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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Anhang. 1219

Lief - und Curländischen geheimen Rath und Mund - Schencknach sich ließ, so der letzte auö dem Hause Ponnau gewesen,altwo die samilie ihren sitz gehabt bis au. i;;i. da denn die-ses Gotharden und Cakharina von Rieff ehelicher söhn, Jo-hann von Motzfeldt genannt, in gemeldtem jähr i,;i. bey dendamaligen Grafen zu Berg alö Ämlinann zu Lulsdorff Burg-graf zu Bensberg , Ober - Kellner daselbst, in dienst gefordertwurde, welcher mit Catharina von Katterbach, Winanb vonMotzftldt, Amtmann zu Lulsdorff, Burggrafen zu Bensberg ,Ober-Kellner daselbst, wie auch zu Lulsdorff und Blanckenberg,zeugete. Dieser ward von Catharina von Nesselrode ein valterJohann Frantzen von Motzftldt, Burggrafen auf dem schloßBensberg , Kellners daselbst, wie auch zu Lulsdorff. Commen»danten aus dem schloß Blanckenberg, dessen ehelichste Marga-retha von der Lievp, genannt Hohn, vom hause Broich ihmgebohren Wilhelm von Motzfeldt, Burggrafen aufdem schloßBensberg , und Kellner daselbst, ingleichen zu Lulsdorff undBlanckenberg. Dieser vermählete sich mit Anna von Borckes-dorff vom Hause Ellingen , und zeugete mit derselben Elisabeth,vcrehlichel an Johann von Diepeubruch, Amtmann zu Sintzig,und Wilhelm von Motzftldt, Burggrafen zu Bensberg , Kell-ner zu Bensberg , Lulsdorff und Blanckenberg. Dessen undMargarethä von Borckesdorff von Ravenstein söhn war Til-man von Motzfeldt, Burggraf zu Bensberg , Kellner zu Bcns-berg, Lulsdorff und Blanckenberg, auö dessen ehe mit Eva vonder Horst Wilhelm von Motzfeldt, Burggraf auf dem schloßBensberg , und Fürstl. geheimer Rath zu Düsseldorfs , herfürgekommen, welcher mit Elisadetha von Stein verehlichet ge-wesen , und nebst einer an Johann von Katterbach verheu-ratheten lochter drey sbhne, als Wilhelm, so in Liefland em«ployirt und tu grossem ansehen gewesen, sodann Heinrichund Tilman von Motzftldt gezeuget hat, und stehet zu noli-ren, baß dieses Heinrichen söhn, Michael von Motzfeldt, imjähr 1628. unverhcnrathet gestorben, und über in. jähr altgeworden sey ; Tilman aber, der stamm-vatler des gantzen inden Clev - und Bergischen landen, auch in Dänemarck annochblühenden Motzftldrtschen geschlechts, ist zu Bensberg imjähr 1498. gebohren, und zeitlebens Hertzoglich -Jüiich-undBcrgtscher Beamter über die Aemter Blanckenberg und Luls-dorff, Burggraf zu Bensberg und Kellner daselbst gewesen, hat;2. iahr die chargcn bedienet, und sich im jähr 152;. oder1,30. verheurathet mit Eva von Berensberg, einer tvchterUlrichen Freyherr» von Berensberg, Fürstlich. Burggrafen aufdem jchloß Hainbach, und in solcher ehe eine tvchter, so an einenvon Stcinstraß, Hertzogl. Cämmerer, verehlichet gewesen, undzwey söhne, Johann und Heinrich, gezeuget. Der ältere, Jo-hann von Motzfeldt, Erb - Herr gemeldlen Ritter-sitzes M»tz-feldt, ist im jähr 15;;. gebohren, und seinem vatter in officiosuccedirt, hat sich zum ersten mal mit des Eberhards von Poll-helm, Erb-Herrn dreyer im Hertzvgthum Berg gelegenen Rit-ter-sitzen , Steinhaus, Henffund Girlinghausen, ehelicher toch-ter in den stand der ehe begeben. Sie starb den ;o. oct. an. 1587.und liegt in der kirche zu Bensberg auf dem chor begraben,woraufer den 26. oct. an. 1588. zur zweyten ehe schritte mitCatharina von Schwartzbarlh von Bruch, des Johannis vonVerls nachgelassener wittib, und endlich den 29. sept. an. 1624.in dem 91. jähre seines alters das zeitliche gesegnete, drey söh-ne » Winand, Peter und Gothard hinterlassend, wovon Wi-nand, Erb-Herr deö Ritter-sitzes Henff im Amte Blanckenbergdes Hertzogthums Berg, die Henffische oder Bergische, Pe.ter die Dänische , und Gothard die Cölnische linie fortsetzte,welche letztere aber auSgestorben ist. Der zweyte söhn ovge-meldten Tilemannen und Evä von Berensberg, Heinrich vonMotzfeldt, ist zu Bensberg im Bergischen lande im jähr i;?4.gebohren, Clev-und Märckischer Cammcr-Rath, Rechenmeisterund Äudileur gewesen, verheuralhcte sich im iahr 158t. mitElisabeth de Greve aus der provintz Ober-Issel gebürtig, undstarb an. 160;. aufMichaelis abend im $1. jähre seines alters.Dessen einziger söhn , Johann von Motzftldt, ist auf Catha.rlna abend im jähr 1*9;. gebohren, und den 8. ftvt. an. i6Sü.im 7;. iahre seines alters gestorben. Er war in seinem lebenChur -Brandendurgischcr Clev-und Märckischer geheimer Re.gierungs-und Amts-Cammer-Rath, und Vice-Drost zuCra-nendurg und in derDuiffelt, zugleich auch mit genehmhalrtung des Churfürsten zu Brandenburg Fürstlich, Oranischerordentlicher geheimer Rath, wurde überdiß in verschiedenenGesandtschafften und auswärtigen affairen am KayserlichenHofe und im Haag gebraucht. Von ihm und seiner ehegattin,Anna von Eichel, stammet her die Clevisch - Motzftldtischedrancke. Mehrere Nachricht ist droben tom. V. p. 209. unterdem arlickul Motzfeldt (Frantz von) anzutreffen, wie auch beydem Holländischen authore Lieve van Aitzma , saaken van Staatcn oorlog P. 11 . p. 972. & P. III. p. 229. it. P. VII. HerJiel-de Leeuvp, p. 121. LHistoire de GuiOaume Rot d Angleterre ,imprimee a la Haie, ches Pierre Samson , in 8. tom. I.p. 170.

