Buch 
Die Kürtze, Unruhe und Hinfälligkeit dieses Gegenwärtigen Lebens : vorgestellt in einer Christlichen Leich-Predigt, über die Wort Job. XIV. Vers 1.2. Der Mensch vom Weibe gebohren, lebt eine kurtze Zeit, und ist voll Unruh, &c. Gehalten in der Haupt-Kirchen des Münsters zu Basel, Mitwochen den 14. Junij An. 1699. bey ansehenlicher Ehren-Bestattung, des ... Joh. Conrad Zieglers, von Schaffhausen / durch M. Friederich Battier, Pfarrer zu St. Alban
JPEG-Download
 

Leich-Predigt., 23

begeben/ ond feine matte Glieder ruhig legen ſoll. Warum̃

ſolten vnd wolten wir dann nicht gern vnd mit Frewden

dieſes vnrüͤhige Leben verlaffen/ wann der HErz kom̃tvns zur ewigen Ruh zu beruffen.

Heilige G Ottes/ weil diß Leben ein vnrühiges vndmuͤhſames Leben iſt fo trachtet am allermeiſten nach demkaͤnfftigen Leben. TLebet ſo/ daß jhr dermahlen eins in die

hen/ vnd von aller Bekuͤmm̃ernuß/ Sorg

vnd Vnruh moͤget befreyet ſeyn. Ergebet euch zwar ge

dultig in die Vnruhe dieſes Lebens/ weilen es G Dtt alſogeordnet hat/ ſehet aber darbey wol zu/ daß jhr ewer Hertzmit keinen mißtraͤuiſchen/ vnnoͤthigen vnd ſuͤndlichen

Sorgen durch ewere eigene Schuld überladet/ dardurchder gute Saamen erſtecket/ vnd die Andacht im Gebaͤtverhinderet wird. Brechet ench vielmehr ſelber ab/ ſo vieleuch möglich iſt Suchei ewere Ruh in 6 tt vnd feinergnaͤdigen Fuͤrſehung/ vnd richtet alle ewere Sorgen al-fein dahin/ daß jhr ewig ſelig werden moͤget. Waͤrcket Phil.ewere Seligkeit/ wie Paulus vermahnet/ mit Forchtvnd zitteren.

Alſo hat vns Hiob diß Leben beſchrieben nicht nur alsein kurtzes/ ſonder auch als ein vnrühiges Leben. Erbeſchreibt es fuͤrbas

3. Als ein eiteles vnd vergaͤngliches Leben/ wanners vergleichet einer Blume auff dem Feld/ vnd einemSchatten. Er gehet auff wie eine Blume/ vnd iſtwie ein Schatten.

Es wird das Leben auch ſonſt einer Blume vergli-chen. Ein Menſch iſt in feinem Leben wie Graß/ er'ſiuz. I.bluͤhet wie eine Blume auff dem Feld. Vnd fo auchdem Schatten. Vnſer Leben iſt ein Schatten au

Erden.