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Anhang.
auch Graf Ulrich von Würtemberg. In dieses Amt gehörenübrigens einige ansehnliche örter , als Pfaffenhofen , Kien-bach rc. Crujius, P. 111 . lib. 111 . c. 12. üb. IV. c. 13.
^»ivfmann. (Gottfried) Er ist nicht an. 1666. sondernS* 2 ß an. 1669. gebohren ; auch nicht an. 1704. sondern an.1707. als Professor nach Tübingen gekommen. Übrigens hin«terließ er aus zweyen ehen nebst drey töchtern sechs söhne, nem-lich vier Iheologos und zwey Medicos, worunter der noch le-bende älteste söhn, nahmens Daniel Hofmann , dermalen alsDoctor und Professor Medicin* Ordinarius zu Tübingen , dereine tochtermann aber, M. Georg Friedrich Steinweeg, alskr. bey dem Fürstlichen Collegio /Uumnorum lm Würtembergi»schen kloster Denckendorff stehet.
H.
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R.
Hevenhüller, (Lndovicus Andreas, Graf von) zu Arche!«verg, einer der vortrefltchstcn Generalen, so die Königin inUngarn gehabt, ward den 30. nov. an. 1683. gebohren , undthat sich in der kriegS-wtffenschafft dermassen hervor, daß ernach dem tobe Printzeus Eugenii von Savoyen KayscrlicherVice.Hof-Kriegs-Raths-Präsident ward. Bis dahin war erKayserlicher Cammerer, General-Feld-Wachtmeistcr, Oberstereines dragoner-regiments an. 17;;. und Commendant zu Esscck,Kayserlicher General-Feld-Marschall-Lieutenant nach und nachgewesen, und commandirle im jähr 17;?. als Fcld-Marschallin Italien . An. 17;?. commandirte er unter dein Grafen vonSeckenborf in Ungarn , mit welchem er sich aber nicht wohlcomporlirte, welches zu vielen Übeln folgen soll anlas gegebenhaben. An der Timoc war er unglücklich wider die Türcken ,und warb in besagtem 17*7. jähre zum General-Feld-Marschallerkläret. An. 1741. trug ihm seine Königin die stelle einesCommendanten zu Wien auf, da er denn, um der bis in dasHertz der Oestcrreichischen erb-lande cingedrungenen feindlichenmacht nachdrücklich zu widerstehen, einen grossen theil der Vor-städte von Wien , und sonderlich die Leopold-stadt , dem ge-machten enlwurf zu folge, init allen ihren kostbaren pallastenund gärten, nebst einigen kicchen und klöstern abbrechen ließ.In dem dec. an. 1741. trieb er mit seiner armee die feinde ausOber - Oesterreich, und bemächtigte sich darauf fast des gan.en Bayerlandes. An. r 742. in dem mertz stund er noch inayern, da er sein Haupt-quartier zu Landshut , und das ver-gnügen hatte, daß die Königin ein vollkommenes vertrauen inihn setzte, wie sie ihm denn solches bey überschickung jowol ihresals des iungen Ertz-Hertzogs bildnisses in einem eigenhändigenbriefe vom 27. febr. an. 1742. bezeuget. Da es unsers Zweckesaber hier gar nicht ist den krieg in Tcutfchland , diS die Fran-zosen solches in dem frühjahr an. 174t. verlassen, zu beschrei-ben , so vergnügen wir uns überhaupt zu sagen, daß der Grafvon Khevenhüller an allen diesen glücklichen und zu gunstender Ungarischen Königin vorgegangenen Veränderungen sehr
f rosten antheil gehabt, und endlich in dem jähr 174;. nebst demirintzen Carl von Lothringen mit einer wichtigen armee ei-nige meilen unterhalb Basel an dem Rhein gestanden, beyanbruch des winters aber sich nach Wien begeben habe, all-wo er allbereit ernennet war, daß er in der campagne vonan. 1744. in dem Reich en cbef commandiren sollte. Alleiner warb, da man sichs am wenigsten versähe, mit einer soheftigen und hitzigen kranckheit angegriffen, daß er wenigetage hernach, nemlich den 26. jan. an. 1744. abends umeilf uhr zu des Hofs empfindlichstem lcidwesen in dem ür.jähre seines alters mit tobe abaieng. Er hatte sich die liebeder soidaten so starck zugezogen , daß sie sich durchgehends ver-nehmen liessen, daß sie mit Khevenhüller» keine gefahr zu großachteten, und an ihm einen zweyten Eugenium hätten. Erbesaß in der that alle die eigenschafftcn, welche einen grossenGeneral ausmachen. Er hatte sich übrigens den 28. sept. an.17,3. vermählet mit Philippa Maria Anna, Gräfin vonLamderg, und mit ihr erzeuget: r.) Eugeninm Antonium,gebohren den 9. jan. an. 1720. 2.^ Antonium, gebohrenden 29. mertz an. 1726. 3.) Franciscum Iosephum, ge-dohren den 21. jan. an. 1728. Genealogisches Handbuch.
