SP
Dirigent: Herr Edw. Schlumpf.
Der Fremdenlegionär........ Jul. Wengert.
Der Mond bestrahlt mit fahlem ScheinAlgerischen Wüstensand,
Kein Laut ertönt im Lager mehr,
Es ruht das öde Land.
Der gallische Krieger im schwarzen HaarSchläft neben Italias Sohn,
Und an der Seit’ des Spaniers
Ruht der aus Albion.
Da sieh! Wer schleicht die Gezelte entlang,An den Posten vorbei, davon,
Das Antlitz gebräunt und gramdurchfurcht?Das ist Germanias Sohn!
Er träumte so schön vom Vaterhaus,Von blonder germanischer Maid;
Er träumte so süss vom Heimatland,Von seliger Jugendzeit.
Da presst die Sehnsucht ihm das Herz,Das Heimweh nach dem Rhein ,
Da wollt’ er brechen die SklavereiUnd wollte frei wieder sein.
Doch Häscheraugen sind gar gut,Gar scharf der Häscher Gewehr!Und als der Tag im Osten graut,Fängt man den Deserteur!
Der Kommandant kennt keine Gnad’,Sein Urteil lautet:„Tod“!
Die Kugeln krachen! Ein leiser Schrei!Da färbt der Sand sich rot.
Nun träumt er süss beim Mondenschein,Gebettet in Wüstensand.
Kein Laut ertönt im Lager mehr,
Es ruht das öde Land! Else May