»
25
größer anzulegen. Ein solcher Geist ist ihnen geblieben, immerhaben sie Berns Macht und Größe gesucht. Peter von Bubenberg,der 1235 Berns Schultheiß wurde, war nicht weniger unter-nehmend. Seine drei Söhne wurden auch alle Schultheißen.Ulrich war es in den gefährlichen Zeiten der Belagerung: erwar es lange Jahre ununterbrochen, während das Amt sonstjährlich wechselte, wohl weil er das höchste Vertrauen seinerMitbürger besaß.
Am Ende des ersten Zeitabschnittes sei noch ein Blick aufdie kirchliche Entwicklung der Stadt geworfen, die im 13. Jahr-hundert einen großen Aufschwung nahm.
Bern war, wie erwähnt, zu Könitz psarrgenössisch; erst 1276wurde es eine selbständige Pfarre. Aber schon 1224 bestandeine Lentkirche und zwar äü der Stelle unseres Münsters, nurdaß sie viel kleiner war. Geweiht war sie dem heiligen Vincenz,jenem Diakon des Bischofs von Saragossa, der unter Diocletianden Martertod erlitt. Der heilige Bincenz ward der Schutz-patron Berns. Die Leutpriesterei stand neben der Kirche, bis1484 das Tentschritterhans in ein Chorherrenstift umgewandeltwurde, nach welchem das dortige Gebäude noch Stift heißt.Von der Leutpriesterei wurden die Jahrzeiten, d. h. die Tageder Gedächtnisfeiern für Verstorbene aufgeschrieben. Das St.Vineenzen-Jahrzeitbuch, das noch erhalten ist, ist allerdings erstaus dem 14. Jahrhundert. Beigefügt ist ihm von der Handdes Lentpriesters Ulrich Psnnt ein kleine Chronik, der wir z. B.die Kenntniß des Gründnngsjahres der Stadt verdanken.
Oberhalb der Tcntsch-Ordens-Leutpriesterei siedelten sich1255 als die ersten Mönche, die sich in der Stadt niederließen,die Jranziscaner (Minoriten, Barfüßer) an. An sie erinnertnoch der Klosterhof. In der Hochschule ist noch der alte Kloster-gang mit Holzschnitzereien vorhanden. 1269 ließen sich auch dieDominicaner oder Predigermönche in der Stadt nieder. Man wiesihnen Grund und Boden der heutigen französischen Kirche
I