28 Dritte Predigempfindlichen vnd vnvernuͤnſſtigen Creaturen/ welche fid) ſelbs nit wol re-gieren koͤnnen; ſonderen er regiert auch die vernuͤnfſtigen/ die in einem vndanderem jhren fragen vngezwungnen Willen haben: Der Menſch nim̃tjhm zwar in feinem Hertzen einen Weg für,/ der HErꝛ aber richtetvnd leitet feinen Gang/ in Spruͤchen Salom. 16.9. diſer Fuͤrſehung vndRegieꝛung Gottes/ iſt auch vndeꝛworffen die Stund der Gebnrt/ vnd des Todsder Menſchen Der Menſch hat fein beſtimpte Zeit/ die Zahl feinerMonaten ſtehet bey dir. Du haſt ein Ziel geſetzt/ das wird er nichtüberfchreiten ſpricht Job zu Gott dem HErꝛen/ cap. 14. 7.teovidentia Vnd aber was bemühen wir vns lang/ die alles regierende Fuͤrſehnngdivinapro- Gottes mit vielen Gruͤnden zn ertocifen? Wer nun die Angen aufthut vndemb fid her ſchauwet/ der wird ſehen/ daß an allen Orten vnd Enden gleich-ſamm mit groſſen Buchſtaben geſchriben ſtehen nit allein die Wort: Esiſt ein Gott: Sonder auch: Gott der HErꝛregiert alles.1.Ex ordine Wer kan recht anſchauwen/ vnd Betrachten/ die ſchoͤne vnd liebliche/^49. die beſtendige vnd jmmer waͤhrende Ordnung der ganzen Natur/ in welcherfie(Don etlich 1000. Jahr lang ſeit jhrer Erſchaffung geſtanden. Wie derrenz. bewohnete Erdboden/ welcher mit ſampt dem Meer eine groſſe runde Sus»gel machet/ wie wol ſie in dem freyen Lufft an niehts hanget/ wie Job redt/cap. 26. 7. Gleichwohl jhr beſtaͤndig Ort in dem Centro, mitten in dem* ztellarum gufft behaltet. Wie die Sternen des Himmels/ vngngeſehen jhrer Biele/deren etliche 1022. niemand aber alle zellen kan/ Vid. Magir. phyſ. pag.139. vnangeſehen jhrer wunderſammen Groͤſſe/ da die/ welche vnder denFixſternen ſcheinen die kleinſten 8. mahl groͤſſer ſeyn ſollen als die Erden/wie es bekandt denen/ die fich aufden Lauf des Himmels verſtehen: ibid. pag.140. vnangeſehen jhrer zweyfachen Bewegung; die erſte/ da fie innert 24.Stunden/ von Auffgang gegen dem Nidergang/ in hoͤchſter Eyl vmb dengantzen Erdboden herumb; die andere/ da fie von Nidergang gegen dentAuffgang/ in jhrer jährlichen Bewegung von einem Ott/ biß wider zum ſel-bigen lauffen; vnangeſehen/ daß diſe fo viel vnd groſſe Sternen an dem Fir-mament/ nit als in einer harten vnd veſten Materi/ gleich wie die Naͤgel ineinem Rad/ ſteyff angeſchlagen; ſondern daß fo groſſe Creaturen fino in ct»ner ſubtilen vnd beweglichen Materi/ nit anderſt/ als wie die Voͤgel im Lufft/vnd wie die Fiſch in dem Meer; vnd gleichwol behalten jhre hoͤchſte wunder-ſamme Ordnung/ alſo daß die Firſternen ohne Vnderlaß in gleicher Wette von einander vnder den Planetſternen der Sarurnus jmmerdar der oberſt/der Mond allwegen der vnderſt/ vnd die Sonn als ein Königin ieibt/
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Decas concionum miscellanearum, oder Zehen Predigen, uber unterschiedliche Sprüch H. Schrifft gehalten : von I. Dem Ampt eines Kirchendieners und seiner Gemeind. II. Der Zeit der Menschen. III.IV. Der Fürsehung Gottes. V. Der Straff-gerechtigkeit Gottes. VI. Der höllischen Pein und Quaal. VII. Dem Schutz und Schirm in Kriegszeiten. VIII. Den Zorn-zeichen Gottes und dem Krieg. IX. Dem Erdbidem. X. Dem heiligen Ehestand / durch Johannem Müller, Kirchendiener und Professorem Histor. Eccles. der Schul Zürich
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