, und GOtt etliche opfergebracht, gleich als wenn ihn GOtt bis dahin immer begleitethätte. Er soll hernach nicht mit allen ohne unterscheid , son-dern nur mit denjenigen umgangen seyn , so zur Wahrheit ge-bohren, und GOtt zu erkennen fähig gewesen, nemlich mir denMagis. Er wünschte von dem blitz getroffen und von demfeuer des Himmels verzehrt zu werden, und befahl den Per-sern , daß , so bald seine gebeine dergestalt würden verbranntseyn , sie dieselben aufheben, und als eine Versicherung der er,Haltung ihrer Monarchie verehren sollten. Sie sollen sie auchwürcklich sehr verehret, jedoch nachmals solches in vergessengestellt haben, worauf dann der prophezeyle ruin erfolget.Nach dem chronico Alexandrino hat er gleich nach obgedach«ter verordnunq den Orion angeruffen, worauf ihn alsbald dashimmlische feuer verzehret. Etliche sagen, daß Mitzraim, desChams söhn, von seinem vatter die Magie qelernek, und vondem geist, der ihn oft geplagt, lebendig verbrannt worden.Welchen hernach die Perser als einen freund GOttes, und alseinen Heiligen , dem das feuer an statt eines Wagens gedienet,um in den Himmel zu kommen , ja als ein lebendig gestirne an«gebätet, deswegen man ihn nach feinem tode Zoroaster genen-net. Greqorius Turonenlis sagt fast eben dergleichen von demChus, dem ältesten söhne des Cham. Andere machen denCham selbst zum Zoroaster, welche falsche meynung Bvchar-lus widerlegt hat. Cedrenus führt den Zoroaster, der ein soberühmter sternkündiger unter den Persern gewesen, von demBelus, l das ist, wie einige wollen, von Nimrod ) her. Etli,che machen aus ihm den Nimrod selbst, andere den Assur , undwieder andere den Japhet. Die allen Perser sind alle darinneneinig, daß er älter als Moses sey. Ja einige Magi geben vor,daß er niemand anders als Abraham gewesen, nennen ihnauch oft Ibrahim Zerdafcht (Abraham der freund des feuers.)Die Orientalischen Christen meynen: Zoroaster habe sich zu-erst unter der regierung des Cambvfeü sehen lassen, und seyaus Meden gebürtig gewesen, wiewol ihn andere zu einem As.syrier und discipul des Propheten Eliä machen. Ben Scu-mah nennet ihn einen schüler deö Esdras, weicher ihn darumverflucht, weil er dem Jüdischen gefetze zuwiderlaussende din-ge behauptet; weil er nun hierauf mit dem aussatz gestraft,und folglich aus Jcrufalem vertrieben worden, so soll er sichin Persten begeben, und daselbst eine neue reliqion aufgebrachthaben. Etliche haben den Zoroaster im Ezechtel finden wol»jen , weil sie zwischen beyden in ansehen ihrer Historie einigeqleichheit angetroffen. Hornius aber hat sich eingebildet, eswäre der falsche Prophet Balaam dadurch zu verstehen. Hue-tius bemühet sich zu zeigen, daß Zoroaster kein anderer alsMoses seyn könne. Die Gelehrten sind fast alle darinnen ei,nig, daß mehr als ein Zoroaster gewesen. Thomas Stanleyhat ihrer sechfe qezehlet, den Chaldäischen, Bactrianifchen,Persianifchen, Pamphylischen, Proconnesischen und Babylo-nischen. Plato glaubt, man thue dem Zoroaster unrecht, wennman ihn zu einem Lehrer der teuflischen Magie mache, indemseine Magie blos in erforfchung der göttlichen natur, und demgottesdienst bestanden. Die meisten geben ihm schuld, daß erzwey gleich ewige widrige ansänge behauptet, deren der eineder Ursprung des guten , der andere aber des bösen in der weltwäre. Jenen habe er Oromazen , und diesen Arimanen ge-nennet. Thomas Hyde aber führt autbores an, so ihn des-salls vor unschuldig halten. So soll er auch nicht abgöttischgewesen , und weder das feuer, noch die sonne angebätet ha-ben. Das gewisseste, so man von dem Zoroaster melden kan,ist wol, daß er eine neue religion um die zeiten Darii (derdem Cambyses gefolget) in Persien eingeführet. Die Perser, sodie Mahometanische religion nicht angenommen , sondern ihrenalten glauben behalten, verehren