14 Gochberuͤmpter Teutſcher Perſonenvoꝛgehnden haͤrnach auch gefürſtet/ vñ jnen deß Reichs lend er/ Thttringen/ Heſſen / CLiechtenberg/ vnd Elſaß erblichen verlihen. Dahaͤr ſeindnoch viel Lãdgraffeſchafft mit kleinẽ einkom̃en in Teutſchemland voꝛ-handen/ als zu Sauſſenburg/ im Siſſgauw/ etc.;
Burggrafft. Burgraffen ware voꝛ zeiten in den fürnempſten ſchlöoͤſſeren die Burg-richter oder Vogt/ welche alles darinnen wol verſeh en/ vnd jr ampt wolaußgerichtet. Alſo was Teurſcheland voller Amptleüten/ fo den Keiſerẽ /Königen/ vnd Surfen gedienet/ wie auch auff heütigen tag bey Heydel-berg in der Pfaltz die Vogt Centgraffen genennet. Alſo wurden voꝛ seitedie Bauwermeiſter Dinggraffen bey den Sach ſen geh eiſſen. Es ſeind asber dieſe Burggraffen mit der zeit auch erblich/ vnd auff Meydenburg/Nuůrenburg/ eneck/ vnd Stromburg gefürſtet worden.
Ftirſten. Fürſten oder Principes waren die fürſtender/ dem gemeinen volck fürgeſetzet. Dieſes waren erbliche herꝛligkeiten vnd was der nechſte gradnach den Koͤnigen: zu nachgehnden zeiten iſt es ein gemeiner name worden/ alſo das man den Keiſer/ Ronig/ Churfürſten/ Hertzo gen/ Pfaltz-graffen/ Margraffen/ Landgraffen/ Burgraffen/ gefürſtere Graffen/darzu auch die Biſchoff vnd etliche Prelaten laut ires ampt alſo nenner/ob ſie wol nit von dem adel erboꝛen.
Graffen; Graffen oder Comites ſeind mitregierer der Rönigen/ Fürſten/ vndderen nachgeſetzeten Rich teren geweſen. Alſo das ſie iren tittel vñ namenauch nit gehabt von eigenen landẽ oder geſchlechten wie bey vnſeren zei-ten/ ſond er vo irẽ ampt. Sie waren auch deß Keiſers geſellen vnd Mit-raͤth. Wie aber der alten Caroliner Ronigen zu Franckreich vnd Teu tſche|land geſchlecht abgangen/ vnd durch krieg mancherley enderung beſche⸗|hen/ haben die Graffen jre wonungen vnd flecken für erbliche beſitzungbehalten: als auch das Keiſerthum̃ auff die Teutſchen beſtetiget/ habendie Graffen iren ſtand vnd tittel zwiſchen den Sürſten vnnd Freyherꝛenempfangen: wie auch die Sürſten hochgeboꝛen/ alſo wurden dieſe wolge-boꝛen genennet. Wie aber ſich alles in dieſer zeit verenderet/ vnd etlicheSürſtenthum̃ vnd Graffeſchafften gar abkom̃en/ alſo ſeind veil Graffe-ſchafften zu Surſtenthum̃en erhebt/ als Cleue/ Sa foꝝ/ Wirtenberg / etc.
e alſo ſein auch mittlerzeit etliche mind ere ſtend zu Graffen erhebt worden.Freyherren. Freyher: en vnd Barones/ ſeind voꝛzeiten allein nach den Roni gen vñSuͤrſten/ in deß adels würdigkeit erblichen gezellet woꝛden/ wie man ſol-
liches auß deß Teutſchenland alten landrechten büch b eweiſſen mag/ da
allein der Sürſten vn Sreyherzen gedacht wirt. So ſetzet deß Bapſt Tantz
Ley noch die Freyherꝛ en für die Graffen in jren bullen vn bꝛieffen. Es was
ren aber dꝛeyerley Freyen: Semper freyen ſeind die hoͤchſten geweſen/ ſo
herzen genennet. Mittelfreyen ware die Rittermeſsige/ welche man auchdienſtmenner vnd edel knecht geheiſſen. Vnderfreyen waren die Freyen|
acht burger/ oder freyen Randfefen. Wie auch der Fürſten ſoͤn voꝛzeiten
edle herzen alſo wurden der Sreyherꝛen ſoͤn Junckheren geheiſſen. Es
haben die Freyherꝛen jren ſtand behalten/ vnd wurden wie auch die Für⸗|
ſten die edlen genennet: welchen tittel fie biß zu vnſer vaͤtteren zeiten be⸗.
halten. Zu vnſeren zeiten aber werden fie auch wie die Graffen die Wol-
eboꝛen geh eiſſen. Es werden auch allezeit viel von dem adel zu der Ftrey-
5 erꝛen ſtand durch jren tugent erhebt.|
Rittter. Ritterſchafft iſt ein gemeine würde/ die da volger auff fürbindige manheit/ vñ ritterliche tathen. Deßhabẽ auch Koͤni g /Fürſte/ Graffen vn her⸗|rẽ, ſich dieſer würde anzunem̃en nit beſchem̃en; weil aber dieſe würde einbelonũg der mañh eit/ wirt fie auch offt dieſen verlihẽ fo nit von dem adel
geboꝛen