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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
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Lands-Statthalter, welchen der Stadt-undAmts-Rath erwehltaus den Räthen der stadt; dieser hat das lands-siegel in Verwah-rung. Neben der Lands-qemeinde hat es zu abhanblung der täg-lich fürfallenden geschässte und landö-sachcn, den Stadr- undDmts-Rakh, welcher auch die lachen vorher überlegt, die derLandö-gemeinde fürqedracht werden sollen, und erkennet,ob undwenn man eine ausserordentliche Lands-gemeinde zusammen de.ruffen solle. Er bestehet aus 40. ehren-gliedern, deren ausder stadt und y.aus jeder Gemeinde des aussernAmts genommenwerden/ und zwar erwehlet sowol die stadt als die Gemeinden je-de die ihrigen allein ; er versamelt sich aber allezeit in der stadt,so oft es der Land-Ainmann für nöthig erachtet. Über das blutrichtet der Land-Ammann mit denen ihm aus dem Stadt- undLand-Rath zugegebenenRichtern. Ausserdem Stadt-und Amts.Rath hat annoch die stadt Zug ihren <2tadt- und eine jeglicheGemeinde ihren besondern Rath und Schreiber,vor welchem diebesondern stadt-oder Gemeinds-angclegenheiten abgehandeltund erörtert werden. In justitz-sachen sind 2. Gerichte in derstadt, welche halb von der stadt und halb von den 2. GemeindenEgery und Baar besetzet werden, als erstlich das grosse Gericht,darinnen der Ammann den stab führet; dieses richtet über erbund eigen, injurien, frevel,rc. Das andere ist das kleine Gericht,darinnen führet der Großweibel den stab; dieses richtet überschulden und geringe civil - fachen. Die Gemeinde Mentzingenhat ihr eigen Gerichte. Die religion in diesem Canton ist durch-aus Römisch,Catholisch, also daß keine andere gelitten wird.Daö wapen der stadt Zug ist eine blaue binde, oder streife im sil-bern selb, die stadt-farde weiß und blau diesem gleich. Stumpf.Stein. Sim. TJlhudy , hist. MS. P. I. Bul. hist. MS. üb. IX. c.J.Ga/.Rhzet.lib.XIV. c.214. Ruhn. an. E-B- U.S.H. P.I. P.i6;.*

Zülch, zülvich, lat. Tolbiaeum, bey einigen mittlernscrwenten Lastellum Tulpiacum, eine stadt in dem HertzoglhumJülich , 10. meilen von Cöln gelegen, ist wegen ihres grossen al-terthums sehr bekannt. Denn es gedruckt ihrer schon Tacitus,wie auch nach solchem das Irinerarmm ünconinl. GregoriusTuronensts sowol als alle andere Fränckischr scrlbenten erzehlen,daß der Francken König Clodoväus I. einen vollkommenen siegWider die Alemannen allhier erhalten, auch nachmalö Clodvvätur-enckel, Theodoricus, seinen brnder Theodoberlum bey dieserstadt gäntzlich geschlagen habe. Auch war schon vor dieser letz-tern begebenhcil der Thüringisiche König Hermanfried allhierum sein leben gekommen; ohne von der an. 881. durch dieNormänner geschehenen verstörung zureden, als sie bis hie-her und gen Bonn mit ihren streifereyen durchdrängen. Inder iheilnng unter Caroli M. söhnen ist es zu dem Lothringi-schen Reiche geschlagen worden, nach dessen ausqanq es denHertzogen von Lothringen geblieben. Nachdem aber, auf diewider Giselbertcn von Lothringen ergangene acht, dieses Her.tzogthum zerrissen wurde, und Kayser Henricus der Vogleran. 925. Zülpich würcklich mit gemalt von Giselderlo erobert,ist solcher ort zu des Kaysers Oltonis I. zeiten an PsaltzgrafHermann den kleinen gekommen, welcher es den Grafenvon Jülich zu lehn gereichet, oder vielmehr verpfändet hatte.Doch lösete diese stadt und Amt an. i?68. den 29. aug. Cunovon Falckenstein, Ertz-Bischoff zu Trier und Loadjuror zuCöln, wiederum ein an letztgemeldtcs Ertz-L>tift, nachdem sieeine Zeitlang an Jülich verpfändet gewesen. Sie ist sowol beyalten zeiten als im ;o. jährigen und folgenden kriegen durchbrand und Plünderung verschiedene mal heftig mitgenommen,dermalen aber wiederum in guten ffor gebracht worden. Ca-rolus öl. hielte sich der situation halber gern und öfters daselbstauf. Sie hatte Luriam Regale, die Pfallentz, und noch heu-tiges tags supremum judieium neben dem Gerichte von Mers-bürden; drey Pfarr-kirchen innerhalb den ringmauern, als,St. Petri, so Matrix der aus mehr als 70. Pfarreyen beste,henden Christianitatis Tolbiacensis, und deren Probst eineraus dem adelichen Reichs - Stifte Siqburg hier zu rcsidirenpflegt, neben seinem Viee-Lurato und Vicariis. ölmae Virginiswar ehedessen eine Lollegiaca. Die Lanomci sind im XIV. fe-culo nach Jülich transferirt worden. St. Martini wirddurch die Lanonieos Reguläres Steinkelcienses cd. Pramon-ftratensis verwaltet. Daneben ist allhier ein Capuciner-Con.vent, Hospital, und noch einige andere streben und capellen.Nächst vor der stadt befindet sich das adeliche Frauen-kloster Ho.ven, liovenx cd. Cisterciensis, und ein anderes dergleichen un-weit davon, Fössenich oder Vulpiacum cd. Prsemonstrarenstsunter ihren standesmäßigen Aebkißinnen, und rings herum eingrosser Adel. Tacitus . Greg. Turon. Fredegarius. FrodoardusRbemenßs. Godefridus Monacbus. Marq. Freberus. Ma-biüon. Merian. Tolneri hist. Pal. p. 26. Sagittar. de Reg.Thür. cap. ij. n. Tentzels monatl. untern an. 1694.pag.467. * .

