Buch 
Der ander Theil Teutscher Nation Heldenbuch : Inn diesem werden aller hochberümpten Teutschen Personen, Geistlicher und Weltlicher, hohen unnd nideren staths, Leben unnd namhaffte Thaten gantz warhafftig beschrieben ... von dem Grossen Carolo ... har, in die siebenhundert jar, biss auff Keyser Maximilian den ersten ... / Erstlich durch den Hochgelerten Herren Heinrich Pantaleon fast auss aller voelckeren Historien ... fleissig in Latein zusammen gezogen, unnd mit sampt aller beschribener personen büldtnussen ... künstlich fürgestellet. Jetzmalen aber von dem ... Authore selbs verteutschet, reichlich gemehret, und gebesseret ...
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Beſchꝛeibung/ der Ander theil. 35

Ludwig der ander Römil chereyſer.

MD) Vdwig der ander deß nam̃ens/ ſoll billich auch

l 8 ener die fürnem̃en mañlichen heldẽ Tent-

ſcher nation gerechnet werdẽ. Er was deß groſ

fen Carle fürenckel/ Ludwigen deß from̃en enckel/

Keyſer Lotharij Sohn/ welchen jm fein frauw Her

mingardt erboꝛen. dieſem hatt der vatter durch(ein

vielfaltige tuget noch bey feine Lebe das Reich in Ita

lien/ vnd das Keyſerthum̃ zugetheilet. Er hat daſſel

big mit ſollicher weyßheit vn beſcheidenheit ver wal-

ten/ das man ſich ab deſſen juget verwunderet ge-

, freüwet. dann er was ein freündtlicher/ from̃er/ vnd.,. M gerechter Kürſt/ welcher mitt guter einfalt begabet/darzu aller wittwen vnnd weyſen vatter geweſen. So viel menſchliche vnndGöttliche geſatz belanget/ hat er alle Fürſten zu feiner zeit weit übertroffen/auch in feinen rathſchlegen gantz fertig geweſen. Deßhalben als er von demvatter/ als der elteſte vnder ſeinẽ dꝛeyen Soͤhnen/ in gemeinſchafft deß Key-ſerthum̃ angenommen/ warde er von Bapſt Sergio geſalbet vnd gekroͤnet/für nemlich wie er von Dꝛogone dem Biſchoff zu Metz feine vetteren beleid-tet worden, Als er aber wie ein freüdiger jüngling nit mit ſollicher andacht/wie ſein Anherꝛ durch Italien vnd deß Bapſt land gezogen/ ſonder in ſeinerſchlachtoꝛd nung daher getretten/ auch die mutigen kriegs leuth nach jhremgebꝛauch inn denn Stetten vnnd flecken alles verherget/ warde er von Ser-gio ermanet er ſolte dieſe grauſamkeit von jhm legen/ vnnd fridſam/ wie ſel-ne altuoꝛderen zu Rom inn den Tempel Gottes ziechen/ damit er nicht dasſch wert ſo an dem himmel hienge wider ſich anreitzet/ da hatt jhm der from-me Keyſer gern gehoꝛſammet. Dergeſtalt warde er erſtlich ein Konig innItalien / demnach ein Keyſer auffgeruffet/ an dem achten tag zoge er wi-

der von Rom .

DS Chriſti geburt 871 jar.

In dieſer zeit was der elter Ludwig deß Cotharij bruder/ vnd dieſes Key Sarracenenſerõ LQudwigen verter Konig in Beyeren vnnd Teutſchen land/ welcher mit geſchlagen-

(einem bruder Carle dem Kaalen/ von wegen vnbillicher auß heilung deßReich viel krieg gefuͤret/ fo mertheil alle feribentem dieſem Keyſer Eud-wig dem andern zugemeſſen. Dann an dieſem oꝛth ver miſchen ſie jhꝛe Hiſto-rien/ vnd legen offt einem zu/ ſo dem anderen gebüret. Deßhalben laſſen wirdieſen elteren Qudwigen hie beleiben/ vnd wellen allein deß Keyſers lobli-che tathen auß glaub würdigen ſcribentẽ auff das kürtzeſte beſchꝛeiben. Dañein klein noch dem daß er die Cron zu Rom entpfangen/ kamen die Sarꝛa-cenen auß Affrica/ vnnd fůlen mit einem ſtarcken hauffen in Italien . Dieſegriffen erſtlich Benenentan/ verhergeten das gantze land mit todſchlag/rauben/ vnnd brennen gantz jemerlich. Deßhalben foꝛchte Ludwig er wur-de vielicht dieſem gewaltigen ſtarcken feind zu ſchwach/ beſamlet einengroſſen gezeug/ vnnd ermanet(einen bruder Lotharium/ er welle jhm hilffbeweiſen/ damitt er der Heyden hochmnut demmen möchte, Wie Eotharinsdieſe gemeine gefahꝛ vermercket/ beſamlet er ein hauffen/ vnnd kame dembzuder zu hilff Als aber fein gezeng durch groſſe bis vn ſeltzamen lufft ermůdet/ auch in ſchwere kranckheit namlich in die rote rur vnd peſtelentziſche fe-ber gefallẽ/ alſo daß er viel feines volck verloꝛẽ/ hat er wider müffen in Franckreich vnd Lotharingen hinderſich ziechen. Deßhalbẽ name Keyſer Ludwigden gantz en kriegs laſt auff ſich/ nberwand denn feind etlich malen*. dem

reit/