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länger dann fortsetzten, der Gerichtsschreiber Diebold Schilling,der die Burgunderkriege verzeichnete, die er selbst mitgemacht,und sein Werk mit köstlichen Malereien verzierte, vor allemaber der Stadtschreiber und Doctor der Rechte, Thüring Fricker,ein tüchtiger und geschäftsgewandter Mann. Er hat einen genauenBericht des Twingherrenstreites hinterlassen.
Auch Bartlome May ist nicht zu vergessen, der in Geldge-schäften wohlbewandert und ein gewandter Diplomat war.Die früher vernachläßigten Schulen gediehen, als man tüchtigeKräfte zu ihrer Leitung berief, wie den Doctor Hans Best( 1467 ), den Cisterciensermönch Niklaus Wydenbosch, einen Werner( 1478 ), besonders aber den Leutpriester Johann von Stein, dervorher an der Sorbonne gewirkt, und den berühmten HeinrichWölflein, genannt Lupulus, der später Chorherr wurde.
Dagegen waren die Klöster arg heruntergekommen. DasAufkommen schlechter Sitten und Mißwirthschaft veranlaßtengegen Ende des Jahrhunderts den Rath im Einverständniß mitdem Papst, die Stiftungen Jnterlaken, Därstetten, Amsoldingen,Rüggisberg, Frauenkappelen und das Petersinselkloster aufzu-heben. Auch die Teutschordens-Leutpriesterei neben dem MünsterWurde aufgehoben ( 1484 ) und in ein Chorherrenstist umgewandelt,nicht ohne daß die alten Herren sich heftig dagegen gesträubt.Die Einkünfte der aufgehobenen Klöster wurden ihm zugewiesen.Das Chorherrenstift hat, als es selbst auch aufgehoben ward,seinem Gebäude den Namen gelassen; später als Schultheißen-Wohnung und nun als Sitz der Kantonsregierung beuutzr, heißtes immer noch Stift.