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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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verursachet, daß er das mit unrecht eingenommene Bißthumwiederum verlassen. Baron.

Zosimus, ein Sophist und Redner von Alerandria gebür'tig , war sonderlich den meynungen deS Platoniö ergeben, fiengauch an, sich durch das leben dieses Weltweisen. welches er andas licht stellte, bekannt zu machen. Hernach schrieb er phy»sicaltsche bücher, deren er nach dem Griechischen alphabet 21.heraus gab, und selbige seiner gelehrten schwell« Theodosiazuschrieb. Er soll ;oo. jähr vor Christi geburt, und vhngefehrzo^nach dem Plato qelebet haben.

Zosimus, ein Griechischer geschicht-schreiber, lebte zu Theo.do»i des lungern zelten, und war Comes und Advocatus fiscian dem'Kay,erltchen Hofe. Er schrieb eine Historie von denKaysern in sechs düchern, welche bis auf die zeit gehet, daRom von Alarico zum andern mal belagert worden. Dieserhlstorien-schreider war ein so grosser feind der Christen, daßer von allen Fürsten , die ihnen günstig gewesen, übel urtheil,te. Unter andern nimmt er sonderlich Constantinum M. sehrhart herum. Jedoch hat Lennclavius ihn in einer schutz-schrist,die er nebst der Übersetzung seiner Historie heraus gegeben, gargelehrt vertheidiget. Evagrius , hüt. eccles. Pbotm , in bibl.Vojfius , de Hist . Greec.

Zosimus, von Gaza oder Astalon, lebte zu den zeiten desKayserS Anastasii, und war wegen seiner wissenschasst in Hu-ruanioribus in gisset hochachlling. Er verfertigte nach demalphabet ein buch, darinnen alle rhetorische rermini enthaltenwaren, so man letzt in dem Lexico des Euidas antrift. Er hatauch über den Demosthenes und Lystas commentirt. Suiäas.

Zossen , eine kleine stadt, nebst einem schloß und Amte, inder Miltel-Makck, vier meilen von Berlin , an der Rotte in ei-nem grossen moraste gelegen. Die Schweden eroberten an.164,. das schloß, und legten die stadt in die asche. Brandend.Staats-geogr.

Zoster, eine stadt und vorgebürge in Altica , zwischen demHasen Piräeum, so anjetzo il Porto Lione heißt, und der insulZea. Dle Alythologi sagen , daß Latona allhier zuerst ihrengürtel aufgebunden habe, so eine bey den Alten gebräuchlicheceremonie war, die sie vor der Vollziehung der ehe beobachteten.Hiervon soll die stadt ihren nahmen bekommen haben. Die-selbe war dem abcrglaubcn dieser vermeynten göttin sehr erge-ben , und die einwohner pflegten sowol ihr als der Diana jähr-lich sischk ju opfern. Cutro . Strabo .

Zotenberg, (der) lat. Mons Zabotus, oder Zotensis, ist ein sehr hohes und oben etwas breites gebürge, zwey Teutschemeilen von der stadt Schweidnitz in Schlesien , zwischen dieserstadt und Olnow , gelegen. Er ist als ein stück des Äiesen.qe-bürges anzusehen, und hat ehemals auf seiner spitze ein castellgehabt, welches aber, weil man angefangen, strassen-raub dar-aus zu treiben, an. 1423. ruinirt worden. An dem fuß die,ses dergcs liegt eine kleine stadt , nahmens Zoten, wovon,gleichwie auch von dem berge selbst, der Abt auf dem Sandevor Breßlau Herr ist. Henel. Silesiogr. Becman. hilt. orb.terr. geogr. c. 7. §. 6.

Zoimondus, ein Ungar, ließ seine tapferkeit sehen, alsHeuricus III. die stadt Preßburg belagerte, um des UngarischenKönigs, Petri Alemanni, lod zu rächen , welchem Andreasan. 1046. die äugen ausstechen lassen. Er kam in der nachtaus der stadt, schwamm zu des Kaysers schiffen, und durch-bohrte selbige so listig , Mj sie bey anbrechendem tage unter,suncken, welches veranlassele, daß die belagerung aufgehobenwurde. Bonfin. üb. II.

