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an. i;r;. der schlacht bey Marignan beygewohnet. Im fol-genden i;i6. jähre ficng er schon an zn Glarus das Evange-lium zu predigen, und denen im gottesdienst eingeschlichenenmißbräuchen zu widersprechen. Noch in dem nemlichen jäh-re ward er zum Prediger-amt »ach Einsiedlen beruffen, wo,selbst er beydes im predigen und dispuliren eiferig behauptet,daß die Vergebung der fünden allein in Christi verdienst zu er-hallen , hiemit schon vor Luthero, oder wenigst sicherlich oh-ne noch etwas von dessen dispuliren oder predigen wider dasPapstthum zu hören, das werck der Reformation mit gros-sem ernst getrieben. Es ist auch dieses um so weniger zuverwundern , als eben die Haupt - lehre , bey welcher sowolLuther als Zwinglrus den ansang zu dieser wichtigen kirchen-verbesserung gemacht haben , nemlich daß der tod Christi daseinige lösegeld für unsere fünden , und alle Päpstliche indul-gcnzen ein ledigeS getichte seyen , schon mehrere jähre zuvorauf der Baselischen Universität, sonderlich von Thvma Wll.tebachio, dem erwehntcn lehrmeister Zwinglii, war getriebenworden. Hiedurch nun erwarb sich Zwinglius gar bald ei-nen solchen rühm , daß er an. i;i8. zum Pfarr. dienst beydem grossen Münster in Zürich beruffen ward , welchen erauch angenommen, und sogleich angefangen, mit hindanse-tzling der bis dahin üblichen Dymiincalien, das EvangeliumMatthäi in seinen predigten zu erklären, da er immittelst sei.ne übrigen studien immer fortsetzte, und anbey zur aufnahmguter künste und wisscnschafften in Zürich nicht weniges bey-trüge ; wie er dann zu solchem ende verschiedene gelehrte Män-ner dahin zöge ; auch selbst an. i;r;. das amt emes ProFes-soris Theologie auf sich genommen hat. An. i;i9. that erdein Päpstlichen adlaß«kramer Bernhard Samson so starckenwiderstand, daß er zusamt seinem kram »»verrichteter fachenabziehen müssen; und an. i;ro. brachte er es dahin , daßvon dem Magistrat zu Zürich der dasigen Geistlichkeit anbe-fohlen ward, nichts zu lehren als GOtles Wort und wasdamit bewähret werden könnte. Alldieweil nun solcher ge-stalt der weg zu dem Reformations - wercke, wiewol nichtohne Zwinglii grosse qefahr und demselben gethanen hef-tigen widerstand , immer mehr gedahnet wurde , verfiel eran. i;rr. wegen des fleisch - Verbots in einen hitzigen streitmit dem Bischoffe von Costantz , unter dessen Abgeordnetensich auch sein Vicarius Johannes Fadri befand; bey welchemanlas Zwinglius seine erste schrift, worinn er von dem unter-scheide der speisen handelt , im druck heraus gegeben , undals der Bischoff an die dasige Obrigkeit einen defehl ergehenließ , diese neue lehre, als nur zur unruhe und Verwirrungdes volcks abführend , zu hemmen , setzte er demselben seinenLrcKetslem, oder eine in 69. arlickuln bestehende schütz - schriftentgegen. In dem nemlichen zahre kriegte er es noch mit Lam-berto, einem Barfüsser - Mönche, wegen der fürbitte der Hei-ligen und der messe zu thun, als den er auch auf seine mey,nüng brachte. Um die gleiche zeit wurde auch Zwinglio durchgift' und meuchel - mprd ob zwar vergeblich nach dem lebengestellt. An. 152;. da eine Gesandtschaffl von PapstAdrianozu abstellung der religjons - Neuerungen zu Zürich angelangt,geschahe auch das gleiche begehren an Zwinglium in eineman denselben absonderlich gestellten Breve , und solches zwarmit nicht geringen Verheißungen , welches ansinnen aber sofruchtlos ablief, daß Zwinglius in dem öffentlichen religions«gespräch, welches hierauf über die streitige glaubens - artickulauf obrigkeitliche verordnunq gehalten worden, seine fache mitbeystand Leonis Judä wider obgemeldten