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Decas concionum miscellanearum, oder Zehen Predigen, uber unterschiedliche Sprüch H. Schrifft gehalten : von I. Dem Ampt eines Kirchendieners und seiner Gemeind. II. Der Zeit der Menschen. III.IV. Der Fürsehung Gottes. V. Der Straff-gerechtigkeit Gottes. VI. Der höllischen Pein und Quaal. VII. Dem Schutz und Schirm in Kriegszeiten. VIII. Den Zorn-zeichen Gottes und dem Krieg. IX. Dem Erdbidem. X. Dem heiligen Ehestand / durch Johannem Müller, Kirchendiener und Professorem Histor. Eccles. der Schul Zürich
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Jorge IT. v. 1e. 01

Richte doch die Augen deines Semurhs nur ein wenig auff dieſen erſchroͤck⸗ b. involvit,lichen Jammer. Wann dir dieſe Stund/ welches aber der gnaͤdige Gott in!.Ewigkeit wende/ im Fewer aufgehen ſolte dein Hauß/ verbrennen alles was

du haſt/ vnd alfo ein armer Bettler our deſe wie were dir das wol ein Jam⸗ jigc oumer? vnd du ein anderer/ wie wuͤr deſtu dich ſtellen/ wann dir dein ſchoͤn/ jung interitus.vnd liebes Kind verkarꝛet wäͤrde/ dergeſtalten/ daß jhme die Gedaͤrme auß

dem geibe/ das Hirn auß der Schalen ſprůͤtzen tete? Wann nur etwan eto? latrocinia,fiet gemörder vnd ombgebracht wird/ wie lang hat man darvon zu reden auff

allen Gaſſen/ bey allen Laͤden in allen Zuſammenkunfften. Wann durch 4 aevinauo-ein ſchaͤdliches Vngewitter alles im Holtz vnd Feld/ durch das ganze Land nesagti.hinweg zu Grund gerichtet wuͤrde/ daß in vielen Jahren kein einige Fruchtmehr zu hoffen were/ wie erbaͤrmmlich were das anzuſchen. Wer kan ohneMitleiden anhoͤren/ ja kan es nicht geben naſſe Augen? wann erzehlet wird/wie da vnd dort der Hunger geweſen ſo groß/ daß die Menſchen Hew vndKraut geeſſen/ wie das Vieh/ mit wuͤſten vnreinen Thieren/ Hund vnd Ka-tzen/ die fie gemenget/ fib ernehrt/ jhren Hunger mit Koth vnd Vnrath ge-effet/ daß nicht ſicher geweſen die Todten in den Graͤberen/ ſondern ſelbigeherfuͤr gegraben/ vnd zur Speiß der Lebendigen gemachet worden, Ja ein-ander angriffen die Lebendigen ſelbſt/ einander gemezget vnd gefreſſen/ vndba die zarten Muͤtter nicht verſchonet jhren eignen Kindern/ nicht Geſchwi-ſtrige einander. Wie leidig vnd traurig iſt es/ wann die Peſtilenz enter efnem Volck tobet vnd wuͤtet/ daß die beſten Freund vnverſehens von einanderhingeriſſen werden/ wann man die Todten nicht alle ordentlich vergrabenkan/ ſonder Hauffen auff Hauffen werffen muß Nun bif alles miteinan-der/ vnd noch mehr darzu/ laufft vnd kombt zuſammen in den landsverderb-lichen Krieg/ Statt/ Flecken vnd Doͤrffer/ Haͤuſer vnd Hoͤff/ werden in denBrand geſteckt vnd eingeaͤſchert; das Land verderbt vnd verherget; dieMenſchen gepeiniget vnd gemartert/ nit lang iſt der Krieg an einem Ort daß

zicht auch da entſtehe auß der Theure ein Hunger auß dem Hunger Ster-ben vnd Peſtilenz. Wie ſolches mit alten vnd newen Hiſtorien koͤnte er-ſcheinet werden/ wann es die Zeit zulaſſen wurde/ oder wir gedencken ſolttn/|baß jemand daran zweiffle. Groͤſſer Leiden dieſer Zeit/ it auff Erden nicht© Ges,geweſen/ vnd wird in das kuͤnfftig nicht ſeyn als das/ welches außſtehen muͤſ⸗ quàm faamfen Chriſtus enfer liebe Heyland/ gleichwol/ da er geſehen etliche Weiber über Gjhne weinen/ ſpricht er au denſelbigen: Ihr Toͤchter Jeruſalem / wei-net nicht uber mich/ ſondern weinet uͤber euch ſelbſt/ vnd über emere

Kinder. Dann ſihe/ es kommen Tage/ in welchen man ſagenwird;: Selig ſind die Vnfruchthgaren/ vnd die Leiber/ die nicht

oz geboren

$. famem.

6. Peftilentii.