Zotus, ein Italiänischer Mahler, so um das jähr l, 14 . flo-riert , hak viel stücke von seiner arbeit in Italien , und sonderlichzu Florentz, allwo er gebohren war, hinterlassen. Dieser istes, der die schilderey, so zu Rom a» dem emgange der Peters-kirche zu sehen ist, und dieses Apostels von den wellen hin undher geworffenes schiff vorstellet, gemahlet hat. Der PapstBenedictus XII. hatte ihn darzu ausersehen, daß er die geschich-te der Märtyrer in dein pallaste, den er halte bauen lassen , ab-mahlen sollte, polaren an. lib. XXXI. Platina in vit. Pontif.

Zouchäus , ( Richardus) ein angesehener EnqelländischerR "chtsgelehrter, war aus einer alten adelichen familie an.i?yo. in Willshire gebohren, und legte darauf die fundamenteseiner studien zu Oxford in dem neuen Collegio. Nachdemderselbiqe an. 1619. die DoHor-würde in der Rechtsgelehrthciterlangt , ward «Professor dieser Facultät, hernach dabey an.1621.' Prassectus Auls Albanne, und endlich des hohen Admira-litäls-Lour Richter. Dlß letzte aml verlvhr er zwar an. 1648.behielt aber die zwey übrigen, da er sich den Vis-tatonbua desParlements unterwarf; doch erlangte er bey Wiederherstellungder Königlichen regierung auch für etwas zeit das Admiral!,täts-amt wiederum, und wurde geordnet, die Universität zuOxford wieder zu reguliren. Er starb zu Londen den 1. mark.an. 1660. und ward zu seiner zeit für das Oraculum Jurispru-dentias gehalten; sonst auch wohl in Philosoph, und lilitor.versucht, baden von sehr angenehmen Umgang, der wohl hät-te höher steigen können, wann es die bösen zeilen , in denen ergelebt, und seine angebohrnc modestie ihm zugelassen. BischoffR. Sanderson hielte sehr viel von ihm , und da er befragt wur-bt, wie ein angehender Theologus das studium casuilticumangreiffen müste, pflegte er einem solchen neben andern studien,

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unsers Zouchäi Elementa Jurisprudentiae, als ein sehr begue«mes hülfs-mtltel, zu recommandiren. Von ihm hat man, ne,ben jetztgemeldtem werck, so auch in Holland nachgedruckt wor»den : Description. Juris Feudalis, secundum Confeetud. Me-diolani & Norman. ; Descript. Juris temporalis secundumConsuet. feudal. & Norman.; Descript. Juris Ecclesiast. secund.Constit. Anglican.; it. Juris sacri; it. Militaris; it. Maritimi;it. Fecialis ; de Legati delinquends Judice competente; Eru-dition. ingenuae Specimina ; Centuria QuEest. Juris Civilis ;allerhand casus und quaest. resolvirt u. a. IN. Athen. Oxon.tom. II. IV altons life of ß. Sanderson. *

* Zoutmann , (Petrusi ein tregicher mabler. der von Har-tem gebürtig, und einer der besten jünger von Rubens gewesen.Er mahlere ,ast nichts als Portraits, und hinterließ an dem Pol»nijchen Hofe, dahin er beruffen worden, viele dcnckmale sei-ner ungemeinen kunst. Nach seiner zurückkunft auö Polen setz»te er sich tu seiner gedurts-stadt, und hatte so viele Portraits zumahlen, daß er nicht alle verfertigen konnte. Groß allgem.Holl Lericon.

Zscheplitz, siehe Zöblitz .

Zschopa, Tschopa, eine kleine stadt nebst einem schlösse,m dem Meißmjchen Ertz-qedürqe, an dem fluffe gleiches nah.mens, unweit Chemnitz gelegen. Der bekannte Valentin Wei-gel hat allhier als Prediger gelevet. Knaut. prodr. Misn.

Zschopa, Tschopa, ein bekannter fluß in Meissen , welcherzwischen Zwemtz und Scheibenberg in dem Ertz-gebürge ent-springet , bey Schwartzenberg und Crottendorff, allwo er derSchlekterbach genennet wird, vorbey, und auf Wolckenstein,Zschopa, Franckenderg und Augustburg fliesset, sich daselbstmit dem kleinen fluß Flöhe vereinigt, und mit selbigem hernachbey Döbeln in die Freybergische Mulde fället. Albmi Meißn.land-chr. Pe-.kenji. theatr. Sax.

