An Phineus’! zwei Söhnen
Schaute die grause Wunde,
Nachdem die ruchlose Gattin blendend
Der Augen Sterne beiden nicht mit dem Speere, nein,Ergrimmt ausstach mit blut’gen Händen,
Mit ihres Webschiffes scharfen Spitzen.
Gegenstrophe 2.
Chor I und IlUnd es vergingen im Leiden die Elenden,? über ihrElend weinend, entsprossen dem Unglücksbund der Mutter,‘Die doch an dem uralten Geblüt desErechtheus Teil hatteUnd bei den väterlichenSturmwinden aufwuchs in fernen Grotten,
* auf steilen Höh'n,
Die rossereilende Boread’Ein Gottkind. Doch auch sie bestürmteDie Macht der uralten Moira,* Tochter.®
Antigone wird von den Dienern Kreon’s fortgeführt.)
ı Phineus, König von Thrakien , verstiess seine Gemahlin Kleopatra; derenzwei Söhne blendete die zweite Gattin, sperrte sie ein und liess sie verhun
Oreithyia, einer Tochter des
zöttin. Anrede an Antigone.
VI
Doch sieh’! Wer nahet dort aus Thebens Stadt,Indess des greisen Chores feuchte Blicke
Der Königstochter Todesgang verfolgen?
Ein rüst’ger Greis Ehrfurcht gebeut sein Scheitel;Des Barthaars Schnee wallt bis zum Gürtel nieder;Ein blühender Knabe lenket seine Schritte,Da längst der Augen Sterne ihm erloschen;Die Rechte aber führt den heil’gen Stab.Die Lösung naht Es ist Teiresias ,
Der weise Seher, hochgeehrt in Theben.
Er kommt zum König, ihm des Vogelfluges,Des Opfers schlimme Deutung anzusagen,Der obern und der untern Götter Zorn.
Dess Ursach’ sei, dass Kreon sich vermessen,