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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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beleidiget hatten, nach dem leben und mit esels-ohren abmahl.te. Dieses stück hieng er vor die khüre der Dt. Lucas-kirche andieses Heiligen fest » tage, verließ sodann die stadt, um desPapsts zorn zu entgehen, kam in Franckreich, und gieng vondar in Flandern , hernach in Holland , und von hier in En-gestand, allwo er die Königin Elisabeth abmahlle. Hieraufkam er wiederum in Italien , und wurde von dem Papst par-donniret. Zu des Papsts Sipti V. zeiten ließ ihn Philippus II. in Spanien holen, um das Escurial zu mahlen. Doch warman da mit dem, so er in krekgue gemahlt, nicht zufrieden,und er selbst meynte einige ursach zur mißvergnügung zu ha-ben ; daher er bald wieder von dar weggieng. Bey seiner zu-rückkunft nach Rom arbeitete er an der vollkommenen aufrich-tung der sogenannten Mahler-Academie, und richtete des PapstsGregorii XIII öreve, so deswegen ergangen war, ins werck.Er selbst war der erste, welcher zum Fürsten von der Academieerwehlel wurde, und erdauete ein sehr fein Haus, worinnensie zusammen kamen. Nachdem er nun sein geld an dieseswerck gewandt hatte, gieng er nach Venedig , um die von dermahler-kunst durch ihn geschriebene dücher drucken zu lassen.Er starb zu Ancona in dem 66. jähre seines alters. Ausser dermahler-kunst verstund er auch die bilbschmtzer-und dau-knnstsehr wohl. Filibien. *

Zuckmantel von Vrumat, eine von den ältesten adelichenfamtlien in Nieder-Elsaß , allwo sie Wintzenhctm und anderegüther besitzet. Sie führet den deynahmen von der stadt Bru-mat, drey stunden von Straßdurg gelegen, in welcher sie vorzeiten gewöhnet. Johann hat sich von dar an. 1361. zu Straß­ burg niedergelassen. Wilhelm ist an. 1*90, auf dem turnterdaselbst gewesen. Wallrav hat an. 1470. als Amtmann zuBrumat qeledet. Agnes ist an. 15,9. als Aebtißin zu St. Ot-tllienderq verstorben. Christoph starb an. 1544. und hinterließHans Jacob und Wallraven. Philipp Wallrav und Hans Ja-cob lebren an. 1696. Heryogs Elsaßis. chron. lib. VI.

* Zuckmantel , eine kleine stadt in dem Schlesischen Für-stenthum Grvtkau, wobey gute dergwercke zu finden.

Zuccora , ein flecken und castell in der insul Piscopia aufdem Archipelago , gegen Asia zu. Es ist daselbst ein dach mitfrischem wasser zu allen jahrs-zeitcn. Die einwohner geben vor,daß hieselbst auch viel gute dergwercke seyn, worinnen sie abernicht arbeiten dürften , damit nicht etwan die Türcken, wennsie davon hörten, ihnen beydes selbige und die insul nehmenmöchten. Boschmi Archipel.

Zueca, siehe Gmdeca.

