Buch 
Der ander Theil Teutscher Nation Heldenbuch : Inn diesem werden aller hochberümpten Teutschen Personen, Geistlicher und Weltlicher, hohen unnd nideren staths, Leben unnd namhaffte Thaten gantz warhafftig beschrieben ... von dem Grossen Carolo ... har, in die siebenhundert jar, biss auff Keyser Maximilian den ersten ... / Erstlich durch den Hochgelerten Herren Heinrich Pantaleon fast auss aller voelckeren Historien ... fleissig in Latein zusammen gezogen, unnd mit sampt aller beschribener personen büldtnussen ... künstlich fürgestellet. Jetzmalen aber von dem ... Authore selbs verteutschet, reichlich gemehret, und gebesseret ...
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Don Chriftigeburt 1495jar.

Liebe der ge

rechtig keit.

568 gochtterꝛuͤmpter Teütſcher Perſoner

lichen alter mit züchtigem wandel vnd erbaren leben alle anderẽ übertrof-fen. deßh alben er auch fein freche jugendt durch ein dapffer ehrlich lebẽ reichlich erſetzet. weil er auch eines hohen verſtands vnd groſſe begird zulernen/hatt er allen künſten nach gefraget/ vnd begeret zu erfaren/ wie dieſe inn eingebꝛauch kom̃en. auß welchem auch gefolget daß er weiſe leut angefangenauff das hoöchſte zulieben/ vnnd zu verchꝛen. Ob er auch wol die Lateiniſcheſpꝛaach nit wol reden konnen/ hat er doch die ſelbige mehꝛtheil verſtanden/vnnd iſt gern vm̃ die gelerten geweſen. Deßhalben er dieſe offt gehoͤꝛet mittgroſſem ernſt wider einander diſputieren. wañ auch etwas eingefallen/ daßwürdig zumercken/ hat er ſolliches allezeit behalten. dañ er hat ein wunder-bar gute gedechtnuß/ daß er nit allein alle ſachen/ ſonder auch die vꝛſachen/oꝛt/ vnd perſonen jm eingebildet. Er hat auch zu nachgehnden zeiten von allen ſachen derm aſſen komlich diſputierẽ konnen/ daß man vermeinet/ er ha-be in allen künſten wol geſtudiert. Auß dieſer vꝛſach hat er auch ver ſchaffet/dz gelerte arbeyt ſame lent viel nam̃hafftiger bücher in Teutſche ſpꝛaachgebꝛacht. Nach dieſem hatt er auch inn dem 1 jar zu Tubingen ein Hoheſchul geſtifftet/ vnnd dieſe mit viel gůteren vnd freyh eiten bezieret/ in welli-cher biß auff heutigen tag aller ſpꝛaachen/ künſten/ vnd Faculteten gelehꝛteper ſonen vorhanden.

Weil er auch zu der Religion vnnd Gottsdienſt ein groſſen eyfer/ hatt erzu erſt die weltlichen Clericos inn Schwabenland beruͤffet/ vnnd jhnen coliche Pfarren/ ſo jm zugeſtanden/ übergeben. Durch dieſer beywonung hatter ſich beluſtiget/ vnnd inn dem wald Schonbach/ da er vnnd ſeine altuoꝛ-deren gepfleget ſerlich zu jagen/ ein kirchen auß dem fund ament gebau wen/vnnd S. Peter genennet. dieſe hatt er den Choꝛherꝛ en vnnd weltlichen Cle-ricis/ ſo bey einanderen gewonet/ mitt viel guͤteren übergeben. Er hat auchdie Pfarekirchen zu Tubingen bey S. Georgen inn ein Stifft erhebt. Wieer aber die Chꝛiſtenliche Religion geliebet/ alſo hat er alle aberglanben ſehrgehaſſet. Ja wie er die frommen pꝛieſter gefürderet/ allſo hat er die boßhaff-rigen beſcholten. Auß dieſer vꝛſach hatt er auch alle Cloͤſter inn feinem landbefolhen zu refoꝛmieren/ vnd etliche boͤſe alten gewonheiten/ zu der gerech-tigkeit vnnd erbarkeit gerichtet. So viel die weltliche Policey belan get/was er der billigkeit ſehꝛ geneigt/ vnnd hatt auß liebe deß varterlands vielding laſſen fürgehn/ als wann er deren nicht geachtet. doch hatt er gar keinanzeigung einer ley foꝛcht oder vnſtandhafftigkeit gegeben. Er hatt auchden gewaltigen Fürſten an feiner gerechtigkeit nichts wollen nachlaſſen.Seine Hofleut hatt er ſelten geenderet/ vnnd doch nicht vnder feine Rathangenommen/ er habe ſie dann durch lange beywonung genug ſam erkun-diget. Allſo hatt ſich begeben/ daß er mitt dapfferen leuten fein land an Re-ligion/ guten künſten/ gerechtigkeit/ vnnd neuwen geben wen ſehꝛ bestesret/ auch vnder den Herꝛen Teutſcher nation nit vnbillich in groſſem an ſe-hen geweſen. U

Sertzog zu Wie Keyſer Maximilian dieſes verſtanden/ hatt er auß eigener bewe-

Wirtenberggeordnet.

gung auff dem Reichstag zu Woꝛmbs/ da man zalt i 95 jar/ an dem ein vndzwentzigſten tag Julij/ dieſen Grauen Eberhardten mitt gewonlichen ce-remonien zu einem Fürſten gemachet/ auch mitt eigener hand jhm den Tit-tel eines Hertzogen zu Wirtenberg vnnd Teck übergeben/ als alle Fürſtendeß Reichs in fren alten gewonlichen kleideren bezieret/ darzu vieler Koͤni-gen/ Fürſten vnd Herren Legaten/ ſo dieſen actum hoͤchlich bezieret/ zuge-gen geweſen. Es hat dieſer Eberhardt einen kleinen leib/ aber doch ſtarckvnd wol geſetzet. zu dieſem hat er auch von viel jaren har einen bart gezogẽ/darum̃ er auch durch ſein ſchoͤnen Bart Hertzog Eberhardt mit dem Bart

. genenn et.