Züllichau , ein vestes städtgen in dem Schlesischen Fürsten,thuen Crossen, dem König in Preussen gehörig. HanS dergrimmige, Hertzoq zu Saqan , hat sie an. 1477. erobert undgedrandfchatzet, dergleichen Unglück sie in dem ;o. jährigen krie-ge unterschiedene mal ausstehen müssen. Der hiesige Kreis hatviel adeliche schlösser. Lucä Schles. chron.

Zülnhard, ein altes adeliches qcschlecht in Schwaben , vonwelchem Bernhard an. 996. zu Braunschweig, Wilhelm an.nöc. zu Zürich , Conrad an. 1198. zu Nürnberg, Heinrich an.i»;;. zuWürtzburg, und Eberhard an. 74 . i« Eßlingen auf

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dem turnier gewesen. In den folgenden zeiten hat Wolfganqum das jähr i;zo. als Dom-Dechant, und ein anderer diesesnahmens zu auögang des XVI. feculi als Dom Probst zu Aug-spurg gelebct. Johann Dietrich, Kayserlicher Obristcr hat an.1650. sioriret, und nebst andern das geschlecht fortgepflantzet.Bucelin. stemmat. P. IV. p. 519.

Aürich, lat. Tigurum, Thuricum , Thuregum , ist eineEvangelisch- Reformirle stadt und Canton der Endgenoßsichafft,in der ordnung der erste, auch nach Bern der gröste und mäch-tigste. Das land grentzet gegen aufgang an die GrafschasstToggenburq, und die den Canlonen Schweiß und Glarns ge-hörige Herrschafflen Utznach und March, gegen mittag an denCanton Luccrn, Zug und die freyen Aemter, gegen abend andie Grafschasst Baden und das Kletgöw, gegen Mitternachtaber an den Canton Schaffhausen und das Tburgöw. Diestadt, so an dem ausfluß der Limmat aus dem Zürich-see in ei,ner sehr bequemen angenehmen und fruchtbaren gegend gelegen,auch unstreitig eine der ältesten und berühmtesten in der Evd-genoßschafft ist, wird durch gedachten flnß in zwey ungleichehaupl-theile abgesondert, und durch zwey schöne brücken zujam.men gefüget; ausweichen künstliche rüder zu sehen, womit daswasser aus der Limmat herauf gebracht wird. Die sehens-würdigste fachen in der stadt sind 1.) das grosse Münster oderFelicis und Regulä-Slist, ein ansehnliches mit hohen gallcricnund zwey haupt-thürmcn wohl ausgerüstetes gebäude, welchesHertzog Ruprecht von Alemannien an. 680. angefangen, undKayser Carl der grosse «,1.^769. vollendet, der es euch begä-bet und ein Chor-Herren-tLlifr-dastldst angeleget, wie den»der beyden stifter steinerne bildnisse an ermeldtcn thürmcn an.noch befindlich; dabey stehen auch die vornehmste Collegia unddas ansehnliche Convcnt-Haus der Geistlichkeit. 2.) Die Frau-Münster Pfarr-kirche, so die grösseste und erst seit wenig jährenvöllig zu stände gebracht ist. Vor der Reformation war allhiereine Fürstliche Abtey und Frauen-kloster, von König LubovicoGermanien gestiftet; dessen beyde töchter Hildegard und Ber-tha auch die erste Aebtißinnen gewesen seyn sollen. Ferner ;.)St. Peters-kirche, und 4.) die Prediger-kirche, beyde sauber ge-bauet. An dem bey der erstern stehenden thurm ist ein künstli-ches astronomisches uhr-werck, und das chor bey der letzter,,soll eines von den höchsten in Teutschland seyn. Vor zeitenhat ein Prediger-kloster allda gestanden, welches nunmehr»zum spital angeordnet. 