Zug, ist ein Canton, und zwar der VII. in der Eydgenoß-schafft, eine wohnung der Tuginorum, deren Strabo geben»cket, und die schon vor Christi geburt mit den Cimdriern in Gal­ lien gezogen, und von Mario geschlagen worden. Die stadt Zug liegt an dem fuß des Zuger-dergeS an einem fee,der von der -stadt der Zuger -see genennet wird,und etwan 3. stunden lang ist,also daß diese stadt eine lustige und komliche gelegenheit hat/wel-che aber auch gefährlich seyn kan, Massen an. 143 z. den 4. mark.die dem see nach angebaute gasse, plötzlich mit leuthen undguth versuncken ist. Von dem Ursprung des nahmens dieser stadtsind verschiedene meynungen; es reimet sich aber keine besser,als diejenige, die von dem nahmen der uralten einwohner dieserlands-gegend hergeholet wird, welche Tugini und lugen, genen-net worden, zu Teutsch Tugcr oder Zuger, als welche schon zuder zeit bekannt waren, da die Cimbrer und Schweden über dieAlpen in Italien eingebrochen, und der Römer lande gevlün,dert und verheeret haben. Ist also Tugium oder Zug diesesvolcks und des Pag, Tugeni oder Zuqer-Göws Haupt-stadt gewe,sen. Es ist wol gläublich, daß die Zuger zur zeit Iulti Cäjarismit den übrigen Helvetiern, zumal den Zürichern, aus dem lan-de gezogen, und ihren flecken Zug auch verbrannt haben. Alleinbey ihrer gezwungenen zurückkunft wurde der ort wiederum an-gebauet,und ist unter der Römer beherrschung angewachsen. Imv. saeculo kam die gantze gegend unter die Burgunder, von die-sen an die Cron Franckreich; im X. feculo wieder an die B»r-äundischen Könige, und an. 1032. an das Teutsche Reich. Diestadt ist unter sonderbare beherrschung des Adels gerathen, undhat sonderlich die Grafen von Lentzbu-g zu Herren gehabt. Alsnun der letzte Graf Ulrich an. 1172. und mit ihm der Gräflichemanns-stamm abgestorben, fielen seine länder und mithin diestadt Zug an seine baas Richenza , welche Graf Hartmann vonKydurg zur ehe hatte. Also kam Zug an die Grafen von Ky«bürg,und nach deren abqang erblich an das HausHabsburg,ein.folglich an daS Hauß Oesterreich, an welchem die dürgerschaffttreulich gehalten, wie sie dann dem Oesterreichischen kriege mitden Ständern Ury, Schweitz und Unterwalden, den ansang ge-macht, und an. 1313. in der schleicht am Morgarten fast gelitten,auch im Reichs-krieg, den der Ertz-Hertzoq Friedrich und seinebrüder wider Kayser Ludwig aus Bayern lang geführehin dienstund zügen des Hauses Oesterreich ein ansehnliches an leuthenund an guth zugesetzet haben. Nachdem auch die stadt Zürich an. 1 zeo. in den Evdgenoßischen dund aufgenojnen, und darauf-hin vom Ertz-Hertzoq Albrecht von Oesterreich vergeblich bela,gerl worden, hat er in die stadt Zug eine starcke besatzung gelegt,welche dann die Evdqenoßische orte mit ihren streifereyen nichtwenig beunruhiget, auch die freye zusammenwandlung verhin-dert hat, also daß diese an. 13 92. den 8. jun. mit ihren pannern

für Zug gezogen, die stadt belagert und 15. tage lang Mtia mitstürmen angesetzet, wodurch die schon vorher von dir 2ewchenen dejatzung verladene burger ermüdet, sich mit dem bed.naergeden,,wann der Ertz-Hertzoge innerhalb;. tagen nich er-setzen wurde, Massen damals im klvster Königsfelden und do«herum viel volcks läge. Die Zuger schickten darauf etliche dthre» gen Königsfelden,welche den Ertz-Hertzog im creubaanaangetroffen, demjelben ihre noth fürgelragen und um eilendehulffe und rettung gebalen. Als nun der Ertz-Hertzoq ihnen ket-nen beschetd gab , sondern einen seiner weydmanner qcftaai-ob das federchiel geessen hatte '{ sagten die abgeschickten mZ»g: Herr! sind wir armen leuthe Euer Gnaden nicht mebeangelegen als die vogel, so muß es GOtl erbarmen; darauf bnErtz-Hertzog ihnen zur antwort gab : Wolan, ziehet hm undergebet euch, wir wollen in kurtzer zeit alles wiederum einneb.men. Als sie nun sahen, daß sie hülflos gelassen wurden,habensie,ich gantzlich an die Eydgenoffen ergeben, und sind vv» diesenmit dem aussern Amt zu ewigen dunbsgcnossen angenommenworden, welches bunds-driefs Inhalt bey Waldkirchio zu lesenist- Der Ertz-Hertzog belagerte gleich darauf im ,ulio «dermaldie stadt Zürich vergeblich; worauf im auqnsto ein friede erfol.gel, krasst dessen Zug dem Ertz-Hertzoge, mit vorbehält betbunds mit den Eydgenoffen,wieder gehorsamen sollen, auch wil-lig gewesen, solches zu thun; weil aber der Ertz-Hertzog denbund nicht leiden, die Eydgenoffen hingegen nicht darvon wei-chen wollten, gerielh die fache wieder zum kriege, und kam derErtz-Hertzog nebst dem Kayser Carl IV. zum drillen mal fürZürich an. i;;4. aber wiederum vergebens. Endlich erfolgtean. rzzz.ein neuer friede, und die Zuger musten den bundnochmals beschwören ; von welcher zelt an sie dann ein Mitgliedder Eydgenoßschafft ruhig geblieben, auch an. 1477. 19 u. undi?S7. in die erbeinigung mit Oesterreich, an. 1321. i i49 .

