Predig. 61
. aller ſeiner wercken. Aller Augen warten auff dich/ vnd du gibſt
ihnen jhre ſpeiſe zu feiner zeit: Du thüſt dein Hand auff/ vnd ſet-tigeſt alles/ was da lebt/ mit wolgefallen/ ſteht in Pſalmen. f] DerHerr machet graß wachſen für das Vieh/ vnd kraut zu nutz dem
hertz des Menſchen froöͤlich machet: der des Menſchen angeſicht glantzender machet dann das oͤl: deßgleichen Brot/ das desMenſchen hertz ſtercket/ ſagt widerumb der Pſalmiſt. Diſe vnd anderedergleichen gaaben haben die/ welche in der Gemeind Gottes nicht ſeind/mit der Gemeind vnd dem Volck Gottes gemein. Ja ſolchen zeücht Gott indergleichen dingen offt mehr zu/ alß feinen den allerliebſten Kinderen: wiees nicht nur die Hiſtorien der vergangnen Zeiten; ſonder auch die täglicheſelbſt eigne Erfahrung vberflüſſig bezeüget.
Gleichwol iſt Gott darumb eigentlich da nicht Vatter/ wo fein büß-ſtim̃ nicht erſchallet/ vnd die Menſchen dardurch zu einer feiner Gemeindnicht gemachet werden.
Bey vns Menſchen iſt ein Vatter eigentlich da Vatter/ wo fein Erbiſt/ denen die von jhme herkommen/ zu feinen Guͤteren den zugang haben/vnd ſeine Erben ſeind. Grad alſo iſt Gott da eigentlich Vatter da Er feinrechtes Erb ⸗ vnd Hauptguͤt durch die Predig feines Worts anbiet/ dardurchIhme Kinder gebirt; da Er verkünden vnd antragen laßt das zukünfſtige/himmeliſche/ ewige Leben/ ſampt allem/ was zu erlangung deſſelben dienſtlichvnd nothwendig if: alß da iſt die gnaͤdige verzeyhung der Sünden vnd Ge-recht ſprechung/ die widergeburt vnd ernewerung des Gemuͤts/ der wahreſelig machende Glaub/ der Geiſt des Gebaͤtts vnd der wahren forcht Got-tes/ die verſiglung der Kindtſchafft Gottes vnd des ewigen Lebens/ rechtertroſt vnd gedult im Creütz/ ꝛc.
Es laßt aber Gott fein Hauptguͤt vnd Erb/ vnd alle mittel zum ſelben/anfragen allein in feiner Kirch; in deren iſt allein die Hochzeit ladende ſtim̃/die heylſam̃e Poſaun/ die zur Buͤß/ zum Glauben/ zur Heiligung/ zumewigen Leben beruͤfſt. Was Gott den Heyden Türcken/ vnd anderen/ diein feiner Kirch vnd Gemeind nicht ſeind/ die den Saamen feines Wortsdardurch feine Kinder geboren werden/ nicht haben/ gibt vnd thut; das iſtnicht ſein rechte Erbſchafft/ es ſeind allein leibliche vnd andere zeitliche vndgemeine Gaaben/ alß Silber vnd Gold/ Korn vnd Wein/ geſchwinderverſtand in Politiſchen dingen/ erfahrenheit vnd dapfferkeit im Krieg/ vnd
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(f] Pſal. CIV. Iq. 15.
Menſchen; vñ bringet Brot auß der Erde: jtem Wein/ der das
jhnen.
gen tlichBatter.
Das Erbwirt allein inder KirchEhrtſti ange-tragen.