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an das Kloster Jnterlaken verkaufen und in Bern Burgrechtnehmen. Mit ihren Burgen und Herrschaften wurden sie damitBern dienstpflichtig. Znm Zeichen, daß Wimmis ihr offen Haussei, hiengeu die Berner den Schlüssel der Burg öffentlich an derKrcuzgafse auf. Damit die Thurn auch ihr Theil bekamen undnamentlich, damit sie sich mit den Weißenburg verfeindeten,mußten sie vermuthlich diesen die Burg abtreten, die dann nachnochmaligem Wechsel des Besitzers 1352 an Bern gelangte.
In dieser Weise faßte Bern im Oberland Fuß. Die Hasler,dem Vertrage nach Unterthanen, blieben in Wirklichkeit im altenfreundeidgcnössischen Verhältniß. Bern hatte die Kastvogtci überdas Kloster Jnterlaken mit seinen Besitzungen. Die Herren vonRinggenberg, Vögte von Brienz, waren bereits mit Bern ver-bnrgrechtet, wie null auch die mächtigen Weißenbnrg. Spiezgehörte einem Bürger der Stadt und Thun gieng von ihr zuLehen. Dazu hatten sie nun eine ununterbrochene Verbindungmit den Waldstätten.
5. Der Laupenkrieg.
Der gewaltige Aufschwung, den die kleine Reichsstadt ander Aare genommen, erregte viel Neid und Haß, Neid bei denen,die in eitlem Hoffell gleiches Gedeihen für sich wünschten, undHaß bei den andern, dem Adel, dem der Freiherren von Weißen-burg Schicksal drohend vorschwebte. Bezeichnend ist es, wie vieleFeinde sich zu Berns Untergang verschworen. Da lvar Freibnrgmit den welschen Baronen, den Grafen von der Waadt, vonGreyerz, den Herren von Thurn, dem Bischof von Lausanne,die Oesterreicher mit den Grafen von Kyburg, Nidan, Aarberg,Strasberg, dem Bischof von Basel, und als Dritter im Bundeerschien Kaiser Ludwig der Bayer, den es ärgerte, von Bernimmer noch nicht anerkannt worden zu sein. Einer soll besondersam Kriege geschärt haben, der Ritter Jordan von Bnrgistein.