5.) Die Wasser-kirche, welche in-nerhalb aufeine wunderbare arl gewölbet, und mit zweyen übereinander rundumher gehenden galerie» versehen ist, auf deruntern befindet sich die ansehnliche und aus etlich iooo. kostba.ren stücken bestehende bürger-bibliothcck; auf der obern aberein überaus curiöses knnst-cabinet, worinnen sonderlich merck.würdig die alte müntzen, Copernicanische und Tychonischeuhr.wercke, allerhand berg- und meer-wunber zusamt einem^seltsamen tisch von Holdein,scher arbeit. 6 .) Das Rahthaus, an*dem der bau an. 1699. zu ende gebracht worden; es ist aufschwibdöqcn in das wasser gesetzt und sowol an sich selbsten alSwegen der stattlichen beydes in- und äußerlichen zierrathenüberaus kostbar. 7.) Die Zeug-Häuser, an der zahl fünfe, sindmit allem kriegs-geräthe trcflich ausgerüstet, zu deren fernernaufnähme auch besondere Collegia gestiftet. 8 .) Das Schützen-haus, in form eines fchlosses, und seil wenigen jähren abson,derlich devestiget. 9.) Der schöne music-saal. 10.) Die kost-bare Gesellschafft- und Zunft Häuser. 11.) Die zwölf alte Rit-terthürme , von einigen Riltermäßigen geschlechtern zur zeitdes alte» regiments bewohnet. ,2.) Der erhabene Lindenhos,da vor zeiten das Reichsvöglliche schloß gestanden ; der platz istüberaus angenehm sowol wegen der schönen und weiten aus-sicht über die stadt, als denen daselbst befindlichen steinernentischen, schönen wasser - kunst und gepflantzken linden - bäu.men.

Schon vor Julii Cäsaris zeiten haben sich die Züricher in derRömischen Historie durch ihre den Cimbriern geleistete hülsseberühmt gemacht; jedoch ist der erste Ursprung und Urheber derstadt ungewiß ; was aber Stumpf, Guillimaiin und anderedavon melden , als daß sie von Thurico, einem ArelatensischenKönige, um Abrahams zeiten ihren ansang, demnach von Sue«vo, einem Könige der Teutschen und Schwaden, rzo. jähr her.nach ihren fortgang bekommen , ist auf ledige auch nicht ei»,mal glaubwürdige muthmassungen gegründet. Doch wird ge.meiniglich dafür gehalten, daß hier schon in den ältern zei.ten eine stadt dieses nahmens gestanden, von welcher die ehe-malige Tigcim benennet worden , die aber schon jähr vorChristi geburl, zu Julii Cäsaris zeiten, von ihren einwohnernverbrannt worden, als diese samt übrigen Helvetischen völckernsich aufgemacht und in denen fruchtbaren lanbes-gegendenGalliens , welche nunmehro Provence und Lanquedoc genanntwerden, ihren sitz mit dem schwerdt erobern wollen, gleichwieauch diese sowol als die übrige verlassene brand-städte, nach,dem ermeldte völcker von Julio Cäsare geschlagen , und nachihrem alten heimath zurück zu kehren gcnöthigel worden,von selbigen mit hülsse der Römer wledcrnm soll angebauetworden und von dieser zeit an immer empor gestiegen seyn;also daß Kayser Diocletianus an. Christi 287. dieselbe erwei-tert und devestiget, wiewol auch hierüber keine klare zcugnis«se aus dem alterthum zu finden. An. 498. soll der ort vonden Schwaben und Bayern verbrannt und verwüstet, nach-her»