Buch 
Der ander Theil Teutscher Nation Heldenbuch : Inn diesem werden aller hochberümpten Teutschen Personen, Geistlicher und Weltlicher, hohen unnd nideren staths, Leben unnd namhaffte Thaten gantz warhafftig beschrieben ... von dem Grossen Carolo ... har, in die siebenhundert jar, biss auff Keyser Maximilian den ersten ... / Erstlich durch den Hochgelerten Herren Heinrich Pantaleon fast auss aller voelckeren Historien ... fleissig in Latein zusammen gezogen, unnd mit sampt aller beschribener personen büldtnussen ... künstlich fürgestellet. Jetzmalen aber von dem ... Authore selbs verteutschet, reichlich gemehret, und gebesseret ...
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Beſchꝛeibung/ der Ander theil. 19

chet/ vnd den Noꝛdmañen welche er zum theil zu Chꝛiſtẽlichem glauben ge Vs Chrbꝛacht tauffen laſſen/ friden gegebẽ: hiemit hat er dieſen auch Frießland burt Sy

geſchencket damit fie von den vngleübigen deſter ſicherer weren. Zu letſt hater auch durch(einen Sohn Lothariũ de lermã in Italiẽgeſtillet. Diſer warde mit deß vatters verwilligung vo Bapſt Paſchali gehn Rom beruͤffet/ande Oſtertag mitt der Keyſerlichẽ Cronẽ bezieret/ alſo dz er mit ſampt devatter Keyſer geñnet. Wie auch die Sarracenẽ von etlichẽ boßhafftigẽ leu-thẽ in Italiẽ beruͤffet/ dieſe vnderſtãdẽ die ſtatt Rom vnder jr joch zubꝛin

gen/ hat er fie mit dapfferẽ gemůt auß gantzẽ Italiẽ vertribẽ. Es hat diſer Ciebe der 2:from̃e Keyſer nit allein die Religion mañlich wider alle feine miſſgöñer bes ligion.

ſchirmet/ ſonder auch de Chꝛiſtẽlichẽ glauben ſehꝛ er weiter et erhalte, Dener hat mit der herꝛſchafft einẽ groſſen Reichstag gehaltẽ/ fürnem̃lich dahin geſechẽ/ das vnder feine Soͤnẽ kein zweytracht entſtunde. Deßhalbẽ hater feine Reich dermaſſen außgetheilt/ daß er Lothariũ theilhafftig deß Keyſerthum̃/ Pipinũ ein Roͤnig in Aquitaniẽ vn Eudwigẽ Koͤnig in Beyerengemachet. Er hatt auch ſein gemuͤth dahin gerichtet/ das der Pꝛieſterſchaffthochmut/ welche ſchon angefangẽ über die zeil zu tretten/ etwas verbeſſeretwurde/ ein geſatz geoꝛdnet wie die geiſtlichen leben handlen ſollen/ welches er auch befolhen in ſeinẽ gantzẽ Reich zuhaltẽ. In diſem warde gebottẽdas die Pꝛieſterſchafft kein rote koſtliche oder ſeydene kleider trůgen/ deßgleichẽ dz ſie kein purpur oder geſtückte kleider/ oder berlin oder ring mache, wiedie wiber n DDiemie wolte er auch nit dz die from̃en Pꝛieſter an nothwẽdigẽ dingẽ mangel hettẽ. Deßhalbẽ erkeñet er das diſe ſo der kirchẽ gedienet/keinẽ er=.. oder mit burgerlichẽ beſchwerdẽ ſoltẽ beladenſein. Er ſetzet auch dz die kirchẽ jre beſondere gefell einkom̃en habẽ/ damitdiſe fo der kirchẽ oder ſchul gedienet/ jr ampt auß armut nit vnderloſſen doöͤꝛffen. Er oꝛdnet auch dz ſich kein Pꝛieſter einerley geweib annm̃en/ welcher dẽampt oder perſon anſtuͤnde. Dañ er was ð Chꝛiſtẽlichẽ kirchen/ de Baͤpſtẽſo damalẽ gelebet ſehꝛ ergebẽ/ welchẽ er auch mitt ſonderbarer fee r r.viel guthat bewiſen/ alſo daſt er billich mit dem zun m̃en der from̃e geheiſſen.

Wie der from̃e Keyſer dergeſtalt begeret de vndertrucktẽ allenthalbẽ hilff Datter vnndzu beweiſen/ die boͤſen zu ſtraffen/ eines from̃en Fürſten ampt zu vollbꝛin⸗ ſoͤne geſpan-

gẽ/ iſt er erſtlich bey der Ritterſchafft demnach bey de feine verhaſſet woꝛdẽ:dan weil der vatter lãg gelebet/ vermeintẽ die Soͤn es were ein dienſtarkeit.Deßhalbẽ verbundẽ ſie ſich zuſam̃en/ ermanetẽ Lothariũ daß er dz Keysſerthum̃ allein regierẽ ſolte. Es zoge jnẽ aber der vatter bey zeit entgegẽ/ſpꝛach dẽ Sun freundtlichẽ an/ er ſolle der meineidigẽ liebkoſen lugen nitohꝛen gebẽ. Den es gebüre einẽ from̃en Sun dẽ vatter zu gehoꝛſam̃en: dergeſtalt hat er dieſe fo ſich zuſam̃en verbundẽ in gefencknuß gebracht vn mit keiner andren ſtraff gezüchtiget dañ daß er ſie in die kloͤſter verſchloſſen. Nachdiſem zoge er wider gehn Aach / vnd ſendet Cothariũ in Italien / Pipinũ inAquitaniẽ / n Ludwigẽ in Beyerẽ/ damit fie daſelbẽ an feiner ſtatt regierenſollẽ. Es habẽ aber die feind deß fridẽ den vatter wider ſeinẽ kinderẽ verhaſ-

ſet gemachet/ als weñ er Judith ſein andere frauwẽ zu viel liebete/ jrẽ ſunCarolo ettwas geneigter were. Deßhalbẽ habe die ſohn wider jrẽ vatter einẽgezeug angenom̃en/ in bey Bapſt Gꝛegoꝛto dẽ dꝛittẽ falſchlichẽ verklagt.Wie nun der vatter auß feine beger de ſoͤhnẽ ent gegẽ gezogẽ/ vn vnderſtãdẽwider fridẽ zu machen/ wurde erſtlich(ein haußfrauw Judith gefangen/gehn Toꝛtona geſendet. Dẽnach warde ð vatter mit ſampt Carolo feine jun

gẽ ſun bey de Sueſſionẽ in S. Medardi kloſter verwarer: nach die ſem haben

die bꝛůder dz Reich getheilet/ vn Cothario dẽ elterẽ bꝛuder dz Keyſerthum̃

gelaſſen. Wie nun der from̃e vatter fein Kit terlich kleid hingelegt/ dz Reich

übergeben/ ein kutten anlegen wellen/ haben die herꝛen in Oſt vnd Weſt-

francken jren Keyſer/ ſo mit vil tugetẽ bezieret/ auch wider der ſünen willen

ig auß