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Bern's Geschichte 1191-1891 : Festschrift zur 700jährigen Gründungsfeier / von Wolfg. Friedrich von Mülinen
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macht fürchtend, verweigerten Freiburg und Solothurn die Auf-nahme in den Bund. Da schlichtete der fromme Clausner Ni-klaus von der Flüe den Streit. Die Orte alle vereinigten sichzu dem sogenannten Stanserverkommniß (22. December 1481),in dem sie jeden zu schützen versprachen, gegen den ohne RechtGewalt oder Aufruhr ausgeübt werde. Es bestimmte für denKriegsfall, daß Beute und Brandschatzungen nach der Manschafts-zahl, das eroberte Land oder feine Verkaufssumme nach der Zahlder Orte zu vertheilen sei. Auch wurden Freiburg und Solothurnnun doch dem Bunde zugethan, wenn auch nicht als vollberechtigteGlieder, so doch als Verbündete. Bern besonders freute sich dessen.Sprichwörtlich wurde seine Freundschaft mit Solothurn und vonder andern Stadt hatte man schon 1475 so schön gesungen:

Bern, Friburg sind zween namen,und ist doch nur ein stot,si Hand groß lieb zusamen;was ein die ander bat,das ist ir nie worden verseit;einandern sie nit lassenin lieb und auch in leid.

Als König Ludwig XI. von Frankreich 1483 gestorben warund als Nachfolger den noch unmündigen Karl VIII. hinterließ,freuten sich die Großen des Landes, der strengen Herrschaft ledigzu sein. Des Königs beste Stütze, die Eidgenossen, wurden ent-lassen und der Subsidientractat mit der Eidgenossenschaft in einenallgemeinern Vertrag abgeschwächt. Gleichwohl vermerkte manes ihr, daß sie wieder zu Maximilian neigte. Als aber Karlund Maximilian einander bekriegten, traten Eidgenossen in beiderDienste, allen Verboten zuwider. Jeder der beiden Fürsten wünschte,daß man nur ihm Werbungen gestatte. Man verweigerte sie;dann aber gewann die französische Partei die Oberhand ihrGegner Waldmann wurde hingerichtet nur in Bern blieb