zähringischen Zeit, und Lernisches Maaß und Gewicht wurde baldvon der Umgegend angenommen.
Die Zeit der letzten HiHcnstaufen war überhaupt den Städtengünstig. Um sich der fürstlichen Widersacher zu wehren, schufensie sich in den Bürgerschaften Freunde. Insbesondere hat KaiserFriedrich II. der Stadt viel Gutes gethan. Er vereinigte dieVogtei mit dem Schultheißenamte. Er übergab der Stadt dieSchirmherrschaft der Klöster Rüggisberg und Jnterlaken, wodurchdiese mit ihren großen Besitzungen mehr oder weniger von Bernabhängig wurden. Noch wichtiger war, daß er die Kirche vonKönitz mit ihren Filialen, wozu Bern gehörte, den Augustiner-chorherren nahm, ziemlich willkürlich, und sie dem deutschen Ritter-orden übergab, der frisch und thatkräftig immer treu zu ihmstand. So schnell war nun diese Verfügung allerdings nichtausgeführt. Zwanzig Jahre wurde darüber gestritten, aber amEnde blieb sie in Kraft. So hatte Bern als geistliche -Obereden Deutschen Orden, dessen reger Geist auf ihn überging. Amdankbarsten aber durfte Bern sein, als der Kaiser ihm Freiheitengewährte und einen eigenen Brief darüber ausstellte.
Gelegenheit, diese Wohlthaten zu vergelten, blieb nicht aus.Kaiser Friedrich II. wurde 1245 vom Papste Jnnocenz IV. inden Bann gethan. Unerlaubt wurde ihm die Kaiserkrone abge-sprochen. Das Machtwort hatte seine Wirkung. Von da an warder Stern der Hohenstaufen im Erbleichen. Von Friedrich fielder größte Theil seiner Unterthanen ab. Die oberrheinischen undschweizerischen Städte, auch Bern, hielten aber treu zu ihm, wennschon der Papst ihr Land mit dem Jnterdict bestrafte. In diesenWirren suchte Mancher auf eigene Faust zu kämpfen und zuerobern. Die Gier der fürstlichen Nachbarn scheuend, verbandensich die Städte, um ihre Rechte und ihren Besitz zu wahren.So war Bern zuerst mit Freiburg verbündet, 1251 mit Lnzernund im folgenden Jahre mit dem Bischof von Sitten. Dasälteste bekannte deutsche Volkslied verherrlicht das Bündnis; Berns