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Davids Pest-Artzney, der ein und neuntzigste Psalm, in underschiedlichen Predigten der Gemeind Gottes zu Basel zur Zeit der daselbst regierenden Pest erklärt : sampt einer Dank-Predigt, an dem, nach Abwendung dieser Plag, angestelten Danck-Fest / gehalten durch Peter Werenfelss, Dienern des göttl. Worts in dem Münster
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Ob die Frommen von der Peſt befreyet ſeyen· Mx

anders diß zu feiner Ehr gereiche/ vnd vnſerer Seelen gut ſeye. Waswollen wir mehr? Kan vnd ſoll dann einer/ der jhm die Ehr Gottesvnd feiner Seelen Heil für allen dingen ſoll angelegen ſeyn laſſen/ Ge-ſundheit vnd laͤngeres Leben wuͤnſchen/ auch in dem fahl/ wañ Kranck-heit vnd Tod jhm zu feiner Seligkeit beſſer were/ oder Gottes Nammehr dadurch wurde geprieſen werden? Soll er nicht vielmehr fagen:Daß nur Chriſtus hoch gepreiſet werde/ es ſeye durch Leben phil maeoder durch Tod.

Gott hat vns verheiſſen/ die Plag ſoll vns nicht treffen/ laßt oneaber dabey ſagen/ wir koͤnnen nicht ohne Creutz vnd Tod in den Simsmel koñen. Was wollen wir mehr? find wir dann beſſer als vnſereVaͤrter/ oder wollen wir es beſſer haben/ als vnſer Haupt/ welcher ob n es. 19. 4er wol der Sohn Gottes war/ hat er doch ley den men. Hebt.

Non dem Dritten.

Die dritte Frag iſt annoch zu beantworten übrig/ was gottſelige Was gyttſu-Leut/ weil ſie von der Peſt vnd andern Straffen nicht gantzlich befreyet mln,ſind/ in Peſt zeiten vnd anderen Landplagen für den Goitlofen für ei⸗,nen Vortheil/ oder jhrer Gottſeligkeit halben für einen Genuß haben? Mittel des-

Als Jeb in das Vngluͤck gerathen/ ſprach fein Weib zu jhm/ ben.Halteſtu noch feſt an deiner Frommigk eit? ja ſegne Gott vnd Jobꝛzſtirb; ſie will ſagen/ du ſchaffeſt dein ſach wol/ du lobeſt vnd dieneſtGott / vnd geheſt darüber zu grund. Alſo ſagt auch eiwan die Weltvnd das leiſch geſpoͤtts· weiß zu dem Goitſeligen: wann Gott Peſti-lentz/ Theurung vnd andere Plagen ſendet/ ſo muſtu fo wol als andereherhalten: was nutzet dich dann dein Frombkeit? wiltu dennoch daranhalten? Ja ſegne Gott vnd ſtirb. Iſt deßwegen hoch nothwendig/ daßwir bedencken/ was dann in Peſt- zeiten vnd anderen Plagen die Gott-

ſeligkeit einem Menſchen für einen Nutzen vnd Vortheil brin ge.

Erſtlich fo bleibts dabey/ daß die Gottſeligen etwan in Landpla-gen wunderlich erhalten werden: daß ob tauſend fallen zu jhrer Sei-ten/ ſie dennoch nicht getroffen werden/ wie in der vorhergehenden Pre-

digt mit mehrerem dargethan worden. Diß if ein ſtatilſcher Vortheil

wynd Lohn der Gottſeligkeit/ welcher/ ob er wol nicht allen Gottſeligen

widerfahret/ ſo widerfahret er doch etlichen/ nemlich denen er gut vndheilſam iſt. S ij em-