Buch 
Der ander Theil Teutscher Nation Heldenbuch : Inn diesem werden aller hochberümpten Teutschen Personen, Geistlicher und Weltlicher, hohen unnd nideren staths, Leben unnd namhaffte Thaten gantz warhafftig beschrieben ... von dem Grossen Carolo ... har, in die siebenhundert jar, biss auff Keyser Maximilian den ersten ... / Erstlich durch den Hochgelerten Herren Heinrich Pantaleon fast auss aller voelckeren Historien ... fleissig in Latein zusammen gezogen, unnd mit sampt aller beschribener personen büldtnussen ... künstlich fürgestellet. Jetzmalen aber von dem ... Authore selbs verteutschet, reichlich gemehret, und gebesseret ...
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510 Gochuerꝛuͤmpter Teütſcher Perſonen5 Chriftige Armenyecken ſeyten wurden ſechs tauſet der beſten kriegsleüt erſchlagen/durt 144z jar vnder welchen auch der Hertzog in Schottland / vnd der Rhodiſer OberſteMeiſter in Franckreich/ darzu viel Grauen vnd Adels per ſo nẽ geweſen. Esiſt auch Ludwig durch diſen groſſen ſchaden erſchrocken/ vn ſich derm aſſenab diſes kleinen hauffen Schweytzeren mañheit verwunderet/ daß er baldharnach mit den Eydgenoſſen vnd Baßleren fridẽ gemachet/ vnd wider inFtranckreich gezogen. Monſt. lib.. Stumpff. lib. 2. cap. ı 4

Nicolaus ein Cardinal von Cuſa.

Icolaus iſt inn Trierer Biſtumb in dem fle-Mi Cuſa/ ſo an der Moſel gelegen erboꝛen; erW) warde von feinen elteren inn den guten kün-ſten vnderwiſen/ dieweil er ein ſonderbare liebe vndluft zu ſtudieren gehabt: alſo hat er durch fein gů-ten kopff vnd fleyſſig leſen zuwegen gebracht/ daßer in heiliger Geſchrifft überauß gelehrt/ vnnd zufeiner zeyt alle andere Theologen übertroffen. Erwas auch in Lateiniſcher/ Griechiſcher/ vnnd Des. braiſcher ſpꝛaach wol erfaren/ darzu ein Philoſo-Z A pbus/vnd treffenlicher Mathematicus. Sonſti ret er auch ein auffrechtig leben/ vnd was ein from-mer man. Deßhalven hat ſich begeben daß er erſtlich Biſchoff zu Brixien/vnnd harnach zu Rom bey Sanct Peters ketten Cardinal woꝛden. Nachdieſem hatt ſhn der Bapſt in Teutſcheland für fein Legaten abgefertiget.Deßhalben hatt er viel in der Kirchen Refoꝛmieret/ vnnd etliche geſatz ge-machet/ ſo fürnem̃lich den Benediet iner Oꝛden angetroffen. Wie er aber indem Biſtumb Brixien(nach der Baͤpſten alten gebrauch) alles nach ge-fallen wellen. iſt hm Sigmund der Ertzhertzog zu Oeſterꝛ eichernſtlich widerſtanden. Dann er wolte nicht zulaſſen/ das die Cardinal dieTeutſchen Kirchen/ nach jrem wolgefallen regieren ſolten/ wie dann ſonſtin anderẽ Prouintzen der Chꝛiſtenheit/ als in Engelland/ Hiſpanſẽ Sandreich/ Vngaren/ vnd Italien der gebrauch geweſen/ welches der Fürſt aucherhalten. Es iſt auch dieſes die einige rechte vꝛſach/ daß in Teutſchem land

viel weniger Cardinal dann in anderen nationen voꝛhanden.Spittal ge Er hat auch bey Cuſa an der Moſel geſtad zu Vꝛſicaſtell/ S. Niclanßſtifftet. u ehꝛen/ einen nam̃hafftigen Spittal geſtifftet/ vnd dieſen mitt viel gůte-ren vnd zinſen wol ver ſehen/ darzu mit manncherley buͤcheren bezleret. Eshat diſer Herꝛ viel gůter bucher geſchꝛiben/ als von Gottes anſchauwung/von deß Glaubens friden/ wie man Gott erkoͤnnen/ von der welt Schoͤpf-fung/ Eroͤꝛtherung deß Alchoꝛan/ wider die Behemen/ Erneüwerung derCalender/ von der Mathematiſchen vollkommenheit/ von den gefierdtenCircklen/ von dem Richtſcheit/ vnd viel andere dergleichen/ ſo zu ſammen intruck außgangen. Als er dergeſtalt vnder den gelehꝛten ein groſſe authoꝛi-tet bekommen/ iſt er zuletſt in feinem Climacteriſchen 63 jar(ſo einem ye-den gantz gefahꝛlich) an dem im tag Augſtmonat/ da man zalt ı 464 geſtor-

ben/ vnd ehꝛlich begraben woꝛden. Das hertz warde in voꝛgemel-detem Spittal geſendet/ da es auch mitten in dem Choꝛvnder einem Marmolſtein behalten wirt.Trit, in Script.

ö.

N

Huldrich