Beſchꝛeibung/ der Ander theil. 35
Ludwig der ander Römil chereyſer.
MD) Vdwig der ander deß nam̃ens/ ſoll billich auch
l 8 ener die fürnem̃en vñ mañlichen heldẽ Tent-
ſcher nation gerechnet werdẽ. Er was deß groſ
fen Carle fürenckel/ Ludwigen deß from̃en enckel/ vñ
Keyſer Lotharij Sohn/ welchen jm fein frauw Her
mingardt erboꝛen. dieſem hatt der vatter durch(ein
vielfaltige tuget noch bey feine Lebe das Reich in Ita
lien/ vnd das Keyſerthum̃ zugetheilet. Er hat daſſel
big mit ſollicher weyßheit vn beſcheidenheit ver wal-
ten/ das man ſich ab deſſen juget verwunderet vñ ge-
, freüwet. dann er was ein freündtlicher/ from̃er/ vnd.,. M gerechter Kürſt/ welcher mitt guter einfalt begabet/darzu aller wittwen vnnd weyſen vatter geweſen. So viel menſchliche vnndGöttliche geſatz belanget/ hat er alle Fürſten zu feiner zeit weit übertroffen/auch in feinen rathſchlegen gantz fertig geweſen. Deßhalben als er von demvatter/ als der elteſte vnder ſeinẽ dꝛeyen Soͤhnen/ in gemeinſchafft deß Key-ſerthum̃ angenommen/ warde er von Bapſt Sergio geſalbet vnd gekroͤnet/für nemlich wie er von Dꝛogone dem Biſchoff zu Metz feine vetteren beleid-tet worden, Als er aber wie ein freüdiger jüngling nit mit ſollicher andacht/wie ſein Anherꝛ durch Italien vnd deß Bapſt land gezogen/ ſonder in ſeinerſchlachtoꝛd nung daher getretten/ auch die mutigen kriegs leuth nach jhremgebꝛauch inn denn Stetten vnnd flecken alles verherget/ warde er von Ser-gio ermanet er ſolte dieſe grauſamkeit von jhm legen/ vnnd fridſam/ wie ſel-ne altuoꝛderen zu Rom inn den Tempel Gottes ziechen/ damit er nicht dasſch wert ſo an dem himmel hienge wider ſich anreitzet/ da hatt jhm der from-me Keyſer gern gehoꝛſammet. Dergeſtalt warde er erſtlich ein Konig innItalien / demnach ein Keyſer auffgeruffet/ an dem achten tag zoge er wi-
DS Chriſti geburt 871 jar.
In dieſer zeit was der elter Ludwig deß Cotharij bruder/ vnd dieſes Key Sarracenenſerõ LQudwigen verter Konig in Beyeren vnnd Teutſchen land/ welcher mit geſchlagen-
(einem bruder Carle dem Kaalen/ von wegen vnbillicher auß heilung deßReich viel krieg gefuͤret/ fo mertheil alle feribentem dieſem Keyſer Eud-wig dem andern zugemeſſen. Dann an dieſem oꝛth ver miſchen ſie jhꝛe Hiſto-rien/ vnd legen offt einem zu/ ſo dem anderen gebüret. Deßhalben laſſen wirdieſen elteren Qudwigen hie beleiben/ vnd wellen allein deß Keyſers lobli-che tathen auß glaub würdigen ſcribentẽ auff das kürtzeſte beſchꝛeiben. Dañein klein noch dem daß er die Cron zu Rom entpfangen/ kamen die Sarꝛa-cenen auß Affrica/ vnnd fůlen mit einem ſtarcken hauffen in Italien . Dieſegriffen erſtlich Benenentan/ vñ verhergeten das gantze land mit todſchlag/rauben/ vnnd brennen gantz jemerlich. Deßhalben foꝛchte Ludwig er wur-de vielicht dieſem gewaltigen ſtarcken feind zu ſchwach/ beſamlet einengroſſen gezeug/ vnnd ermanet(einen bruder Lotharium/ er welle jhm hilffbeweiſen/ damitt er der Heyden hochmnut demmen möchte, Wie Eotharinsdieſe gemeine gefahꝛ vermercket/ beſamlet er ein hauffen/ vnnd kame dembzuder zu hilff Als aber fein gezeng durch groſſe bis vn ſeltzamen lufft ermůdet/ auch in ſchwere kranckheit namlich in die rote rur vnd peſtelentziſche fe-ber gefallẽ/ alſo daß er viel feines volck verloꝛẽ/ hat er wider müffen in Franckreich vnd Lotharingen hinderſich ziechen. Deßhalbẽ name Keyſer Ludwigden gantz en kriegs laſt auff ſich/ nberwand denn feind etlich malen*. dem
reit/