Buch 
Der ander Theil Teutscher Nation Heldenbuch : Inn diesem werden aller hochberümpten Teutschen Personen, Geistlicher und Weltlicher, hohen unnd nideren staths, Leben unnd namhaffte Thaten gantz warhafftig beschrieben ... von dem Grossen Carolo ... har, in die siebenhundert jar, biss auff Keyser Maximilian den ersten ... / Erstlich durch den Hochgelerten Herren Heinrich Pantaleon fast auss aller voelckeren Historien ... fleissig in Latein zusammen gezogen, unnd mit sampt aller beschribener personen büldtnussen ... künstlich fürgestellet. Jetzmalen aber von dem ... Authore selbs verteutschet, reichlich gemehret, und gebesseret ...
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hriſti ge456 jar..

Gochuerꝛuͤmpter Teütſcher PerſonenJohannes Siber Theologus.|2 Ve. Siber hatt in der Hohen ſchůl zu

Baſel fley ſſig geſtudieret/ vnd iſt ein ſehꝛ ge»WMlehꝛter man woꝛdẽ: nach diſem legt er ſich fürsnem̃lich auff die Heilige geſchꝛifft vnd warde Do-ctoꝛ Theologie promouieret. Er fuͤret auch einenzüchtigen wandel/ vnd gabe durch fein gůt exempelanderen anlaß zu tugenden. Deßhalben er auch vn-der die Choꝛherꝛen in dem Stifft zu S. Peter angem nom̃en. Nach diſem warde er in der Theologen Fa-. cultet im 1476 jar Dechan erwehlet/ dieſes ampt hatAlf er wol verſehen/ die Heilige geſchꝛifft offenlich fürsSS A geleſen/ vnd ſich dermaſſen geh altẽ/ daß er zu mehꝛ-malen der Vniuerſttet Rectoꝛ erkoꝛen. Wie er dermaſſen fürgefaren/ iſt erleſtlich in hohem alter in dem 1502 jar geſtoꝛben/ vnd ehꝛlich zu der erden besſtattet woꝛden. Matt. Theol. Baſ.

Bruder Clauß zu Vnder walden.ö V iſt zu Vnderwalden in der Eydgeno-N

ſchafft erboꝛen vnd aufferzogen: als dteſer er-wachſen/ hat er ein frauwẽ genom̃en/ vnd vielkinder von jren geboꝛẽ. Er fürer einen vnſchuldigenwandel/ verachtet der außlendiſchen Für ſten penſionen vnd beſoldung/ vnd ſůchet mit der hand arbeitibm vnnd feinem haußgeſind die narnng. Wie er einzeit lang alſo für gefahren/ bekame er letſtlich ab er-9 licher hochmůt einen verdruß/ vnd name jm für ſich, von der welt zuthun/ vnd alle wolüſt zufliehen. Als. im auch ſein hauß frau w bewilliget/ hatt er dieſe mitK, zehen KRinderen verlaſſen/ vn iſt er in ein wildtnußgezogen/ da er dan oberhalben Saplen ein kleine Zell gebauwen. Sie wasdrey ſchꝛitt lang/ and erhalb ſchꝛitt breit/ vnd fo hoch daß er auffrecht ſthenennen. Er was ein langer man/ einer keſtenbraunen farb/ hat einen mage-ren leib/ erbar angeſicht/ ſchwartze haar mit weyſſem vermenget/ einen dünnen zweyſpitzigen batt/ vnnd ein langſam̃e mannliche ſtiñ. Er gebrauchetſich eines ſchlechten langen kleyds/ vnd was an den fuͤſſen vnd haupt bloß.Dieſer hatt am ſelbigen oꝛth in die 21 jar ein heilig leben gefuͤret/ ſich alleinder wurtzen/ kreüter/ vnd kaltẽ waſſer beholffen/ vnd ſonſt kein ander ſpeyßvnd tranck gebrauchet. Es haben auch die einwoner offt alle weg verleget/vnd fleyßig acht genommen/ ob er doch von yemand ſein ſpeyß entpfienge/dergleichen hatt auch der Weichbiſchoff von Caſtentz vnder ſtanden/ aberes hat niemand etwas dergleichen vermercken kennen.

Ernſtlich Dieſer bruder Clauß růͤffet Gott allezeit mit groſſem ernſt an/ übertraffgebett. Faß menſchliche blöoͤdigkeit/ vnd bekame fein beſte krafft von dem lufft. Vn

der anderen woꝛten ſprach er gemeinlich. O mein Her: vnnd Gott / nimmemich mir/ vnd gibe mich zu eigen dir. Mann die leüt zu jhm kommen/ ſpꝛacher jhnen froͤlich zu/ vnd ermanet ſie zu tugendt vnnd Gottes foꝛcht. Er versmanet fürnem̃lich der Eydgenoſſen Ober keit fie ſollen von dem frembdenkriegen laſſen/ ſich mit jhrer hand arbeit von dem vieh wie jhre altuoꝛderenerneeren/ darzu der Koͤnigen vnd Fürſten Penſionen/ ſo mit gifft geſchmi-ret/ verachten/ damit fie nicht letſtlich wie die fiſch mit diſem.gel ge-