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2. Inhalt und Grundidee des Stückes.
Mit diesem Moment hebt die Handlung unserer Tragödie an,indem die Heldin derselben, Antigone , die Scene betritt und ihreSchwester Ismene von Kreons Verbot in Kenntniss setzt, aber auchvon ihrem festen Entschluss, sich demselben nicht zu unterwerfen,sondern dem todten Bruder die letzte Ehre zu erweisen, wie ihrschwesterliches Herz, die allgemeine Sitte und die Götter der Unter-welt es verlangen. Ismene sucht ihre Schwester von diesem Vor-haben abwendig zu machen, obwohl sie den edlen Beweggrund des-selben anerkennt und zu theilen versichert; sie meint, es sei unge-ziemend und jedenfalls unmöglich, besonders für sie als Frauen,sich gegen die von Kreon ausgesprochene Verordnung des Staateszu empören. Antigone aber stellt die göttlichen Gesetze über diemenschlichen, erklärt sich bereit, den angedrohten Tod als einenrühmlichen zu erleiden, und weist die stille Theilnahme, womitIsmene ihr kühnes Unternehmen begleiten will, hart und stolz zurück.
Hierauf erscheint zum ersten Mal der Chor, bestehendaus Bürgern von Theben, älteren angesehenen Männern, welcheKreon zu sich entboten hat, um ihnen die Grundsätze seiner Re-
gierung mitzutheilen. anggita/ hoy soulsbo abadiabat
Der Chor begrüsst in seinem ersten Gesang das Lichtdes Tages, der die Stadt Theben von dem feindlichenAngriff befreit sieht. Die Götter haben den Uebermuthder Feinde durch schimpfliche Niederlage und Fluchtderselben gezüchtigt und der Sieg soll laut gefeiert
werden.
Dann ergreift Kreon das Wort, wiederholt feierlich jenesVerbot und erklärt, er habe zur Durchsetzung desselben Wächterausgestellt. Da erscheint eben einer von diesen und berichtet, erhabe den Leichnam mit Erde bestreut gefunden, vom Thäter sei aberkeine Spur zu bemerken. Der Chor meint, das sei wohl ein Werkder Götter, aber Kreon geräth darüber in Wuth; er meint die un-zufriedenen Bürger wohl zu kennen, die durch Bestechung irgendwen veranlasst haben, sein Ausehen zu verletzen. Er droht demWächter zu Handen der übrigen, wenn sie den Thäter nicht aus-findig machen, so müssen sie selbst den Tod erleiden.