Baypphiklde Dae.
Rofjen brach ich Nachts mir am dunklen Hage;Süßer hauchten Duft fie als je am Tage,Doch verftreuten reich die bewegten Weite
Thau, der mich näßte.
Auch der Küffe Duft mich wie nie berückte,Die ich Nachts vom Strauch deiner Lippen pflückte:
Doch auch dir, bewegt im Gemüth gleich jenen,
Thauten die Thränen.
3 trage, wo ich gehe,Stets eine Uhr bei mir;Wie viel eS gefjcdhlagen habe,
x)Genau fch
ch’ ich an ihr.
€ ijt ein großer Meifjter,
Der fünftlich ihr Werk gefügt,Wenn gleich. ihr Gang nicht immerDem tihörichten Wunfche genügt.
Sch wollte, fie märe rafcherSegangen an mandem Tag;Id wollte, fie hätte mandmalVerzögert den rajchen Schlag.
In meinen Leiden und Freuden,Im Sturm und in der Ruh’,Was immer gefchah im Leben,Sie pochte den Takt dazu.
Sie Ihlug am Sarge des Vaters,
Sie fchlug an des Freundes Bahr’,Sie Ihlug am Morgen der Liebe,
Sie Ihlug am Traualtar.
(Banz Schmidt.)
XUhr.
Sie fOhlug an der Wiege des Kindes,Sie{chlägt, wil’s Gott, noch oft,Wenn befjere Tage fommen,
Wie meine Seel’ e8 hofft.
Und ward fie auch manchmal träger,Und drohte zu ftocen ihr Lauf,
So z0g der Meifjter immerSroßmüthig fie wieder auf.
Doch ftände fie einmal ftille,Dann wär’s um fie gefcheh'n,Kein Andrer, als der fie fügte,Bringt die zerftörte zum Geh'n,
Dann müßt’ ih zum Meijter wandern,Der wohnt am Ende wohl weit,
Und draußen, jenfeitz der Erde,
Wohl dort in der Ewigkeit!
Dann gäb’ ich fie ihm zurücke
Mit dankbar Findlihem Fleh'n:Sieh’ Herr, ih hab’ nichts verdorbenSie blieb von felber fteh'n.
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