bci sich gehabt hat, oder etwas, was sich dach zu Gelde machenließ?" fragte sie, der armen Genevsiwc neugierig musternd ins Augeblickend.
Diese, von all den ihr eben vorgehaltenen schrecklichen Möglich-keiten ganz eingeschüchtert und hingenommen, so daß sie an nichts,als an die ihrer Mutter zugestoßenen Gefahren dachte, erwidertemit mehr Offenheit als Klugheit: „Sie hatte nur wenige Sonsbei sich, aber außerdem noch einen sehr wertvollen Ring."
„Nun, dann wünsche ich, daß Sie denselben oder Ihre FrauMama je wieder zu Gesicht bekommen. Weiter habe ich da nichtszu sagen."
Da sank Gcncvwvc bleich und bebend auf den nächsten Stuhlnieder; die Nachbarin aber, ein gutmütig aussehendes Weib, meinteein tröstlich Wörtlciu sprechen zu müssen.
„Ei, ei, Mutter Manin, Ihr müßt doch dem armen jungenDinge nicht also das Herz aus dem Leibe reißen! Es können nochviel andre Dinge geschehen sein, die ihre Mama aufgehalten habe»,und sie kann mit Gottes und der heiligen Jlliigfran Hilfe ganzheil und wohlauf wieder hier eintreten. Wenn ich Sie wäre,Fräulein, so ging ich in mein Zimmer und spräche ein paar Ge-bete für sie; denn sonst wüßte ich nicht, was Sie thun könnten."
„Ich kann doch gehen, sie zu suchen," kam es zitternd überdie blassen, jungen Lippen.
„Wo, möcht' ich wissen, wollten Sie das wohl? Gott er-barme Sich über Sie, armes, thörichtes Mädchen! Dann würdees statt einer zwei geben, die verloren gegangen sind! Und dannkönnte die Mutter unterdes wiederkommen rind niemand finden, siewillkommen zu heißen. Ein ander Ding wäre es, wenn ein starker,kräftiger Mann, der Bescheid weiß in der Stadt, sich aufs Suchenmachte. Mutter Manin, Euer Sohn z. B. ist doch ein so guterBursche, wie's nur je einen gab; und um des armen, feineilFräuleins willen, das vor Angst bald stirbt, würde er gewiß,wenn er von der Arbeit heimkommt. . . ."
Weder die gutmütige Für-sprecherin, noch das verängstigtejunge Mädchen ahnten, welchen Ansbrnch von Zorn diese letztenWorte hervorrufen würden. Bor Wut und Aufregung schier Purpur-