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Bern's Geschichte 1191-1891 : Festschrift zur 700jährigen Gründungsfeier / von Wolfg. Friedrich von Mülinen
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War im Anfang des Jahrhunderts das ErziehungswesenVernachlässigt worden, so fehlte es darnach nicht am guten Willen,das Versäumte nachzuholen. Der Akademie, die fast nur für dieAusbildung der Geistlichen gesorgt hatte, wurde besondere Pflegezu Theil. Man gewann bedeutende Lehrkräfte in Johann JakobLausfer, dem Fortsetzer der Stettlerischen Chronik, und späterin dem Juristen Gottlieb Walther für Geschichte, im DekanJohann Samuel Jth für Philosophie, Karl Ludwig Tscharner,Daniel Felleuberg und Sigmund Lerber, dem Bearbeiter derbernischen Gerichtssatzung, für die Rechtswissenschaft, und in demHamburger Georg Traktes für Mathemathik. Auch Johannesvon Müller hielt in Bern geschichtliche Vortrüge.

Der Dekan Jth gründete eine theologische, der PfarrerSamuel Wyttenbach 1786 die naturforschende Gesellschaft; dreiJahre später wurde durch den Apotheker Karl Friedrich Morellder botanische Garten angelegt. Der Genfer Micheli du Crestentwarf Panoramen der Alpen und machte Vermessungen; erverdarb sich aber seine Laufbahn durch Theilnahme au allenstaatlichen Unruhen.

1779 wurde die Kunstschule gestiftet; der Maler ValentinSonnenschein war einer ihrer Professoren. Das wichtigste, dasauf dem Gebiete des Erziehungswesens geschah, war die Eröffnungdes Politischen Instituts 1787, für dessen Zustandekommen dieProfessoren Jth und Tscharner am meisten gewirkt. Es solltedie jungen Berner in den Hähern Wissenschaften unterrichten undsie für ihren staatsmännischen Beruf vorbilden.

Die Stadtbibliothek erhielt am Ende' des Jahrhunderts einneues Heim, da wo sie sich noch jetzt befindet; auch Einzelnelegten werthvolle Sammlungen von Büchern und Schriften an.Den Namen von Gelehrten erwarben sich noch Victor von Erlach,Johann Jakob von Sinner, der Dekan von Burgdors JohannRudolf Grüner, der Dekan Johann Jakob Zehender, Albrechtvon Erlach von Spiez, Gottlieb Alexander Ludwig von Watten-