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Die Kürtze, Unruhe und Hinfälligkeit dieses Gegenwärtigen Lebens : vorgestellt in einer Christlichen Leich-Predigt, über die Wort Job. XIV. Vers 1.2. Der Mensch vom Weibe gebohren, lebt eine kurtze Zeit, und ist voll Unruh, &c. Gehalten in der Haupt-Kirchen des Münsters zu Basel, Mitwochen den 14. Junij An. 1699. bey ansehenlicher Ehren-Bestattung, des ... Joh. Conrad Zieglers, von Schaffhausen / durch M. Friederich Battier, Pfarrer zu St. Alban
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Leich⸗Predigt..kein Gewalt angethan wird/ wann jhm niemand fein Le-ben mit Gewalt nie/ ſo ſtirbet er doch in kurtzem von ſichſelbſt feine Leibes⸗kraͤffte verliehren ſieh nach vnd nach/biß ſie jhn endlich gar verlaſſen. Iſt alſo eine Blume einfeines Fuͤrbild der flüchtigen Vnbeſtändigkeit vnd Hin-aͤlligkeit dieſes gegenwartigen Lebens.

Eben diß wird auch fuͤrgebildet durch den Schatten.Ein Schatten hat mehr Scheines als Weſens/ alſo auchdes Menſchen Leben vnd Herꝛlichkeit.

Ein Schatten mag nicht gehalten werden/ der dar-nach greiffet/ vmb jhn zu halten/ findet ſich betrogenAlſo mag man des Menſchen Leben nicht vmb ein Au-genblick über fein geſetztes Lebens⸗Ziel auff halten.Ein Schatten verändert ſich im̃erdar nach dem Lauff derSonnen/ des Monds/ oder eines andern Liechts. Alſo iſtnichts veraͤnderlichers als der Menſch vnd ſein Leben.Nicht nur Fein aͤuſſerlicher Zuſtand/ ſonder auch fein Leibvnd Seel ſind einer heſtaͤndigen Veraͤnderung vnder-worffen.

Ein Schatten vergehet vnd verſchwindet in einem Au-genblick. Alſo nimbt vnſer Leben offt ein End vrploͤtz-lich/ ehe dann wir oder andere es wahrnemmen koͤnnen.

Dieſe Vngewißheit/ Nichtigkeit vnd Hinfaͤlligkeitvnſers Lebens muͤſſen wir erkennen/ damit wir vns ſelbſtnicht zuviel trauen/ vnſer Buß⸗geſchaͤfft niemahlen auff-ſchieben A ſonder heut/ heut/ alldie weil vns G Ott zuſich ruffet/ vnd wir ſeine Stimme hören/ vns vongantzem Hertzen zu jhme bekehren..

Wir muͤſſen aber der Zeit Rechnung tragen/ vndnoch etwas weniges melden von dem 3. Puncten vnſers

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