Afla fublica.
L.
(Dringe, (Joachim) ein berühmter Hällifcher Gottögelehr.58 ? ter, ward den 26. oct. an. 1670. zu Gardcleben in deralten Marck gebohren, allwo sein valter, Mauritius Lange,Bürgermeister war. An. 1689. gieng er nach Leipzig auf dieUniversität. An. 1696. ward er zu Halle Magister , und an.1697. Rector am Friedrichs»). Gymnalio zu Berlin . An. 1699.ward er als Adjundus der theologischen Facultät nach Halleberuffen, welches er aber nicht annahm, und hingegen niitvr. Svenern sich dermassen verband, daß er auch zu dessenVertheidigung die feder ergriff. An. 17,0. wurde er würckli-cher Professor Theol . zu Halle, nahm aber den gradum Docto-ris Theologi* erst an. 1717. an. Nachwärts ist er einer dereifrigsten geqner des bekannten Wvlfenü worden , welches ihmaber eben nicht die gröste ehre gemachet hat. Nachdem dieseHändel zu ende gegangen, sieng er'an-die H. Schrift weit-läuftig zu erklären, wie solches aus folgenden tituln eines theilsseiner schriften erhellen wirb, denn alle anzuführen allzuweit-
läuflig fallen wurde: Die richtige Mittelstrasse, vier theile.11,stör. Eccles. N. T. ä Christo nato ad S*e. XV111.; Anato’me Systematis Wolfiani &c. Apostolisches, Apocalyptistbcs?Mosaisches, Biblisch-historisches, Evangelisches, DavidifchwndSalomonisches, Prophetilches Licht und Rechi, in vielen folinn-ten; Hermeneutica facra ; Urim & Thummim ; CausaDei#Rcligionis naturalis. Er starb endlich in dem may an. 1744.in dem 74. jähre seines alters.
Liebenzell , ein Würtembergisches städtlein am unternSchwartzwalde, gegen den nord-westlichcn grentzen dieses Ler.tzogthumS, zwischen Pfortzheiin, Weil, Calw und Wildbad."eine stunde vom kloster Hirschau, in einem schönen und lusti!gen thale an dem fiuß Nagold gelegen; dessen erster avianawird von einigen dem Römischen Kayser Caraccklla zugkschrie.ben , der nähme aber entweder von den alten Celtis, vtn wnden zelten, worunter die leuthe daselbst anfänglich gewöhnetund gebadet haben, hergeleitet; wiewol Waltz m seiner Wär.tembergischen stamm-und nahmens-quelle, lib. II. cvp.p. 103. aus Capnionis tractat de verbo miristeo Muthmassenwill, daß selbiges nebst Pfortzheim von einem vertriebenen Trv,jaiulchen Fürsten , nahmens phorcys, erbauet, und erstlichScylla , folgends Zwella genannt worden. In ältern ichten soll es einer, nahmens Erekinger, inne gehabt haben, dersich den grossen Tyrannen von Mercklingen genannt, nachae,hends aber um das ,ahr i2;6. vom Marggrafen von Baden,und Pfaltzgrafen Ruprecht oder Rudolph bekrieget und über-wältiget , folgends von einem alldasigen hohen thurn hernnlergesturtzt, und darauf das städtlein von ihnen eingenommenworden. Andere aber behaupten, Zell sey nebst pfortzheimnach des letzten Schwäbischen Hertzogs Conradini tobe, vonSchwaden an den Marggrafen von Batzen gekommen. Nochan einem andern orte P. II. lib. X. c. 1?. sagt Crusius auch,.dieses städtlein sey vorzeiten nebst verschiedenen dörfern, vonder Hertzogin Uta dem kloster Hirschau geschenckel worden.Von Baden , und zwar von Marggraf Ernst