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Bern's Geschichte 1191-1891 : Festschrift zur 700jährigen Gründungsfeier / von Wolfg. Friedrich von Mülinen
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Auf die energischen Vorstellungen der Vertreter von Bern,Solothurn und Luzern, des Venners Hans Rudolf Manuel, desSeckelmeisters Joseph Byß und des Rathsherrn Franz TaverPfyffer, ertheilte die freiburgische Regierung Amnestie und gewährtedie Einreichung von Beschwerden, die dann allerdings fast sämmt-lich abgewiesen wurden. Erst im folgenden Jahr, bei Ausbruchneuer Unruhen, machte die Regierung Zugeständnisse.

6. Inneres.

Erst im 18. Jahrhundert gelangte die Ortschaft an Bern,von der es früher geistlich abhängig gewesen, das nahe Könitz.Die beiden Teutsch-Ordens-Commenden Könitz und Sumiswaldhatte Bern nach der Reformation eingezogen aber zurückerstattenmüssen. Erst lange Zeit später konnte es sie dem Teutsch-Ordenabkaufen; Sumiswald ward 1701, Könitz 1732 zu einer Vogteieingerichtet. Ein weiterer Erwerb war die Freiherrschast Aubonnebei. Morste (1701), die dem Marquis de Quesne gehört hatte,und Castelen (1732), das die Nachkommen der Töchter desGenerals von Erlach verkauften.

Das ganze alte bernische Gebiet bestand also aus demheutigen alten Kantonstheil, der Waadt und dem Unteraargau;gemeinschaftlich mit Freiburg waren die Vogteien von Grandson,Orbe, Echallens, Murten und Schwarzenburg, gemeinschaftlichmit Zürich und Glarus Waren Baden und das untere Freimut,gemeinschaftlich mit den sieben andern ältesten Kantonen Thur-gau, Sargans und Rheinthal, und mit den zwölf andern altenKantonen Lugano, Locarno, Mendrisio und Vallemaggia.

Die °52 bernischen Aemter oder Vogteien waren nach ihremEinkommen in vier Klassen eingetheilt. Die reichsten warenKönigsfelden, Lausanne, Romainmotier, Lenzburg, Thorberg,Wangen, die bescheidensten Frutigen, Oberhofen, Unterseen, Zwei-simmen. Die Wahlen der Amtleute geschahen durch das Loos,