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Nicht lange blieben die Burgunder selbständig; um die Mittedes 6. Jahrhunderts wurden sie von den kriegerischen Frankenunterworfen. Diese begründeten unter ihren merowingischeu Königenein mächtiges Reich, das deren Nachfolger, die Karolinger, nochbedeutend erweiterten. Aber die Nachkommen'Karls des Großenwaren nicht im Stande es ganz zu beherrschen. Es zerfiel inverschiedene Reiche, die immer mehr zerbröckelten. An der Rhoneund Saone entstanden zwei Königreiche, Hoch- und Niederburgund,deren nördliches die Landschaften zu beiden Seiten des Jura imOsten bis zur Aare in sich begriff. Als ein Reich wurden sievom letzten König, Rudolf III., dem deutschen Kaiser Konrad II.dem Salier, vererbt und waren fortan durch Personalunion mitdem deutschen Reich verbunden. Für den Fall, daß der Kaisernicht in ihnen verweilte, bestellte er als seinen Stellvertretereinen Rector. Diese Vertrauensstellung hatte lange Zeit dasGeschlecht der Zähringer iune.
In der Nähe der Stadt Freiburg im Breisgau ragt in mittenschöner Eichen ein Hügel empor, der die Ruine Zähringen trägt.Hier, heißt es, habe die Stammburg des mächtigen Geschlechtsgestanden, das sich nach ihr Grafen von Zähringen nannte.Es war schon seit langem im Breisgau und Neckargan begütert.
Der erste des Hauses, der zu Bedeutung gelangte, warGraf Berchtold. Ein Anhänger der salischcn Kaiser wurde er1060 mit dem Herzvgthum Käruthen und der MarkgrafschaftVerona belehnt, aber schon nach dreizehn Jahren von dem übelberathenen jungen Kaiser Heinrich IV. der Lehen wieder beraubt.Erzürnt schloß er sich dessen Gegnern an. Diese waren so zahlreich,daß sie einen der Ihrigen, den Herzog Rudolf von Schwabenaus dem gräflichen Hause Rhcinfclden, der auch Verwalter desvstjuranischen Burgund war, zum Gegenkönig erwählten. Balddarnach starb Berchtold von Zühringen. Von seinen Söhnenfolgte ihm in den meisten Gütern Berchtold II. Er führte auchden Hcrzogstitel, obschon er kein Hcrzogthum besaß. Ein jüngerer