I. Fabri und an-dere Abgeordnete des Bischoffs von Costantz, standhaffrig ver-fochten , als wobey er hauptsächlich dahin angetragen, daßin glaubens - fachen allein die heilige Schrift der rechtmäßigeRichter wäre. Es sind auch nachdem die acten der disputa-tion von einigen gelehrten bürgern in einer wider des gedach,ten Fabri einstreuungen herausgegebenen schertzhafftcn schrift,der Gyrenrupsen genannt, wie nicht weniger von Zwinglioin einer andern schrift absonderlich vertheidiget worden. Nochin eben demselben jähre brachte es Zwinglius in einer andernöffentlichen disputation dahin, daß die Caplanen sich geweigertferner messe zu lesen. Des folgenden iahrs verehlichte er sichmit Anna Reichartin, einer adelichen witlib, und brachte nochvor dessen ende zuwege, baß die proceßionen nach Emsiedeln,das Fronleichnams - fest, nebst noch mehr andern gebrauchender Päpstlichen kirche abgethan wurden. An. 152;. bekamZwinglius mit den Wiedertäufern viel zu schaffen , welcheer aber nach einer dreymaligen vergeblich angestellten öffentli.chen disputation der Obrigkeit überlassen mnste. Den Lands-iüireiber von Uri > Val. Compar, welcher damals sinne lehre,sonderlich von dem ansehen heiliger Schrift , bilder- dienst rc.angetastet, fertigte ec auch in dem nemlichen jähre kurtz ab,und war es nun hauptsächlich um abstellung der messe zu thun,als derentwegen Zwingt,us mit dem damaligen Unterschrei,der, Joachim von Grcut, vor Rath einen harten straus überdie worte der einsatzung ausstehen muste. Demnach muste ereinen andern kämpf mit dem berühmten Eckio antreten, alsder ihn in einer anzüglichen schrift bey den EydgenoßlschenCantonen gar häßlich abgeschildert, auch nachhero aufdie bis.vutation nach Baden eingeladen, wogegen aber Zwingliusdie gründe seines auöbleibens den Cantonen in einem schrei,den kund gemacht, und nachdem Eckii sogenannte schluß,rc.den dieser disputation schriftlich widerleget. Immittelst hat.
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te die lehre Zwinglii von dem heiligen Abendmahl, da sie sichin der welk immer mehr ausgebreitet , ihm sowol als Oeco,lampadio in der Person Luthcri einen hitzigen gcgner erwe,cket, in dessen schristen sie so gar unter die schwärmer gesetzt,und so endlich wider willen in das sogenannte Zellum Sacra-mencarium mit eingeflochten wurden. Als nun LandgrafPhilippus zu dessen beylegung die Theologos auf das reli-gions - gespräch nach Marpurg berufte, hat sich auch Zwing-tlus dabey eingestellet; obwol nun da in dem streite pon dergegenwart des leides Christi leder theil auf seiner meynungbeharret, so vergliche man sich doch über alle andere artickul,wegen denen bis dahin eine mißhelligkeit zu sinn geschienen;und die Theologi , als welche von dem Landgrafen zur la-set eingeladen, und zur einigkcir ernstlich ermähnet worden,schieden daselbst mit freundlicher handbielung und gegenseiti-ger verheissung Christlicher liebe von einander. A«. 1528.war auch Zwinglius mit bey dem religions - gefpräche zuBern , dahin er unter begleitung vieler Gelehrten , Die zugleichem ende aus Teutschland nach Zürich gekommen, unddes Zurichischen Bürgermeisters Röusten, wie auch einer con.voy von ;c>c>. bewehrten Männern abgereiset. (Siehe Lern.)An. i$jo. gab sich Bucerus viele mühe , wegen des Sacra«mentü- streits zwischen Zwinglio und Luthero eine Vereinigungzu vermitteln , welches er aber nicht zuwege bringen konnte.An. 15 hatte Zwinglius seine Expositionen Chriftianee Ei-dei schon ausgefertiget, welche aber erst;, jähr hernach vonBullingero unter dem litul : Zwinglii Schwanen - Gesang ,an das licht gegeben worden. Weil er in erklärung deSzwölften Christlichen