1582.1602.1663. und 171;. in den bund mit Franckreich, an.iz?2. 1702. und 1706. in das Maylandische capitulat; an.1528. izz;. 1978. in den bund mit Wallis ; an. 1,-79. ,6;;.1671.1Ü9;. in den dund mit dem Bischoffvo» Basel cingeirelenist. An. 13 88. im Sempacher krieg, als die Oesterreichs , so zuBremgarten lagen, in das Zuqer-gebieth gestreift, geraubt undgebrannt, und die Zuger ihnen zu hitzig nachgeeilt, sind sie in ei-nen Hinterhalt gerathen, und nebst ihrem Ammann 42. niederge.macht worden. An. 1404. haben die aussern Gemeinden widerdie stadt die waffen ergriffen , weil sie vermcynt, daß, sintemalsie an mannschafft starcker wären, die Verwahrung des panners,insiegels, rc. ihnen eben sowoi als jenen zugehöre; sie erhieltenbey denen von Schweitz hülffe, überrumpelten bey nacht und ne.bei die stadt, und besetzten dieselbe. Es haben sich aber die übri.ge EydgenoßischeOrte der stadt angenomen,dic Gemeinten über-zogen, und gezwungen, alles im alten stand bleiben zu lassen.

Der stadt Zug zugehöriges land und gebieth war vor altemgroß und weil, heul zu tage aber ist es klein und eng, zwischenZürich , Lucern und Schweitz eingeschlossen, jedoch ziemlichfruchtbar, hat auch etwas weinwachs am berge, und sonderlichviel castanien. Es wird dieser Canton eigentlich i» zwey theileabgetheilet, nemlich 1.) die stadt Zug ; 2.) das äussere Amt,welches ;. Gemeinden begreift, als erstlich Egery, liegt gegendem Canton Schweitz an dem Egery-see; zweytens Baar, liegtunweit Zug an dem fluffe gegen Bleickenstorff über; drittensMentzingen, liegt gegen dem Zürich -gebieth. Diese zusammensind die regierende Herren des landes. Die stadt Zug allein aberbesetzet z. Vogteyen, deren Oder-Vögte durch die gantze bürgcr.schasst, und zwar aus ihrem mitte! erwehlt, und alle 2. jähr ab-gewechselt werden. Es sind diese Vogteycn folgende, 1.) Chaam,2.) Rysch oder St. Andres, 3.) Wachwyl,' 4.) Slcinhauscnund St. Wvlfgang, 5.) Hüncnberg; dieses orts einwohnerhaben die freyheit, ihren Vogt aus der dürgerschafft zu Zug sclb-stcn zu crwehlen. Der gantze Canton aber dcvogtet um den 8.alten Orten das Thurgöw,Sargans , Rheinthal, die freyen Aem-ter oberhalb der an. 1712. gemachten march-linie. Mit ten1 r. Orten die 4. Italiänische» Vogteyen, Lauwis, Luggaris,Mendrys und Maynthal. In der stadt Zug ist zu sehen St.Oöwaldskirche, wie auch das Rath- und zeug-haus.

Das Regiment dieses orts ist gantz democralisch. Die höchstegewalt ist bey der Lands-gemeinde,welche gewöhnlich aufdcn er-sten sonntag im may in der stadt Zug unter dem freyen Himmelgehalten wird, wobey dann alle Mannsbilder in der stadt undaus dem aussern Amte, die über 16. jähr all sind, erscheinen.Da werden der Land-Ammann, (als des Cantons Haupt) Pan-ner-Herr, Stadt- und Lands-Fähndrich, Landfchreiber, Land-vögte, rc. erwehlet, und alle wichtige lands-angelegenheiten infriedens-nnd kriegs-zeiten fürgebracht und abgehandelt. DerLand-Ammann wird abwechslungs-weise aus der stadt und ausdem aussern Amt erwehlt, jedoch 'mit dem unterscheid, baß deraus der stadt erwehlte Ammann 3. jähr lang an dem amt blei.bet, da die aus den Gemeinden nur 2. jähr lang regieren, esmüssen auch diese in der stadt wohnen. Auf der Lands-gemeindewird die stadt Zug für anderthalde stimme gerechnet. Diesemnach, wann die stadt und eine der 3. Gemeinden eine meynunghaben, so machen sie gegen den andern 2. Gemeinden das mehr;hat aber sowol die stadt, als die 3. Gemeinden jede eine beton,dere meynung, so machet die stadt allein das mehr. Wann d>estadt einer meynung ist, eine Gemeinde einer andern, und dieübrigen 2. Gemeinden die dritte meynung hat, so machen rietedas mehr aus. Der nächste nach dem Land-Ammann ist der

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