Buch 
Der ander Theil Teutscher Nation Heldenbuch : Inn diesem werden aller hochberümpten Teutschen Personen, Geistlicher und Weltlicher, hohen unnd nideren staths, Leben unnd namhaffte Thaten gantz warhafftig beschrieben ... von dem Grossen Carolo ... har, in die siebenhundert jar, biss auff Keyser Maximilian den ersten ... / Erstlich durch den Hochgelerten Herren Heinrich Pantaleon fast auss aller voelckeren Historien ... fleissig in Latein zusammen gezogen, unnd mit sampt aller beschribener personen büldtnussen ... künstlich fürgestellet. Jetzmalen aber von dem ... Authore selbs verteutschet, reichlich gemehret, und gebesseret ...
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Beſchꝛeibung/ der Ander theil. 461

dem Concilio geweſen/ anch mit deß Concilij Legaten gehn Iglarien kom von Chriſtinen. daſelben hatt er auff dem marckt einen ſtul auff gerichtet/ vnnd wur⸗ geburt 1415

den die artickel/ weil der Keyſer zu Gericht geſeſſen/ inn wellichen ſich die lar.Boͤhemen mitt dem Concilio vereinbaret/ mitt groſſen freüden deß volcksfürgeleſen. Nach dieſem warde Rochezan mitt feiner parthey durch deßConcilij Eegaten von dem Bann erlediget. Damalen if Sigmundt inndem iz jar nach Chꝛiſti geburt als ein Reyſer vnd Koͤnig zu Boͤhem/ mittſeinem gemahel der Keyſerein/ zu Pꝛag an S. Bartholomei abent einge-ritten/ auch mitt groſſen freuden vnnd ehrerbietung entpfangen worden/dieweil ye die fürnempſten Candsherren begeret jhm jhre dienſt zubewei-ſen/ vnnd andere zu übertreffen. Der geſtalt warde das Reich Boͤhem/ſo viel jar lang ſehꝛ vnrüwig geweſen/ durch deß weiſen Keyſers authoꝛitetwiderumb zu ſeinem voꝛgehenden hohen ſtath gebracht. Es haben auchdem Keyſer alle Chriſtenliche Sürſten viel glück gewüntſchet/ vnnd hattBapſt Eugenius ein guldine Roſen/ zu angezeigung der frolockung/ innBoͤhem geſendet.

Es hatt der Keyſer von feiner erſten hauß frauwen Maria keine kinder/ Reyfers Fine

vnnd auß der anderen Barbara allein ein Dochter Eliſabeth/ welche er Al⸗.brechten dem Fürſten zu Oeſterreich vermehelt/ wellicher hiernach Roͤmi-ſcher/ Vngariſcher/ vnnd Boͤhemiſcher König worden. Es was dieſe Bar-bara ein vnkeuſche geyle frauw/ allſo daß fie viel mehꝛ die menner zu liebegereitzet/ dann ſte von jhnen gebetten worden, als man fie auch itin dem chesbruch ergriffen/ hatt ſie verzeihung erlanget. Dieſes laſter was auch beydem 3 er etwann andere ehebeth beflecket/ ob er wol ſunſt den weiſeſten vnnd beſten Keyſeren zu vergleichen. Er wendet aber fürnemlich al-len feinen verſtand vnnd krefft dahin/ damit er den Chꝛiſtenlichen glaubenfürderen/ vnnd von allem aber glauben ſeüberen mochte. hiemit verſchoneter keiner arbeit/ gefahꝛ/ oder vnkoſten. Es haben ſich aber die Bepſt jhm al-lezeit ernſtlich widerſetzet/ die weil fie mehr auff jhꝛen beſonderen/ dann auffgemeinen nutz geſehen. Man ſagt/ es ſolle Reyſer Sigmund auff ein zeit(als er zu Preßburg zu nacht den jemerlichen ſtath der Chriſtenheit vonhertzen beweinet) inn dem ſchlaaff einen ehrlichen mann erſehen haben fojhm inn prieſterlich er kleidung erſchienen/ wellicher jhm angezeiget/ eswerde der Türcken Tyranney inn Vngaren kommen/ dar zu Oeſterreich ü-berziehen/ vnnd doch nichts ſchaffen. Hiemitt ſolle auch der Bepſten vnndpiieſterſchafft jrthum̃ zu nachgehnden zeiten von from̃en weiſen leuten ge-offenbaret werden/ welche mitt etlicher Sürſten hilff die Kirchen refoꝛmie-ren. Es hat auch die nachgehnde zeit genug ſam bewieſen/ was dieſer traumbedeutet habe.

Als nun der Keyſer Bohem befridiget/ auch den kirchendiener en auß Keyſerin gendem gemeinen gut(dieweil die kirchengůter inn voꝛgehen den kriegen vers heit

thon)mitt groſſer and acht vnnd freygebigkeit neuwe beſoldungen veroꝛd-net/ fienge er allgem ach an durch das alter abzunemmen/ vnnd an den fůſ-fen kranck zu werden. Wie Barbara/ ſo gern das Reich behalten/ dieſes ver;mercket/ hatt fie die Lands fürſten inn Boͤhem heimlich für ſich berüffet/vnnd durch ein wol geſetzte red dieſe vnderſtanden zu bereden/ es ſeye alleinnoch der weg voꝛhanden friden vnnd ruw im Land zu erhalten/ wann derKonig inn Poland ſich als ein Wittfrauwen zu der ehe nemmen. Dann eswas dieſe alte frauw dermaſſen mutwillig/ daß fie jrer eigenen Dochter ver;geſſen/ vnnd bey jhres Herren leben gedacht einen neuwen brautlauff an-znrichten. Deßhalben auch dieſe CLandsherren jhren j vnnd hilff

iij zuge-