* Zuberus, (Matthäus) ein sehr geschickter Poet, war zuNeudurg in der Pfaltz an. 1570. von armen eitern gebohren,und ließ von jugend auf so grosse fähiqkeit von sich spüren, daßseine lehrmeister bewogen wurden, ihn dem damaligen Landes«Herrn, Philippo Ludovico , besonders zu recommcndiren, derihn auch erstlich auf dem Lauingischen Gymnasio studircn ließ,und sodann mit einem ttipendio versehen nach Wittenberg schick-te. Hieseibst that er sich gar bald durch seine erfahrunq indem Lateinischen und Griechischen Herfür, machte auch in bey«den sprachen viel carmina , welche er, weil sein itipendiumnicht völlig zureichen wollte, auf seiner stube um gelb verkaufte.Ohngeachtet er aber diesclbige um gewinns ivjllcn schrieb , wa-ren sie doch so beschaffen , daß sie von jederman sehr hoch geschä-het wurden, und ihm sonderlich von Paul. Melisso den poeti-schen lorbeer zuwege brachten. Hierauf that er eine reise nachFranckreich und in andere länder, und ward nach seiner wieder,kunst an das Gymnasium zu Sultzbach beruffess, allwo er diePoesie öffentlich und mit grossem rühm gelehret. Er starb zuNürnberg den 19. ftdr. an. 162z. Er war sonderlich in epi-grammadbus so geübt, daß er dieselbe ex tempore verfertigenkonnte, und wird von einigen um derselben willen dem Owenound selbst dem Marliali gleich geachtet. Seine gedruckte schrif.te» sind: Miscellaneorum tarn Ladnor. quam Graecorum Epi-grammatum libb. VI. ; Epod*tys, scu Carminuni & Epigram-matum Psecades V.; Monoitichologia. So sind auch nach sei-nem tobe zwey starcke voIumina in 8. von seinen übrigen Latei«nischen und Griechischen versen zu Nürnberg heraus gekommen.Freberi theatr. Lttzel. hist. Poet. Grase. Germanist.

Zuccarello , ein kleines Marquisat, init einem städtgengleiches nahmens, in der westlichen gegend des Genuesischengebielhö, zwischen Albenga und Ceva gelegen. Es ist ein ReichS,lehn , und gehörte sonst der familie derer Caretti. Scipio Ca-retti, nachdem er durch ein Haupt-verbrechen sich dessen verlustiggemacht, verkaufte es dem Heryoqe von Savoyen ^ Carl Ema-nueln l. Allein der Kayser confiscirte , und gab es der Re«pudlick Genua , welche nachgehends mit dem Savoyischen Ho,se viel streitigkeiten darüber gehabt. Ungefehr an. iszz.soll,mit Kayserlicher genehmhaltunq, der Cardinal-Jnfant Ferbi.nandus einen ausspruch, in favor des Hertzogs von Savoyen ,wegen dieses Marggrafkhums gethan haben. Le Vajsor , hist.de Loiiis XIII. tom. V. p. 96. 101. tom. VIII. p. 17z»

Zuccau, siehe Succau.

Zucchero, (Taddeo) ein berühmter mahler aus dem Her-tzogthnm Urbino gebürtig, hatte einen mahler, nahmens Octa.viano, zum vatter, der ihn bis ins 14. jähr erzog, und denn, umsich in der kunst zu perfectioniren, ihn nach Rom schickte. Indem -9. jähre hat er sich schon durch seinen Pinsel in ansehen ge.bracht. Er starb aber gar zeitig, nemlich in dem jähre sei-nes allers, und hinterließ viel schöne stücke, die er angefangen,unausgemahlet. Filibien, entret. für les vies des Peintres.

Zucchero, (Frederico) aus, dem Hertzogthnm Urbino inItalien gebürtig , war Thaddäi bruder, unter welchem er mäh,len lernte. Als derselbe gestorben, brachte er daS werck, so jenerzu Rom angefangen, vollends zu ende. Hierauf kam er nachFloren», um dasjenige, wasVasari unvollkommen gelassen,vollends zu verfertigen. Der Papst Gregorius XIII . ließ ihnwiederum zurück nach Rom holen, allwo er »ach einigem mitdesselben bedienten gehabten streit ein stück verfertigte, worin-nen er die Verleumdung vorstellete, und diejenigen, welche ihn

beleidi.