glaubens - artickuls, die rede an den Kö.nig in Franckrcich Franciscum I. richtend , als welchem daSgantze buch dedicirt ist , folgende worte einlauffen lassen:nie ( in ccelo) Herculem, Theseum , Socratem &c. hicantecessores tuos & quotquot in fide hinc migrarunt; ma-jores tuos videbis &c. ; hat deswegen LulheruS ihn selbstzmn Heyben , andere aber zum Naturalisten oder Pelagianermachen wollen; es haben aber die Reformirten zur genügedargckhan, in was für einem sinn Zwinglii worte zu fassen.Um diese zeit stunden die fachen gemeiner Eydgenoßschafft,und so auch der stadt Zürich , r» grosser zerrüttung , danncn-hero Zwinglius, aus beysorge, es möchte ihin die schuld die-ses udels beygemesscn werden, von dem alldasigcn Rath sehrinständig um seine entlassung qebäten; von welchem vorha-ben er jedoch auf das im nahmen des Raths an ihn desche-hene ersuchen wiederum abgestanden. Zu gleicher zeit hielteZwinglius mit Bullingero zu Bremgarte» eine Unterredungüber die damalige so mißlich stehende gelten ; und über einekurtze weile brach das unter der aschen glimmende kricgs-feuer, zwischen Zürich und Bern einseits, und den fünf Ca,tholischen Orten anderseits , in volle flammen aus; wobeyZwinglius nach altem gebrauch die stelle eines Feld - Predi-gers vertreten, zugleich aber auch seines lcbens ende errei.chen muste; denn als es bey Cappel zur schlacht kam, warder mit einem stiicß unter dem kinn so hart verwundet, baß erzu boden gesuncken ; worauf ihn ein Unterwaldnerischer Of-ficier mit dem schwerdte vollends todt gestochen , so gesche-hen den ii. october an. i;,i. Seine letzte worte sollen ge.Wesen seyn: Wolan, den leid können sie wol tödten , aberdie siele nicht. Allein damit war die feindliche wüth nochnicht gestillel, sondern Zwiiigliiis muste noch über diß nachtobe verurihcilt, auch dem zu folge geviertheilt und verbranntwerden , jedoch wurde nach dreyen tagen sein Hern noch gantzunversehrt in der a,che gefunden. Er war ein mann voll ci-fers, von klugem verstände, und eines tapfer» unerschrocke-nen bertzcns, dabey sanftmüthig und ein grosser liedhabcrdes vatterlands, gegen arme sehr qntthätig , in der Theolo-gie , freyen künsten und denen Haupt - sprachen wohl bewan-dert,, in der kriegs - wissenschafft auch nicht unerfahren, undin bürgerlichen Händeln wohl grübet, dabey in gesellschafftliebreich und frölich ; in seinen predigten aber ein sehr schar,fer censor der fünden und lasier. Seine schristen sind invier theile verfasset , deren der erste, Didactica , der andere,kolemiea , der dritte , Annotationes in Libros Veter. undder vierte, in fibrös Novi Tesiamenti cum Epistolis quibus-damjin sich degreiffen. Sein leben haben beschrieben Henr .
Buüingerm. Onvatdus Myconius. Tbomas Bibltander. Rudel,phus Gualtberus , carmine. Henricus Hotungnus , hist ec·des. Melchior Adam. P. Freberus. Hieronymus Rohec. Je.bannet Hornbeck. Jobannes Rudolphus Hofpin. hilf Sacram.p. 11. Johannes Baptista Ottius , manuscr. p. u. Caspar. Hu.
her. manuscr. Johann Jacob Hottingers Schweitzcrische kir,chen - geschichte. Dyrstcler. *
Zwoll, oder Swoll, lat. Zuvolla, eine gute Handels-stadt in der Holländischen provintz Ober-Assel , an demflusse Aa , 18. Meilen von Deventer nordwärts gelegen.Sie war vormals eine Reichs. stadt, und hatte die müntz-gerechtigkeit. Ehe die Franzosen , welche sie an. 1672. ein.bekamen , ihre fortification niedergerissen , war sie ein sehrvester ort.
Fwornick , ein vestes schloß an der Trina in Bosnien ,welches au. 1688. von den Christen , und in dem folgendenjähre von den Türcken erobert worden. Es ist ein paß inSclavonien. Kicauts Ottomannische Pforte, k. II.
Zygactes,