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+ M^iSt-Frikßland. Georgius Albertus , Fürst vonOst-Frießland, starb den 12. jun. an. 1734. Ihmfolgte in der regierung dessen einiger Printz, Carolus Ed-zardus, so den 19. jan. an. 1716. gebohren worden. Er ver-mählte sich den 2;. may an. 17)4. mit Sophia Wilhelmi-

na , Georg» Fridenci Caroli, Marggraftns zu Bayreuth koch,ter, welche ihm den 5. dec. an. 1740. eine tvchter gebahr, dieElisadetha Sophia dNagdalena Carolina Wilhelminageuennet worden , und schon den 14. um. an. 1742. wiederumgestorben ist. Die regierung und das leben des Fürsten CaroliEdzardi waren von kurtzer dauer, indem er den 2;. may an.1744. in seiner residentz Aurich mit tobe abgegangen, undmit ihm zugleich dieses Fürstliche Haus, von welchem er derletzte war, ausgestorben ist. Da nun der König in Preussenschon lange den titul und das wapen von diesem Hause geführt,als ist gantz vermuthlich, daß diese succeßion diesem Monarchenzufallen >verde. AH» pubitca.

S.

Lhulenburg, (Matthias Johannes, Graf von) wardden 8. aug. an. iü6i. gebohren, und wiedmete sich vonerster jugcnd au dem kriegs-leben. Er war bereits General-Lieu.leuank, als er an. 1702. in den Königlich-Polnischen dlensten be.kannt wurde, und halte 41. jähr auf sich, als er m solcher quali»tät die dem Kayser wider die Franzosen ins Reich zu hülffe ge,schickte Sachsiiche volcker commandirte. Er kam mit denselbenan. 170;. in Schwaden zu stehen, nachdem er dem treffen beyPassau beygewohnet hatte. Er war auch hernach so glücklich,daß er eme grosse menge Französische montirung nebst 30000.Louisd'or an getde, >o von Schaffhausen herunter kam, erbeu-tete , und die dabey desindliche mannschafft meistens niedermach-te. An. 1704. bekam er das commando über die sächsischentrouppen in Grvß-Polen , und schlug den 10. aug. den Schwe-dischen General Meyerfeld bey Posen. Als er mit seinein klei.nen corpo den 7. nvv. bey Punitz von dem König in Schweden mit 10000. mann zu pferde angegriffen ward, setzte er sich in sogute Positur, daßJ>erselde nach fünfmaligem angriffe mit Verlustvieler mannschafft, pferde, wie auch einiger standarten undpaucken sich zurück ziehen, und den Sachse» das wahlfelb über.lassen muste, welche Schulenburg nachwärts glücklich wiederin Sachjen führte, womit er dann sehr viele ehre einlegte, undein rechtes Meisterstück des kriegs-handwercks zeigele. An. 1706.den 13. ftbr. litte er hingegen bey Frauenstadt eine totale Nieder-lage seiner Sächsischen armee, wußte aber alles so gut zu ver-antworten, baß ihm von diesem grossen unheil keine schuld bey,gemessen wurde. Als nachmals zu ansang des sept. an. 1706.die Schweden in Sachsen einfielen, führte Schulenburg feineunter sich habende Sachsen nach dem Rheinstrome. An. 170g.kriegte be^General Schulenburg das commando über die 9000.mann, »Nche der König Augustus in Holländischen sold über-gab < wobey er zugleich zum General von