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Spiegel der unermesslichen Gnad Gottes gegen den rewenden bussfertigen Sünderen : in XLV. Predigen uber das XV. Capitel Luce, ... verfasset: sampt erbawlichen Fest- und Nachtmahls-Predigen ... / durch Johannem Wirtz, Diener der Kirch und Schul Zürich
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58 Die FSünffte

anderen Gleichnuſſen mehr/ vns heim geſtellt/ vnd auß den vorgehn den zuerſetzen vnd zu vermercken vberlaſſen.

Es verhandlet aber der Herr gegenwirtige Gleichnuß alſo/ daß Er

Erſtlich die Materi ins gemein vnd einfeltig namſet:

Darnach aber fein ſpecificierlich vnd gleich ſam Diſtoriſcher weiſe außfuͤhrt.

Em felte Die einfelte Materi haben wir in gegen wirtigem Text/ in welchem der

Bi Herz fie alfo außſpricht: Ein Menſch hatte zween Sohn,

Hiemit begreifft diſe Materi gewiüſſe Perſonen; Perſonen /nicht außdem Regiment/ alß da ſeind/ Regenten Koͤnig/Fürſten vnd Herꝛen; vnddie Vnderthanen: ſonder auß der Hauß geſellſchafft; vnd auß der Hauß-geſellſchafft/ nicht Mann vnd Weib; auch nicht Meiſter vnd Knecht ; Frawvnd Magd: ſon der den Vatter vnd Sohn; vnd derſelben benantlich zween/alſo daß der Haupt- perſonen drey ſeind.

Da muͤſſen wir wüſſen/ Wen vns der Herꝛ durch diſe dreyPerſonen anbilde vnd andeüte. Das iſt der rechte Schlüſſel zudiſer Gleichnuß/ ohne welchen wir den rechten verſtand derſelben nicht wolmögen finden vnd erꝛeichen.

Bey den Alten finden wir vnderſchiedliche meynungen.

Zwaren in dem ſtim̃t alles vbereyn, daß durch den Vatter derzweyen Söhnen verſtanden ſolle werden/ vnd vom Herzen angebildet vndgemeynt worden/ der himmeliſche Gott vnd Vatter. Weſſen anbildung aber

Vng ech. die zween Soͤhn ſeyen; da thůt ſich auff eine vngleichheit..

meyn ungen Auguſtinus, A der verꝛuͤhmteſten alten Lehreren einer/ verſteht durch

Söimen, die zween Sohn, zwey Volcker/ alß zween Stämmen des Menſchlichen

ug in. geſchlechts: den einen Sram der jenigen/ welche in dem Gottsdienſt des eini-

; gen Gottes verbleiben; den anderen aber der jenigen/ welche Gott den Herꝛenverlaſſen/ vnd ſich zum dienſt der Götzen gewendt.

k Aſterius,] ein Biſchoff zu Amaſea /thüt fein meynung dar mit diſenworten: Den Vatter neñt diſe Gleichnuß Gott/ den Sch oͤpfferaller dingen; durch die zween Sohn aber/ den alteren vnd denjüngeren/ verſteht fie zween Menſchen: durch den jenen zwarverſteht ſie einen Menſchen/ der in der von Gott gegebnen gnadverbleibt/ vnd in feinem jhme zufallenden theil der Erbſchafft;

[4] lib. II. Quæſt. Evang.[4] in Biblioth. Photii Patriarch.pag. Sr.