Friedrich,kain es nebst Altensteig an. 1602. theils durch kauf, theilsdurch rausch an Hertzog Friedrich von Würtemberg, wie esdenn auf den heutigen tag noch unter Würtembergischer Herr,schafft steht. An. 1692. ist es im sept. nebst andern grentz-orlen des Hertzogthums von den Franzosen ausgeplündertworden. Über dem städtlein stund vor zeiten ein schloß, wo-von noch einiges gemäuer gesehen wirb. Nicht weit davonjenseit der Nagold im that gegen Hirschau und Calw ist einweltberühmtes bad, insgemein das Zeller-bad genannl, wcl,ches alaun, kupfer und schwesel führt, ein wenig lau ist, undwider allerley zustünde vortrefliche dienste thut, auch dessent-wegen von ein-und ausländern häufig besucht wird, zu demende auch mit vielen und grossen gebäuden, schönen alleen undandern bequemlichkeiten wohl versehen ist. Es ist solchesan. >688. von v. Hieron. Walchen umständlich beschrieben,und die befchreibung zu Stuctgard in 12. gedruckt worden,v. Ioh. Zelter hat an. 1729. auch eine dissertation geichrieden,'de 'ihermis Ferinis atque Zellenfibus, Physico-Medice con-sideratis. Wetters kan auch Juntz in seinem Würtcmberai-schen wasser schätz, p. 8 und 46. nachgesehen werden. Crujlut,P. 111. lib. III. c. 13 .
tu.
, (Petrus Autonius) ein sehr berühmter Ho.canicus des Groß-Hcrtzogs von Toscana , legte zu Flo-rentz eine botanische Societät an , schrieb an. 1727. novaPlantarum Genera, quibus Plant* 1900. recensentur, scili-cet 1400. nondum observat*, reliqu* suis fedibus lestitu-t*, ki fol. Er zeigte darin» die noch von niemand eindeckteblunie der erd-schwämme, des erd-mvoses, und einiger plan-tarum capillarium , wollte den so sehr gesuchten saamen der erd-schwämme zuerst gefunden haben, war auch willens ein ei,genes werck von den see-pflantzen, nebst seinen hierbey gemach-ten entdeckungen ans licht zu stellen, starb aber darüber zuFlorentz an. 1737. in dem 57. jähre seines alters, und wieman sagen will, in grosser armuth. Gelehrte Zeit. von an.1727. 1729. und 1719.
Motzfeldt. (von) Das alte adeliche geschlecht derer vonMotzfeldt, so insonderheit in den Clev - und Bergischen lan-den , auch in Dänemarck sattsam bekannt, und von demfreyen Ritter-und sattel-gulh Motzfeldt, (daher es sich ehe-mals von und zu Motzfeldt geschrieben) in spätern zeiten aberaus Curland von dem Hause Ponnau seinen Ursprung herleitet,
Preussen, seither einigen hundert jähren in ansehnlichen civtl-und militar - bedienungen gestanden ; denn so findet sich ,chaßbereits in dem XII. feculo Wilhelm von Motzfeldt in kriegs,Diensten employirt gewesen, und mit Anna von ReiffcnbergJohann von Motzfeldt, einen vornehmen Schwedischen kriegs«bedienten, gezeuget habe. Dieser hatte Catharinam von Hatz-feldt zur ehe, aus welcher Johann Bertram von Motzjcldt,gleichfalls ei» Schwedischer Officier, entsprossen, dessen ehegat-ltn Margaretha von Weschpfenning, der söhn aber wiederumJohann von Motzfelbt war, in seinem leben Lief-und Cm-landischer geheimer Rath und Mund-Schenck, welcher vonMargaretha von Sybernich Gothard von Motzfeldt, ebenfalls