ihn noch sehr hoch. Sienennen ihn Zerdushl. Viele unter ihnen glauben, daß eraus China zu ihnen gekommen, erzehlen auch viel Wunder-dinge von ihm. Die schriften, so man ihm zugeschrieben,sind vier bücher von der Natur, ein buch von Edclgesteinen,Oracula lVlagica, u. a. m. So will man auch noch ein gesetz-buch von ihm haben. Die meisten Gelehrten aber halten siealle vor untergeschoben. Doch Thomas Hyde , der das buchSadder in die Lateinische spräche übersetzt und mit in seinentractat de religione Perlarum drucken lassen , ist anderer ge»dancken. Jujlinus , lib. I. DioUorus Siculus , lib. II. Amm.MarceOin. lib. XXIII. C. 6 . Diogenes Latrtius , in pronem.Plato . Plutarchui , de Iside & Osiride. Clemens Alexandri-nus, ström. lib.V. Plinius , lib. VII. c. 16. XXX. c. I. Apulejus.Stanley , bist. Phil. Oriental. 9 i. Naudi, apolog. des grandshommes. Huetius , demonstr. Evang. D’Herbelot , bibl. Orient.JHormut , bist. Phil. lib. II. c. 4. Tb. Hyde , bist. relig. Persar.C. 9. J». Henrici Urßnt Zoroastres. bayle.
Zorobabel, oder Serubabel, ein söhn Sealthiel, waraus dem gefchlecbte der Könige von Juba entsprossen, undlebte nach der Babylonischen gefangenschafft der Jüden. Erwar das Haupt unter denen, welche unter Cnro wiederum inJudea kamen, und fieng an den tempel wieder zu bauen. Die
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Samariter hinderten dieses werck, so, daß es nicht ch»leidet wurde, als unter Darii Hystaspis regierung, welcberden Zorobabel kannte, und ihm alles gab, was er verlang,te, um dieses werck zu vollführen, so daß es nach 40. i a hrenzum völligen stände gebracht, und A. M. ,,40. feottlicö ein.gcweyhet wurde. Die zeit, wenn Zorobabel gestorben, istnicht bekannt. Es war auch ein anderer dieses nahmens /desPhadaja söhn. Efra V. a. seqq. Joseph. \\b. 11 . antiquicTomietlus, ad an. 9472. n. 9. 950g. n. 1. 9992.n.4.
Zoroyo, Mahomeds Boabdelin, des letzten MohrischenKömgs von Granada gemahlin. Als sie sahe, daß ihr ebeberrund die vornehmsten bedienten seines Hofes sehr weinten undseufzelen, als ihnen auf Ferdinandi von Aragonien befehl dieäugen ausgestochen worden , sagte sie zu ihnen: weinetnunalsdie weiber, weil ihr nicht fechten wolltet als Männer.
Zorzi, oder Giorzi, eine von ben ältesten familien unterden Edlen vonVenedlg. An. izil.erwehlte man aus dersel«ben, an statt des Doge, Petri Gradonigo, Marinum Zorn,einen achtzigjährigen und so frommen Herrn, daß man idmden zunahmen des heiligen beylegte. Diesem ungeachtet de.traf ihn zugleich mit der 4. äpstliche bann, welchen Clemens V wider die Republick, weil sie sich der stadt Ferrara zu bemäch.ligen gesucht, halte ergehen lassen. Unter ihm ist der GrasAmadeus V. von Savoyen nebst seinen nachkommen in diezahl der Venetianischen Nobili aufgenommen worden. Erstiftete die kirche von Sän Domenico zu Venedig , und starbin dem etlften monat seiner regierung, worauf man Jvhan.nein Svpranzv zu seinem Nachfolger ernennete. Die Zorzihaben gleichfalls unterschiedene Procuralorcn von Sän Äarc»gehabt, unter welchen der erste, nahmens Gratianus , an.I2J2. zu solcher würde gelanget, als es noch gewöhnlich war,dieselbe nicht mehr als einem einzigen zu einer zeit zu geben.An. 1009. ist aus dieser familie ein Bischoff von Olivoli (dasist von Venedig ) und an. 1996. Marinus Zorzi Bischoff vonBrcscia gewesen. An. 1971. war Ludovicus Zorzi Provcdilocin der insul Corfu ; da er denn gegen die Türcken, welche sichmit allen krafften davon meister zu werden bemüheten, so ta.pfer vertheidigte, daß sie unverrichteter fachen wieder abziehenmusten. Antonius Zorzi, Graf oder Podelta von Page, wardan. 1619. da er sich der vestung Scrissa, ober Carlobag, 9. wei-len von Pago, durch eiü geheimes Verständnis bemächtigenwollte, verrätherischer weise durch die Uscoquen umgebracht.
