1 20
hinderten Abzug erwirkte. Bern wollte Genf keineswegs ver-lassen, es unterhandelte stetsfort mit dem Herzog von Savoyen,gewillt loszuschlagen, wenn dieser nicht aufhöre, Genf zu Plagen.Es war vergeblich. So beschloß Bern im Einverständniß mitdem Land am 27. December 1535, dem Herzog von Savoyendie Bünde zurückzuschicken, also den Krieg zu erklären.
Zuletzt möcht ers (der Bär) nit lyden mer,begund zu trachten sine ehrund thet sin jungen fragen,was trost's er sot zu inen han;da Hand si im die antwort gen,er sot es fröhlich wagen.
Da hat er sich nit lang bedacht,und hat gar bald zusamen brachtsechs lusend syner linden,die waren all gar wol angleitmit harnischt und sunst wol bekleidt,man mochts kum hüpscher finden.
Die Kriegserklärung war wohl kühn, denn man wußte, daßes den König von Frankreich nach dem Besitze Genfs undSavoyens gelüstete, und die Haltung der Urkantone war immerdrohend.
Am 22. Januar 1536 zogen die Berner 6000 Mann starkaus. Ihr Führer war der Seckelmeister Hans Franz Nägeli,ein erprobter Kriegsmann. Sein Lieutnant war Wolfgang vonWeingarten, sein Fähndrich Leonhard Brentzikofer. Ueber Murtenund Peterlingen marschirten sie nach Tscherlitz (Echallens) undMilden (Moudon), am 29. Januar zogen sie in Morsee (Morges)ein. Hier stießen sie aus Feinde: Der Castellan von Mussowar es, der beim Herzog diente, aber doch keinen Widerstandwagte. Die Landschaft blieb ruhig, nur in Lavaux war dieBevölkerung gegen Bern aufgewiegelt. Nägeli zog ungehindert