der infanlerie ernen.ner wurde. Die armee stund vor Ryssel, und belagerte solches,als er zu derselben stieß. An. 1709. commandirte er bey derbelagerung von Tournay eine von den drey atlaquen, und legtedurch seine tapferkeit viele ehre ein. Den n. sept. fand er sichbey der schlachk bey Maipiaquet, und legte solche proben seineshelden.muths ab, daß der Printz Eugenius ihn von dieser zeitan mit besonderer Hochachtung anfahe» An. 1710. ward «hmnebst dem General Fagel die belagerung der stadt Bethune auf-getragen. Er langete den 1;. julti davor an, und den 29. aug.gieng sie mit accord über. An. 17,1. quitlirte er die Polni,ch-Sächsischen dienste, und als an. 1715. die Venelianer sich umeinen versuchten General über ihre Teutsche völcker umsahen,wurde er von dem Printzen Eugenio mit solchem Nachdruck re-commendirt, baß ihn die Reyublick mit dem prädical eines Ge.neral-Feld-Marschalls in ihre dienste nahm, und ihm mit einerjährlichen bestalluug von 10000. zechinen das ober-commandoüber ihre gantze lanv-macht auftrug. Schulenburg trafnochvor ausgang des 171jahrs von Wien , wo ihn der Kayser inden Reichs-Grafen-stand erhoben hatte, zu Venedig ein, undübernahm das commando dir trouppen. Es war auf feiten derTürcken an. 1716. alles aufdie insul Corfu, als die Vormauervon Venedig , abgesehen. Sie rüsteten zu dem ende eine starckeflotte aus, mit welcher sie den 8. julti dieses jahrs aufder insullandeten. Sie setzten 30000. mann und eine starcke artillerieauö, rückten damit vor die vestung, und fieugen an dieselbe mitallem ernste zu belagern. Allein der General Schulenburg, dersich zu rechter zeit in dieselbe geworffen, und alles in gute Ver-fassung gesetzet, hielte sich mit seiner besatzung so wohl, schlugalle stürme so glücklich ab, und that so furiose aiisfälle, daß,obwol die Türcken der vestung bis den ri. aug. scharfjusetzten,und bereits bis auf die contrescarpe gekommen, sie poch endlich inder nacht des gedachten 21. aug. die belagerung mit Hinterlas-sung des lagers, der artillerie und vieler tausend büffel und ka-meele aufheben musten, nachdem sie viele tausend ihrer mit.drüder vor der vestung sitzen lassen. Der tapfere General ließhieraufalles wieder in guten stand stellen, er machte einige pro-jecte, wie die insul Corfu besser könnte bevestiget werden, er be-setzte die insul Maura, welche die Türcken verlassen hatten, erlegte die trouppen in gute wmler-quarciere, und nachdem er allesgethan hatte, was immer von einem sorgfältigen General ge-fordert werden mag, so gieng er zu ende des jahrs nach Venedig zurück, allwo er, wie leicht zu erachten, mit »ngcmeine» ehren-bezeugungen empfangen wurde. Man vermehrte ihm seine be»soldnng, und beschenckte sihn mit einem mit diamanten besetztenüberaus kostbaren degen. Es wurde auch dem berühmten d.ld»hauer, Francisco Cobiania, anbefohlen, sein bildnis zu pferdefitzend zu verfertigen, und es zu ewigem angedencken aufder in-