talatn fasti Ducal. Andr. Moroßni hift. Venet. AmelotdelaHoujjaye , bist. du Gouvern. de Venise, p. 299. 912.999.966.Lettr. d‘ÖJsat. Hiß. des Uscoques, p. 242.
Aostmus, Römischer Papst, war der nation nach einGrieche, und succedirte Jnnocentio I. an. 4>7- Cölestius, eintetzcr und Pelagii mitgenvß, brachte ihm ein belieben zu seinerlehre bey, oder gewann ihn wenigst theils durch eine solchebekänntnis seiner glaubens-lehre, bannn er sich in denen stücken,worinn er mit den rechtgläubigen einerley sinn hatte, deut.lieh und weitläuftig , über die aber, welche er widerstrittenhatte, kurtz, dunckel, und nur mit gewissen allgemeinen aus.druckungen erklärete, theils aber und hauptsächlich dadurch,daß er, wiewol nicht in rechtem ernst, versicherte, er wärebereit, sich dem schluß des Römischen stuhls zu unterwerffen.ES kam so weit, daß der Papst die Africanische Bsschöffe inetnein schreiben sehr scharf bestrafte, weil sie Cölestium undPelagium als ketzer verdammt, da sie doch, nach des Papstsdamaliger meynung, gar nichts, als was der reinen lehre ge-mäß » vorgebracht hatten. Mein jene beschwerten sich auchernstlich genug über solche Übereilung, und protestirten wideralles, so Zosimus gethan oder thun möchte, ehe er noch ihredewcts'.gründe wider diese beyde vernommen. Die fache würdezu grosser Verbitterung zwischen beyden kirchen ausgeschlaqenseyn, wo nicht der Papst sich zuletzt geändert, und sowol Co-lestium als den Pelagium selbst verdammet hätte; wozu son.derlich das ausbleiben Cölestii von der versammlung, darinnder Papst alles von neuem wollte untersuchen lassen, anlasgab. Doch ereignete sich bald ein anderer streit, als Zosimuseinen Africanischen Priester, nahmens Apiarius, der wegenseiner grobe» verbrechen zu Hause entsetzt war, aber gen Rom zu appellireu unterstanden, annahm, und die fache gantz vonneuem untersuchen wollte, welches die gemeldte kirchen als ge-gen die bisherige Übung streitend keineswegs zugeben ivollten;und daurte der zanck noch bis ins folgende Papstthum Bomfa.cii, wurde auch in ben spätern zeiten ein und das anderemal wiederum rege. In dem streit wegen des Mettopollta.naks zwischen den Bischöffen von Arles und Vienne in Frank reich soll Zosimus für den letzten gesprochen haben. Er starbden 26. deccmbr. an. 418. Wir haben unterschiedene eplsteln,so ihm zugeeignet werden. Ihm succedirte Bonifaclus. Am.fiaßus , in Zosimo. Baronius, in annal . Jacob. bibl. Pont».[rancisd Pagi hiit. Pap. *
Zosimus , ein Bischoff zu Napoll - erlangte diese wurdedurch Ursatium und Valentem , welche beyde Bsschöffe m R«,ber-Unqarn waren , und den Maximum ausgeschlossen hallen,weil er dem LonciNo zu Rimini nicht unterschreiben wollen.Man giebt vor , daß GOtt ihm zur strafe allemal, wann ersein Btschoffs-amt verrichten wollen, es so geschickt, baß ymdie zunge bis zur wurtzel aus dem munde heraus geschossen undgelähmt worden, welche strafe ihn zur erkänntnis gebracht, und